Nirgendwo ist die Dichte an Überwachungskameras höher als in Großbritannien. Die britische Band The Get Out Clause hat sich genau das jetzt zunutze gemacht. Die Musiker haben die im Vereinigten Königreich allgegenwärtigen Kameras für die Herstellung eines Musikvideos genutzt. Sie haben sich auf öffentliche Plätze begeben und gespielt. Sie haben im Taxi, im Bus und im Kaufhaus ein paar Takte geträllert – und nachher die Herausgabe der Bilder verlangt, was nach britischem Recht („Freedom of Information Act“) möglich ist, wenn man selbst dort abgebildet ist.

Das Musikvideo der vier Künstler aus Manchester kann sich jeder im Internet anschauen – auf Youtube.

Keine Frage: Ein genialer PR-Coup für eine Band, die (noch) keinen Plattenvertrag hat, nun aber jede Menge Aufmerksamkeit bekommt, denn das Musikvideo wird häufig angeklickt – außerdem berichten Medien und Blogs fleißig über diese witzige Geschichte (ich ja auch).Allerdings kommen mittlerweile Zweifel auf, ob die Geschichte auch wirklich stimmt. Sind wirklich alle Aufnahmen im Video mit Hilfe von Überwachungskameras entstanden? Oder sind wenigstens einige darunter, die mit einer regulären Kamera gemacht wurden? Wie kann dieser Blickwinkel hinkommen, wiese zoomt die Überwachungskamera heran oder weg? Im Netz wird alles seziert und (über)kritisch hinterfragt.

Aber selbst, wenn die eine oder andere Aufnahme nicht mit einer Überwachungskamera aufgemommen wurde: Es ist eine klasse Idee – und enthält gleichzeitig eine Message. Nämlich: Wir haben viel zu viele Überwachungskameras. 😉

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  1. […] gehen ohne gefilmt zu werden. Das kann man natürlich auch wie die britische Band The Get Out Clause für sich positiv nutzten. Der Negativeaspekt an so einer umfassenden Überwachung überwiegt […]

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