Die US-Weltraumbehörde stellt im Internet jede Menge nützliche Daten und Karten zur Verfügung. Mit der kostenlosen Software Nasa World Wind werden sie anschaulich visualisiert.

Atlas und Globus sind Relikte aus früheren Tagen, verdrängt vom Internet. Längst haben Google Earth, Virtual Earth und die vielen 2D-Kartendienste im Web ihren Platz eingenommen. Die Vorteile der Online-Karten sind halt überzeugend: Nur wenige Mausklicks reichen, um jeden Winkel der Erde zu erkunden. Schon erscheinen nützliche Karten oder hoch aufgelöste Satelliten- und Luftbilder, auf denen sich mühelos Details erkennen lassen. Ideal, um Reisen zu planen oder mögliche neue Standorte zu bewerten.

Gute Atlanten bieten mehr

Doch so schick modernen Kartendienste im Web auch sein mögen: Gute Atlanten bieten Kartenmaterial oder nützliche Informationen, die moderne Online-Globen vermissen lassen, etwa topographische Karten oder statistische Daten über Länder und Kontinente. Zwar lässt sich manches in Form von Layern für Google Earth nachladen, doch oft reicht das nicht aus. Zumal die Quellen solcher Daten oft nicht bekannt sind und sich nur schwer bis gar nicht überprüfen lassen.

Da lohnt ein Blick auf Nasa World Wind, eine Spezialsoftware der amerikanischen Raumfahrtbehörde. Das wirklich toll gemachte Programm führt ungerechtfertigt ein Schattendasein, denn es bietet ähnlich wie Google Earth beeindruckende Satellitenfotos. Man kann sich mit der Maus in der Hand der Erde nähern, nach Orten suchen oder Städte überfliegen. Allerdings ist die Auflösung der Bilder bei weitem nicht so gut wie bei Google Earth und Virtual Earth. Nur von amerikanischen Metropolen gibt es vergleichsweise gute Luftbilder. Europa und der Rest der Welt ist eher schlecht aufgelöst. Außerdem scheinen die Serverkapazitäten der Nasa deutlich geringer zu sein: Wer mit Nasa World Wind die Erde erkundet, muss sich in Geduld üben.

Nasa World Wind bietet jede Menge Daten

Es lohnt sich aber trotzdem. Denn Nasa World Wind hat einen ganz anderen Schwerpunkt: Nasa World Wind versorgt den Benutzer mit aktuellen Satellitenfotos und vor allem jeder Menge interessanter Daten über Wetter, Klima, Topographie, Naturereignisse und vieles andere mehr. So reichen einige Mausklicks, um die Aufnahmen der Wettersatelliten der vergangenen Tage oder Wochen abzurufen. Die Durchschnittstemperatur in Asien in den letzten Jahren? Kein Problem, Nasa World Wind kennt die Daten und färbt die Karten entsprechend ein.

Außerdem lassen sich mühelos Naturphänomene oder Katastrophen beobachten, etwa wie Hurrikans entstehen. Das erste Bild nach Start des Software ist vertraut: Mit der Maus lässt sich der Globus drehen, zoomen und verschieben, so wie bei Google Earth und Virtual Earth. Doch die Nasa kann eben mehr, sie bietet Zugang zu zahllosen Satelliten. Ein Mausklick, schon erscheint die aktuelle Wolkendecke. Wäre man zu Gast auf einer Raumstation, genau so sähe die Erde gerade aus.

Umfangreiches Archiv

Die vielleicht größte Stärke des Programms ist das üppig bestückte Archiv, auf das jeder kostenlos zugreifen kann. Die Nasa zeigt eindrucksvoll, wie große Brände aus dem All betrachtet aussehen, wo besonders häufig die Erde bebt oder wo Landstriche überflutet wurden. Die Datenbank ist voll mit Ereignissen, Daten und Karten, die sich jederzeit abrufen lassen. Auch Anomalien wie die Veränderung der Meerestemperatur lassen sich nachweisen. Der Klimawandel, in Nasa World Wind wird er sichtbar.

Nasa World Wind gibt es kostenlos auf der Homepage der US-Behörde unter http://worldwind.arc.nasa.gov . Nachdem die rund 17 MByte große Software herunter geladen ist, geht es auch gleich los. Derzeit ist Nasa World Wind nur mit englischsprachiger Benutzeroberfläche zu bekommen. Die Daten werden live bei den Servern abgerufen, eine schnelle DSL-Verbindung ist Pflicht.

Nasa World Wind laden:

http://worldwind.arc.nasa.gov