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Den MP3-Player immer mit dabei – heute eher die Regel als die Ausnahme. Ob Winzgerät oder ein schicker Player mit eingebauter Festplatte: Musik abspielen können sie alle. Die großen können sich lediglich mehr Titel merken. Aber wer sagt eigentlich, dass man auf MP3-Player nur Musik und Hörbücher abdudeln dürfen?

Der MP3-Player wird zum Empfänger – irgendwie

Eben! Das Internet macht bekanntlich seine eigenen Regeln. Was nun erneut eindrucksvoll unter Beweis gestellt wird. Neuster Trend in der Szene: „Podcasting“. Ein Kunstwort, da es sich um eine Form von Rundfunk handelt (engl: Broadcasting), der vor allem für Geräte wie Apples iPod gedacht ist, dem Vorzeige-MP3-Player schlechthin. Jeder andere MP3-Player tut´s aber genauso gut.

Es stimmt: Irgendwie wird der MP3-Player zum Rundfunkempfänger. Allerdings entsteht die neue Form von Rundfunk im Netz. Internetbenutzer erstellen am Computer ihre eigenen Audiodateien und speisen sie ins Netz ein – dank MP3 und wachsender Zahl an Breitbandanschlüssen heute kein Problem mehr. Jeder kann sich die Audios herunter laden und anhören. Auf seinem MP3-Player.

Das hörbare Tagebuch: Was haben wir im Kühlschrank?

Es gibt bereits zahlreiche zentrale Anlaufstellen für Podcast-Fans. Dort ist zu sehen, was an neuen „Sendungen“ verfügbar ist. Ein Knopfdruck – und die Audios landen im MP3-Player. Es ist wirklich erstaunlich, was so alles „gepodcastet“ wird. Da wird Theodor Fontanes „Irrungen, Wirrungen“ professionell vorgelesen. Alle paar Tage gibt´s ein neues Kapitel. Unter http://www.buchfunk.de erreichen Internetbenutzer sogar das erste Hörbuch-Radio: Hörbücher als Audiostream, rund um die Uhr.

Aber auch die Bloggerszene verlagert sich ins Web. Wer mag, kann sich zum Beispiel anhören, was Steffanie aus Stockholm in ihr „hörbares Tagebuch“ diktiert. In deutsch. Manchmal diskutiert sie auch einfach nur mit Freunden. Oder steht gemeinsam mit einem Besucher aus Deutschland vor ihrem Kühlschrank – und erklärt ihm, was Schweden halt so kühl lagern. Titel des Stücks: „Wäre Julmust etwas für den deutschen Markt?“

Demokratisches Radio: Jeder kann „senden“

Ein äußerst breit gefächertes Angebot. In einem Podcast versucht sich jemand als Comedian – und ist mehr Dilettant als brillant. Unbekannte Künstler verbreiten auf diesem Weg ihre Musik. Andere lesen vor. Geschichten. Märchen. Lyrik. Wieder andere berichten über ihre Eindrücke im Urlaub. Ein buntes Durcheinanders. Charmant und abwechslungsreich. Und kein Problem, schließlich kann jeder selbst wählen, was auf dem MP3-Player landet.

Eine Bedrohung fürs Radio? Ganz bestimmt nicht. Aber eine interessante Subkultur. Jeder kann sich ausprobieren – oder sich anhören, wie andere sich ausprobieren. Podcast verlagert das Internet weiter in den MP3-Player. Einfach mal ausprobieren!

Links:

http://www.mahlzeit.se/podcast/2004-11-16b.mp3

http://www.vorleser.net/html/fontane.html

Podcast-Verzeichnis

http://www.pochoirs.de/reblog/directory/index.php