Ein schneller Browser war Firefox schon immer. Doch wer die seit einigen Tagen erhältliche Version 3 auf seinem Rechner installiert, bekommt einen regelrechten Turbo zu spüren. Die Entwickler haben die „Gecko Rendering Engine“, die für die Anzeige der Internetseiten verantwortlich ist, deutlich überarbeitet. Das Ergebnis: Der vielleicht schnellste Browser aller Zeiten. Firefox 3 stellt selbst komplexe Webseiten nahezu ohne Zeitverzögerung da, eine schnelle Datenleitung mal vorausgesetzt.

Schnell, schneller, Firefox

Der Tempovorteil ist vor allem dann zu spüren, wenn eine Webseite Javascript einsetzt. Denn auch die in vielen Webseiten eingesetzte Programmiersprache ist spürbar schneller geworden. So etwas lässt sich sogar messen: Während der Vorgänger Firefox 2 noch 16 Sekunden braucht, um Apples „Sunspider Test“ zu absolvieren, meldet Firefox 3 bereits nach dreieinhalb Sekunden Vollzug. Microsofts Internet Explorer 7 benötigt über 30 Sekunden – da liegen Welten zwischen.

Aber Firefox kann nicht nur in Sachen Tempo punkten, sondern hat auch beim Bedienkomfort kräftig zugelegt. So manche Neuerung sticht gleich ins Auge. Webseiten lassen sich nicht mehr nur durch Eintippen der Adresse aufrufen. Unter Firefox 3 kann es reichen, ein Stichwort ins Adressfeld einzugeben. Firefox 3 präsentiert dann Webseiten, die in jüngster Vergangenheit aufgerufen wurden und zur Eingabe passen.

Praktische Suchfunktion

Das ist im Alltag ausgesprochen praktisch. Hat man zum Beispiel vor zwei Tagen auf einer Webseite etwas über „Leonardo da Vinci“ nachgelesen, kann sich aber nicht mehr an die Adresse oder den Titel der Webseite erinnern, reicht es, „da Vinci“ in die Adresszeile einzugeben, schon erscheinen die passenden Links. Schneller hat man noch nie in Lesezeichen, Chronik und Cache des Browsers gesucht.

Da es im Internet immer mehr Stolperfallen gibt, die die Sicherheit des PCs oder sogar der eigenen Daten gefährden können, haben die Entwickler sich auch da was einfallen lassen: Firefox 3 kann Webseiten verifizieren. Ein Klick auf das kleine Icon neben der Webadresse, schon präsentiert der Feuerfuchs Infos über die Webseite, etwa ob ein gültiges Zertifikat vorliegt und ob die Webseite Cookies speichert (und welche). Ganz nebenbei warnt Firefox auch noch deutlicher als bislang vor verdächtigen oder als betrügerisch bekannte Webseiten. Diese Funktion ist vor allem für Laien nützlich, die so unmissverständlich und unübersehbar vor Phishingseiten gewarnt werden, zumindest vor bekannten.

Download-Manager optimiert

Auch der Download-Manager wurde endlich verbessert: Abgebrochene Downloads lassen sich zu einem späteren Zeitpunkt bequem wieder aufnehmen, man muss also nicht immer von vorne anfangen. Außerdem informiert Firefox besser als früher über den aktuellen Status, was vor allem bei umfangreichen Downloads praktisch ist.

Um Klassen besser als bislang ist die Verwaltung der Lesezeichen: Ein Klick auf den gelben Stern in der Adresszeile genügt, um eine Webseite als Lesezeichen zu merken und gleichzeitig zu kennzeichnen. Lesezeichen lassen sich jetzt mit eigenen Schlagwörtern versehen, nach denen gesucht werden kann, so wie in Social Bookmarking Diensten. Das hilft enorm, eine Webseite wiederzufinden.

Anwendung frei bestimmen

Gelungen finde ich auch, dass Firefox-Benutzer nun selbst entscheiden können, welche Anwendung beim Öffnen eines bestimmten Dateityps zum Einsatz kommen soll. So lässt sich zum Beispiel festlegen, welcher Media Player MP3-Titel abspielt oder welches Programm angeklickte PDFs bearbeitet.

Der Browser selbst ist schlank, er belegt nur wenige MByte auf der Festplatte und ist schnell geladen. Allerdings geht auch der Firefox 3 verschwenderisch mit dem Arbeitsspeicher um, so wie seine Vorgänger. Auch die Druckfunktion hätte ein Update verdient. Wer Webseiten würdevoll ausdrucken möchte, wird von fast allen Browsern mehr oder weniger im Stich gelassen – da macht auch Firefox 3 keine Ausnahme. Ansonsten ist der unter http://www.springhin.de/firefox3 kostenlos erhältliche Browser sehr gelungen. Es gibt den Browser für Windows, Linux und Mac OS X.