USB-C und Thunderbolt 5: Der universelle Standard ist da

von | 08.11.2016 | Hardware

USB-C und Thunderbolt haben sich zur universellen Lösung für alle Anschlüsse entwickelt. Was vor ein paar Jahren noch Zukunftsmusik war, ist heute Standard – mit beeindruckenden Übertragungsraten und neuen Möglichkeiten.

Seit Ende der 90er-Jahre schon ist der USB-Standard als Ersatz für konkurrierende und miteinander inkompatible Standards für externe Geräte im Einsatz. Wir erinnern uns noch dunkel an den seriellen, den parallelen und den PS/2-Port. Mit der Zeit wurde USB immer schneller und vielseitiger.

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USB-C erobert alles – von Smartphones bis Workstations

Endlich können wir bei USB-C auch den Stecker andersherum einstecken. Das mag banal klingen, aber wer jahrelang USB-A-Stecker drei Mal drehen musste, weiß diese Innovation zu schätzen. USB-C kann mittlerweile praktisch alles: Notebooks mit bis zu 240 Watt laden, 8K-Displays ansteuern und Daten mit atemberaubender Geschwindigkeit übertragen.

Besonders interessant wird es in Kombination mit Thunderbolt 5, dem neuesten Standard, der Ende 2024 eingeführt wurde. Während Thunderbolt 3 noch 40 Gbit/s schaffte, erreicht Thunderbolt 5 bis zu 80 Gbit/s – bei Bedarf sogar 120 Gbit/s für Displayanwendungen. Das bedeutet: Ein einziger USB-C-Port kann gleichzeitig drei 4K-Displays oder ein 8K-Display betreiben, externe Grafikkarten anschließen und dabei noch das Notebook laden.

Was sich 2024-2026 verändert hat

Die EU-Regulierung für einheitliche Ladekabel zeigt bereits Wirkung. Seit Ende 2024 müssen alle neuen Smartphones, Tablets und Kopfhörer in der EU über USB-C verfügen. Selbst Apple hat beim iPhone 15 und allen nachfolgenden Modellen komplett auf USB-C umgestellt – ein Paradigmenwechsel, den viele nicht für möglich gehalten hätten.

Auch bei Notebooks hat sich viel getan. Moderne Laptops setzen fast ausschließlich auf USB-C mit Thunderbolt-Unterstützung. Selbst Gaming-Notebooks verzichten zunehmend auf proprietäre Ladeanschlüsse und setzen auf USB-C Power Delivery mit bis zu 240 Watt. Das ermöglicht echte Universalität: Ein Ladegerät für Smartphone, Tablet, Notebook und sogar portable Monitore.

USB4 Version 2.0 mischt mit

Neben Thunderbolt 5 hat sich auch USB4 Version 2.0 etabliert, das ebenfalls 80 Gbit/s erreicht und dabei günstiger zu implementieren ist. Der Unterschied zu Thunderbolt liegt hauptsächlich in den erweiterten Funktionen für professionelle Anwendungen – für die meisten Nutzer sind beide Standards gleichwertig schnell.

Interessant ist auch die Entwicklung bei der Stromversorgung. USB-C Power Delivery 3.1 unterstützt inzwischen programmierbare Spannungen von 3,3V bis 21V, was neue Gerätekategorien ermöglicht. Externe Grafikkarten, die früher separate Stromversorgung brauchten, lassen sich heute über ein einziges USB-C-Kabel betreiben.

Die Realität im Jahr 2026

Stecker-Adapter brauchen wir immer seltener. Die meisten neuen Geräte kommen direkt mit USB-C, und ältere Hardware verschwindet allmählich aus dem Alltag. Wer heute einen modernen Arbeitsplatz einrichtet, kommt oft mit einem einzigen USB-C-Hub aus, der Monitor, Peripherie und Stromversorgung gleichzeitig übernimmt.

Docking-Stationen haben sich zu wahren Alleskönnern entwickelt. Premium-Modelle schaffen es, über eine einzige USB-C-Verbindung zum Notebook gleichzeitig zwei 4K-Displays, Gigabit-Ethernet, mehrere USB-Geräte und sogar externe GPUs anzuschließen. Das Notebook wird dabei mit bis zu 100 Watt geladen – mehr brauchen die meisten ultraportablen Geräte nicht.

Worauf ihr 2026 achten solltet

Nicht jeder USB-C-Port ist gleich. Während der Stecker identisch aussieht, unterscheiden sich die Übertragungsraten erheblich. USB 2.0 über USB-C schafft nur 480 Mbit/s, USB 3.2 Gen 2 erreicht 10 Gbit/s, und Thunderbolt 5 toppt alles mit 80 Gbit/s. Bei Kabeln ist die Verwirrung noch größer: Nicht jedes USB-C-Kabel unterstützt hohe Ladeströme oder maximale Datenraten.

Beim Kauf neuer Geräte lohnt sich der Blick auf die Spezifikationen. Thunderbolt 5 ist zukunftssicher, aber auch teurer. Für die meisten Anwendungen reicht USB4 oder USB 3.2 völlig aus. Wichtig ist auch die Anzahl der Ports – mindestens zwei USB-C-Anschlüsse sollten es sein, damit ihr gleichzeitig laden und Peripherie anschließen könnt.

Fazit: Die Zukunft ist bereits da

USB-C mit Thunderbolt oder USB4 hat das Versprechen der universellen Schnittstelle eingelöst. Ein Standard für alles – von der Smartphone-Ladung bis zur professionellen Videobearbeitung. Die Zeiten des Adapter-Chaos gehen zu Ende, auch wenn der Übergang noch nicht ganz abgeschlossen ist. Wer heute auf USB-C setzt, investiert in einen Standard, der uns noch viele Jahre begleiten wird.

Zuletzt aktualisiert am 05.04.2026