Windows ist serienmäßig mit dem Media Player ausgerüstet. Doch den wollen immer weniger benutzen: Es gibt jede Menge interessanter Alternativen.

Stein des Anstoßes für das EU-Wettbewerbsverfahren gegen Microsoft war der serienmäßig in Windows integrierte Media Player. Damit können PC-Benutzer Musik, Videos und DVDs abspielen und bequem ihre auf der Festplatte gespeicherten Mediendateien verwalten. Die EU-Kommission hat Microsoft daraufhin eine Menge Auflagen gemacht. Eine dieser Auflagen sieht vor, dass Microsoft eine Windows-Version ohne Media Player anbieten muss.

Allerdings will dieses „Windows light“ so gut wie niemand haben.

Kein Wunder, denn wer eine andere Player-Software zum Abspielen von Musik und Videos benutzen will, kann sie einfach aus dem Internet laden und installieren. Der Microsoft-Player muss deswegen nicht etwa von der Festplatte verschwinden. Denn es ist problemlos möglich, mehrere Player parallel zu installieren und zu benutzen. Das ist mitunter sogar sinnvoll, da jeder Player andere Stärken hat. Während der eine hervorragend geeignet ist, um Musik abzuspielen, bietet ein anderer Player mehr Komfort beim Abspielen von Film-DVDs. Außerdem verlangen vor allem kommerzielle Anbieter von Musik und Videos im Netz mitunter das den Windows Media Player, weil sie ihre Inhalte mit „Digital Right Management“ (DRM) schützen.

Die Auswahl an kostenlosen Playern für freie Inhalte ist jedenfalls riesig. Fast jeder hat heute den Flash-Player installiert (viele, ohne es zu wissen), da Videoportale wie Youtube und all die anderen ohne das praktische Plugin von Adobe nicht denkbar wären. Fast alle Videos, die im Internet zum Download oder Anschauen angeboten werden, liegen im Flash-Format vor. Hier muss der Windows Media Player ohnehin die Waffen strecken: Flash-Videos kann der Media Player nicht anzeigen.

Es gibt unzählige unterschiedliche Dateiformate für Musik und Videos. Für jedes Format gibt es einen eigenen Player. Am besten bedient ist man als Benutzer aber mit einem Player, der möglichst viele Format beherrscht, denn dann muss man nicht ständig den Player wechseln, sondern kommt mit einem Player aus. Die „großen“ Player wie Media Player oder der ebenfalls kostenlos erhältliche Real Player (http://www.real.com) kommen mit allen gängigen Audio- und Videoformaten klar.

Ein regelrechtes Universalgenie ist der VLC Player, den es kostenlos unter http://www.springhin.de/vlc gibt. Der VLC Player kann fast alles abspielen: Musik, Videos, CDs und DVDs bereiten der Software nicht die geringsten Probleme. Selbst Webstreams lassen sich mit dem schlanken VLC Player anzeigen. Apropos: Wer sich häufig Videos im Internet anschaut, kann mit Hilfe des ebenfalls kostenlosen Player Miro (http://www.getmiro.com) eine regelrechte Regiezentrale für Videos auf seinem Rechner installieren. Miro erlaubt nicht nur, komfortabel in gängigen Videoportalen nach Videos zu suchen, sondern auch, diese direkt anzuschauen. Außerdem kann man mit dem Miro Player bequem eine eigene Videobibliothek anlegen oder Videos abonnieren, etwa bei Anbietern, die regelmäßig Videos ins Netz stellen.

Wer iTunes von Apple nur für einen Onlineshop hält, der täuscht sich. Auch wer nicht bei iTunes Musik einkauft, kann von der kostenlos verteilten Software (http://www.apple.de/itunes) profitieren. Denn mit dem Programm lassen sich nicht nur prima MP3-Dateien abspielen, sondern auch Videos im QuickTime-Format. Eine Stärke von iTunes ist die Möglichkeit, Podcasts zu abonnieren: Das Programm hilft nicht nur beim Aufspüren der Podcasts, sondern kümmert sich auch darum, dass stets die aktuellen Ausgaben geladen werden. Man kann sich die Podcasts dann auf dem eigenen PC anhören oder auf den MP3-Player kopieren lassen.

Der Real Player war lange Zeit absolut führend im Bereich der Medienplayer. Doch wegen einer komplizierte Installation und jeder Menge Abfragen bei der Registrierung haben viele User dem einstigen Platzhirsch den Rücken gekehrt. Das zeigt, wie schnell es gehen kann: Der Wettbewerb bei Audio- und Videoplayern ist derzeit enorm. Gut für die Konsumenten, die so wählen können.