2006 ist das Jahr der Informatik. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung wird gemeinsam mit der Initiative Wissenschaft in Dialog und zahlreichen anderen Partnern das Informatikjahr nutzen, um die Bedeutung und Hintergründe dieser Technikdisziplin “auf spannende Weise verständlich zu machen”, schreibt zumindest das Ministerium.

“Deutschland. Das von morgen.” So lautet das offizielle Motto auf der Homepage des Bundesministerium für Bildung und Forschung. Das Portal, das im Internet unter http://www.bmbf.de zu erreichen ist, präsentiert aus aktuellem Anlass gleich ganz oben Hintergründe über das Informatikjahr 2006 zum Anklicken.

Ein umfassendes Angebot – ohne roten Faden

Selbst gestecktes Ziel der Bundesministerin Dr. Annette Schavan: “Die Bedeutung und Hintergründe der Informatik auf spannende Weise verständlich zu machen”. Da ist so eine Webseite doch eine prima Gelegenheit.

Auf der Startseite der Homepage gibt es gleich mehrere Hintergrundbeiträge über das Informatikjahr, über die Informationsgesellschaft an sich – und einige andere, verwandte Themen. Ein roter Faden fehlt allerdings. Der Besucher ist zum Stöbern eingeladen, muss aber die vielen, durchaus interessanten Beiträge selbst finden und erforschen – der Surfer als Webentdecker sozusagen! Es gibt aber interessante Einblicke in den Stand der Entwicklung in Forschung und Technik.

Viele schöne Beispiele

Beispiel: Der Computer im Alltag. Sie dringen bekanntlich immer mehr in die Bereiche unseres Lebens ein. An fast jeden Arbeitsplatz steht einer. Man findet sie aber auch im Auto, in der Küche, im Wohn- und Kinderzimmer. Überall stehen heute Computer. Einige sind klar als solche zu erkennen, andere eher nicht.

Die Maschine soll den Menschen besser verstehen lernen, zu Hause, aber auch am Arbeitsplatz. Damit das klappt, sind große Anstrengungen nötig. Deutsche Industrie und Forschung tüfteln deshalb gemeinsam an Lösungen – etwa an Systemen wie Smartacus, das sich durch natürlich Sprache steuern lässt – erste Prototypen zeigen, dass das durchaus funktionieren kann.

Auch Fussball ist ein Thema – Robocup

Interessante Beispiele wie dieses gibt es auf der Webseite des Bundesministeriums durchaus einige. Manche sind allerdings ziemlich gut versteckt – man muss also schon ganz genau hinschauen. Aber es lohnt sich.

Selbst das Thema Fußball spielt eine Rolle. Aber nicht wegen der Fußball-WM dieses Jahr, sondern wegen Robocup. Auch das ist Forschung: Jedes Jahr treten von Tüftlern entwickelte und programmierte Roboter gegeneinander an, die nur eins können sollen: Fußball spielen. Behäbig torkeln sie über das Spielfeld, sie versuchen den Ball zu finden und in die gegnerische Richtung zu kicken.

Ein durchaus ernst zu nehmendes Thema, weil die Roboter sich selbständig bewegen und sogar Entscheidungen fällen müssen. Forschung von der heiteren Seite. Die gewonnenen Erkenntnisse lassen sich aber durchaus in ernsthafte Anwendungen übernehmen.

Wie Bildung, Forschung und Wirtschaft zusammenarbeiten

Bildung. Forschung. Innovation. Das sind die drei wichtigsten Navigationspunkte auf der Startseite des Portals. Wer durch das Angebot stöbert, bekommt zumindest einen Eindruck davon, dass in Deutschland durchaus eine Menge geforscht und entwickelt wird. Wie funktioniert zum Beispiel das Tsnunami-Frühwarnsystem, das in Deutschland entwickelt und in Indonesien installiert werden soll? Die Webseite erklärt, welche Technik zum Einsatz kommt.

Das Denken verstehen. Computational Neuroscience. Wie funktioniert das Gehirn? Welche Erkenntnisse können auf die Informationstechnologie oder die Lernforschung übertragen werden? Auch das ist ein Thema. Die Angebotspalette ist breit.

Defizite bei der Navigation

Doch nicht alles möchte man am Bildschirm lesen. Deshalb gibt es auf der Homepage des BMBF jede Menge Broschüren, zum kostenlosen Download. Vernetzte Welt: Kommunikation in der Gesellschaft. Quanteninformationstechnologie. So lauten einige der kostenlosen Infobroschüren. Bei Bedarf lassen sich die kleinen Booklets auch bestellen.

Sie kommen dann gedruckt per Post nach Hause, ebenfalls gratis, auf Kosten der Steuerzahler. So spannend und interessant das Thema Bildung, Forschung und Informatik mit all seinen Facetten auch ist: Die Homepage des Bundesministerium für Bildung und Forschung präsentiert zwar jede Menge Wissenswertes, doch vieles davon ist nur recht schwer zu finden.

Vor allem für jüngere Besucher wünscht man sich doch einen etwas einfacheren Zugang zu Wissen, Hintergründen und Fakten. Denn nicht jeder, der die Homepage besucht, kommt aus Wissenschaft oder Forschung – und will selbst forschen. Die Navigation der Webseite wirkt steif, und spielerische Elemente, die Wissen vermitteln oder dabei helfen, die verborgenen Schätze auf der Seite zu heben, fehlen eigentlich völlig. Schade.

Einen Besuch ist die Homepage aber trotzdem wert.

Die Homepage des Bundesministerium für Forschung und Bildung:

http://www.bmbf.de