Wie viel Strom verbraucht eigentlich das Internet? Das wollte der Prozessorbauer AMD genauer wissen und hat eine Studie in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: Das Internet konsumiert rund 120 Milliarden Kilowattstunden im Jahr, das entspricht einer Stromrechnung über 7,3 Milliarden Dollar. Weltweit sind 14 komplette Kraftwerke nötig, um Server und Klimaanlagen in Rechenzentren mit der nötigen Energie zu versorgen. Und da sind die PCs der Benutzer noch gar nicht mitgerechnet.

Energiesparen wird langsam zum Thema

Kein Wunder, dass in Zeiten des Klimawandels Energiesparen allmählich zum Thema wird. Die Medien haben auf der gerade zu Ende gegangenen Computermesse Cebit nachgefragt, wie sich Energie einsparen lässt. Doch Lösungen sind derzeit kaum in Sicht. Die meisten Hersteller wurden von dem plötzlichen Interesse am Thema Energiesparen überrascht. Allerdings werden bereits erste Server und PCs angeboten, die bewusst Energie sparend konzipiert wurden.

Doch niemand muss gleich die Hardware wechseln, um Energie zu sparen. Jeder PC-Benutzer kann den Strombedarf seines Rechners senken, sogar ohne auf Komfort verzichten zu müssen. In der Systemsteuerung von Windows XP und Vista gibt es dazu extra die Funktion „Energieoptionen“. Hier lässt sich individuell festlegen, wann einzelne Komponenten des Rechners abgeschaltet werden sollen. Die Option „Monitor ausschalten“ zum Beispiel legt fest, nach wie vielen Minuten Inaktivität der Monitor automatisch deaktiviert wird. Hier lässt sich alles einstellen, von „nach einer Minute“ bis „Nie“.

Automatisch Geräte abschalten

Bei modernen TFT-Bildschirmen empfiehlt sich ein möglichst kleiner Wert, so um die fünf Minuten. Denn TFT-Bildschirme lassen sich problemlos und schnell wieder aufwecken. Es dauert nur ein paar Sekunden, schon kann man weiter arbeiten. Darum stört es nicht, wenn ein TFT-Bildschirm in den Standby-Modus versetzt wird. Bei alten Röhrenmonitoren sieht das anders aus. Sie haben eine Aufwärmphase, die ein paar Sekunden dauern kann. Deshalb sollten Röhrenmonitore nicht alle paar Minuten in den Schlaf geschickt werden. Röhrenmonitore sollten erst nach zehn Minuten abgeschaltet werden.

Auch die Festplatte im Rechner verbraucht Strom. Darum lässt sich in den Energieoptionen einstellen, nach wie vielen Minuten Leerlauf die Festplatte abgeschaltet werden soll. Auch das lässt sich auf die Minute genau bestimmen. Moderne Festplatten haben kein Problem damit, wenn sie abgeschaltet werden. Die Abschaltungszeit sollte dennoch größer sein als die für den Monitor.

Last not least kann auch der Rechner selbst heruntergefahren werden. So lässt sich am meisten Strom sparen. Windows versetzt den PC nach der eingestellten Zahl von Minuten in den Standby-Modus. Dabei gehen keine Daten verloren: Alle Anwendungen bleiben offen, die aktuellen Daten und der aktuelle Bildschirminhalt wird auf Festplatte zwischengespeichert. Es reicht ein Tastendruck oder ein Rütteln mit der Maus, um den PC wieder aufzuwecken. Bei den meisten Tischrechnern ist hier die Option „Nie“ ausgewählt. Wer Energie sparen will, stellt einen Wert um die 20 Minuten ein. Denn wenn ein PC so lange nicht benutzt wird, kann er auch ruhen – und Energie sparen.

Wer mag, kann sogar verschiedene Energieschemas anlegen. Während einer Präsentation schaltet sich das Notebook dann nicht aus, während zu Hause oder im Büro die Energiesparfunktion genutzt wird. Eine praktische Funktion, die Energie und Kosten sparen hilft – und die Umwelt schont.