„Guten Tag, Herr Müller! Schön, dass Sie mal wieder vorbei schauen.“

Viele Onlineshops sind freundlicher als man glaubt. Und persönlicher. Sie begrüßen ihre Kundschaft mit Namen, präsentieren geschmacksicher immer genau die Waren, die dem Besucher gefallen könnten. Außerdem wissen viele E-Shops offensichtlich sogar von ganz alleine, wo die bestellten Sachen hin geschickt werden sollen. Jedenfalls erscheint die richtige Adresse automatisch auf dem Bildschirm, sobald auf „Bestellen“ geklickt wurde. Zauberei?

Keineswegs. Was im World Wide Web wie von Geisterhand zu passieren scheint, lässt sich technisch einfach erklären – und hat sogar einen Namen: Cookies. So werden die unbemerkt auf der Festplatte des Benutzers eingerichteten Minidateien genannt, in denen Onlineshops alle möglichen Informationen über ihren Kunden sammeln. Shopbetreiber merken sich auf diese Weise nicht nur Name, Adresse und Kundennummer der Besucher, sondern mitunter auch persönliche Vorlieben, etwa was zuletzt bestellt wurde und vieles andere mehr.

Der Browser als Komplize

Wohlgemerkt: Die Daten werden auf der Festplatte des PCs gespeichert, nicht auf dem Zentralcomputer des Shops. Und zwar aus einem einfachen Grund: Besucht Herr Müller – um bei diesem Beispiel zu bleiben – einen bestimmten Onlineshop zum wiederholten Male, veranlasst der Shop den Browser von Herrn Müller, doch nach den auf der Festplatte hinterlegten Informationen zu suchen. Kann der Browser diese Cookie-Datei finden, übermittelt er die dort gespeicherten Daten. Der Browser weist sich sozusagen aus, sagt dem Shop, wer vor dem PC sitzt.

Anschließend kann der Webshop darauf reagieren. Ein höfliches Ritual, das den versteckt gespeicherten Informationen ihren sympathisch klingenden Namen eingebracht hat: Sie werden „Cookies“ genannt, weil der Browser sie dem Onlineshop anbietet wie Kekse zum Tee – denn nichts anderes bedeutet das englische Wort „Cookie“ bekanntlich.

Das Problem: Von all dem merkt der Benutzer in der Regel nichts. Der Onlineshop legt die kleinen Dateien lautlos auf der Festplatte des Benutzers an und ruft sie ebenso unspektakulär nach Belieben wieder ab – was nur funktioniert, weil der Browser artig mit macht.

Fluch oder Segen?

Cookies sind durchaus ein zweischneidiges Schwert. Denn die kleinen Spezialdateien können durchaus eine nützliche und vor allem bequeme Sache sein. Schließlich müssen Datensurfer, die einen Onlineshop oder ein anderes Webangebot immer wieder besuchen, nicht jedes Mal ihre Daten eintippen. Das ist bequem.

Natürlich kann genau das aber unerwünscht sein. Das hängt vom jeweiligen Computerbenutzer und seinen Interessen ab. Aber auch jedes Onlineangebot ist anders. Während es beim einen Webangebot praktisch sein mag, automatisch erkannt zu werden, möchte man das beim nächsten Angebot vielleicht lieber nicht. Darum gibt es auch keine einfache Lösung, die alle zufrieden stellt:

Cookies komplett zu verdammen oder abzuschalten ist ebenso wenig sinnvoll wie sie als eine Art Naturgesetz hinzunehmen.

Neugierde lässt sich zügeln

Moderne Browser sind in der Lage, den Benutzer zu informieren, wenn Cookies angelegt oder abgerufen werden. Einfach die entsprechenden Optionen im Menü „Extras > Internetoptionen“ die Rubrik „Sicherheit“ bearbeiten. Falls eine Webseite eine Schnüffeldatei einrichten oder abholen will, erscheint ein Warnhinweis auf dem Bildschirm. Jeder einzelne Vorgang lässt sich so kontrollieren, bestätigen oder ablehnen.

Leider sind die meisten Browser nicht besonders komfortabel. In der Regel kann der Benutzer nur pauschal auswählen, ob Cookies nun akzeptiert oder abgelehnt werden sollen – oder ob jedes Mal ein Hinweis erscheint. Das wiederum macht in jedem einzelnen Fall eine Entscheidung notwendig, was nicht eben komfortabel ist.

Spezialprogramme blocken Kekse ab

Wer die Kontrolle über seine persönlichen Daten nicht den Anbietern im Netz überlassen, sich aber auch nicht von seinem Browser terrorisieren lassen will, sollte deshalb zu einem Spezialprogramm wie Cookie Pal oder Cookie Spanner. Praktische Zusatzprogramme, die in einschlägigen Download-Bereichen wie http://www.download.de herunter geladen werden können.

Solche Programme überwachen den Datenverkehr zwischen Webanbieter und PC und melden sich, sobald neue Cookies angelegt oder persönliche Daten von der Festplatte an den Webanbieter übermittelt werden sollen. Der PC-Benutzer legt selbst fest, welchen Anbietern es erlaubt sein soll, Cookies einzurichten, und welchen nicht. Allerdings kostet es einiges an Mühe und Zeit, sich damit zu beschäftigen und den Rechner entsprechend einzurichten.

Auch der für private Benutzer kostenlose WebWasher (http://www.webwasher.de) kontrolliert den Datenfluss zwischen PC und Internet. WebWasher filtert automatisch unerwünschte Cookies heraus. Die Software kann sogar „gute“ und „böse“ Cookies unterscheiden. Wie damit umgegangen werden soll, kann der Benutzer bequem per Menü einstellen.