Buch Schon öfter wurde der Plan ausgeheckt, das Online-Nachschlagewerk Wikipedia als Buch zu drucken. Im Jahr 2005 wurde eine Taschenbuchreihe begonnen – die nicht zu Ende gebracht und nach neun Bänden wieder eingestellt wurde. Nun kündigt das Bertelsmann Institut an, im September das „Wikipedia Lexikon in einem Band“ herausbringen zu wollen. Kostenpunkt: 19,95 Euro.

Ausgewählt wurden die 50.000 am häufigsten gesuchten Begriffe des Online-Lexikons. „Das Wikipedia-Lexikon trägt dazu bei, das Wissen in die Welt zu tragen und nachschlagbar zu machen“, erklärt Beate Varnhorn, Verlagsleiterin des Bertelsmann Lexikon Instituts. „In der komprimierten einbändigen Druckausgabe wird es neue Zielgruppen erschließen, die das Wikipedia-Projekt kennenlernen und an ihm partizipieren.“ Genau das wage ich allerdings zu bezweifeln. Denn wer bei Wikipedia nachschlagen möchte, der macht das sowieso online.

Online ist einfach besser. Denn online ist immer verfügbar, online ist stets aktuell, online ist verlinkt, verzahnt, vernetzt. All das kann eine gedruckte Ausgabe von Wikipedia nicht bieten. Gut, wer gerne Bücher in die Hand nimmt, der wird seinen Gefallen daran finden – greift aber dann vermutlich sowieso eher zu einem bewährten Klassiker. Aber neue Zielgruppen erschließen? Wohl eher nicht.

Der Verlag zahlt übrigens 1 Euro pro verkauftem Buch an den gemeinnützigen Verein Wikimedia Deutschland e.V. Das entspricht einem Honorar von 5,3% – was sich am unteren Ende der üblichen Skala bewegt.