Microsoft hat in Brüssel im Rahmen einer Technologie-Tagung der EuroISPA (Verband der Europäischen Internet Service Provider) mit Unterstützung von Interpol eine weltweite Kampagne gegen Internetkriminalität angekündigt. In Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden, Regierungen und der Industrie geht Microsoft verstärkt gegen Betrug im Internet vor. Bis Ende Juni werden in über 100 Fällen in Europa, dem nahen Osten und Afrika rechtliche Schritte gegen Personen eingeleitet, die des Online-Betrugs verdächtigt werden. 53 davon werden bereits bis Ende März initiiert sein.

„Phishing ist eine kriminelle Handlung. Sie untergräbt das Vertrauen der Menschen in das Internet: Dadurch werden die Bestrebungen der europäischen Politik zunichte gemacht, Bürger für die Nutzung von innovativen Internetdiensten zu begeistern“, sagt Neil Holloway, Präsident von Microsoft EMEA. Die rechtlichen Schritte sind Bestandteil der „Global Phishing Enforcement Initiative“ (GPEI), eines neuen umfassenden Programms von Microsoft. Das Unternehmen möchte damit seine weltweiten Aktivitäten im Kampf gegen Phishing noch besser koordinieren und verstärken. Dazu gehören Maßnahmen wie optimierter Verbraucherschutz, Bildung von Partnerschaften und intensive Strafverfolgung. „GPEI arbeitet eng mit Strafverfolgungsbehörden, verschiedenen Industriezweigen und Regierungen zusammen. Ziele sind eine weitreichende Aufklärung von Verbrauchern, eine striktere Strafverfolgung und die Entwicklung von Technologielösungen zum Kampf gegen Phishing“, so Holloway weiter.

Partnerschaften gegen Phishing

Phishing ist eine Bedrohung für alle Unternehmen, die Dienstleistungen und Waren zunehmend online anbieten. Folglich sind gemeinsame Aktivitäten und Partnerschaften mit Industrie, Politik, Strafverfolgungsbehörden sowie Nutzern entscheidend, um diese Bedrohung effektiv zu bekämpfen. „Die Partnerschaft zwischen Interpol und Microsoft bringt der Polizei in den Mitgliedstaaten von Interpol immense Vorteile, besonders was die Schulung von Beamten bezüglich neuester technologischer Fortschritte betrifft“, so Bernhard Otupal, Crime Intelligence Officer, Abteilung für Finanz- und High-Tech-Kriminalität, Interpol. „Das Wissen über die Entwicklung von Server- und Netzwerk-Produkten von Microsoft kann für Polizeistationen überall auf der Welt entscheidend sein bei kriminaltechnischen Untersuchungen.“

Strafverfolgung unter der GPEI

Zu den ersten 53 Fällen der GPEI zählen auch Klagen gegen Phishing in Deutschland. Dies betrifft Personen, die gefälschte Webseiten programmieren, um Anwender dazu zu bringen persönliche Daten wie die E Mail-Adresse oder Passwörter, Kreditkartennummern oder Informationen zu Bankkonten herauszugeben. Microsoft geht seit langem zusammen mit Strafverfolgungsbehörden und Partnern aus der Industrie gegen Phishing und andere Formen der Cyber-Kriminalität vor. Das Unternehmen hat bereits die Sperrung von 4.744 Phishing Sites weltweit veranlasst – in den USA hat Microsoft innerhalb des vergangen Jahres 117 Gerichtsverfahren angestrengt. Zusätzlich investiert Microsoft weiter in die technische Abwehr von Phishing-Angriffen. Der Internet Explorer 7 zum Beispiel enthält einen neuen Phishing Filter. Dieser führt die aktuellen Informationen aus der Industrie zusammen und warnt Anwender vor potenziellen Risiken.

Beim heutigen Diskussionsforum in Brüssel, das von EuroISPA und Interpol unterstützt wird, sind Neil Holloway von Microsoft, Berhard Otupal von Interpol und Kurt Einzinger, Vizepräsident EuroISPA, zusammengetroffen. Pat Cox, ehemals Präsident des Europäischen Parlaments, moderierte die Diskussion und erläuterte die gemeinsamen Anstrengungen der GPEI im Kampf gegen Phising und jede weitere Art von Online-Betrug. In dieser Runde wurden die laufenden Anti-Phishing Initiativen bewertet sowie darüber diskutiert, wie diese Initiativen in die Agenda der EU Politik integrierbar sind. Zudem präsentierten die Teilnehmer neue Lösungsansätze zur Bekämpfung der Cyber-Kriminalität.