Auf der amerikanischen Webseite von Amazon wird der Kindle bereits seit einigen Monaten angeboten. Kostenpunkt: Stolze 359 Dollar, rund 250 Euro. Dafür gibt es ein rund 300 Gramm leichtes Gerät, das nur einem Zweck dient: Unterwegs Bücher, Zeitungen und Zeitschriften lesen zu können. Allerdings elektronische Ausgaben, nicht auf Papier.

Das Display des Kindle sieht anders aus als die üblichen Displays moderner Notebooks oder Handys. Der Kindle bietet eine Anzeige, die Fachleute als „Electronic Paper“ bezeichnen, als elektronisches Papier. Schwarz auf weiß, mit einigen Grautönen und vor allem: mit starken Kontrasten. Selbst bei starkem Sonnenlicht kann man die Texte im Kindle noch ziemlich gut lesen. Und wenn es dunkel wird, lässt sich bei Bedarf eine Hintergrundbeleuchtung dazu schalten.

Rund 200 Schmöker können im Gerät gespeichert werden. 200 Titel also. Das macht auch schon einen Vorteil zum klassischen Buch deutlich: Wer auch nur ein Dutzend Bücher mit in den Urlaub nehmen will, muss garantiert schwer schleppen. Im 300 Gramm leichten Kindle lassen sich aber 200 Titel mitnehmen.

Nachschub, also neue eBooks, gibt es im Kindle Store, einem Onlineshop nur für eBooks und digitale Zeitschriften. Die Auswahl ist groß: Über 140.000 Titel stehen zur Auswahl und lassen sich herunter laden, darunter nahezu alle Titel, die auf der Bestsellerliste der New York Times stehen. Aber auch einige deutschsprachige Zeitungen wie die FAZ gibt es bereits als Download-Version.

Das erste Kapitel der meisten eBooks kann in der Regel kostenlos geladen werden. Als Schnupperangebot. Wer anschließend das komplette eBook oder Magazin lesen möchte, muss dafür bezahlen. Die Mehrzahl der elektronischen Bücher gibt es für 9,99 Dollar, deutlich günstiger als die gedruckten Ausgaben.

Eine Besonderheit ist die Art und Weise, wie die eBooks ins Gerät gelangen. Der Kindle muss an keinen Computer angeschlossen werden, sondern erhält gekaufte eBooks drahtlos zugestellt, per Datenfunk. Der Kindle ist dazu mit einem speziellen Funkmodem ausgestattet, das nahezu in den gesamten USA drahtlos Zugang zum Onlineshop von Amazon ermöglicht. Ohne Zusatzkosten. Aber eben nur in den USA. Wer eine Urlaubsreise plant, sollte sein digitales Buch also besser vor Antritt der Reise aufladen.

Doch der Kindle findet keineswegs nur Zuspruch. So wird zum Beispiel das Digital Rights Management kritisiert: Wer ein eBook für seinen Kindle-Reader kauft, kann dieses eBook nur auf diesem einen Gerät lesen. Eine Weitergabe, etwa an Familienangehörige oder Freunde, die ebenfalls über einen eBook-Reader von Amazon verfügen, ist nicht möglich.

In Deutschland ist der Kindle bislang praktisch nicht verwendbar, denn Amazon verlangt darüber hinaus nach einer amerikanischen Postadresse und einer amerikanischen Kreditkarte, sonst werden keine eBooks verkauft.

In den USA hingegen scheint sich der Kindle trotz des doch recht hohen Anschaffungspreises recht gut zu verkaufen. Noch macht Amazon keine offizielle Angaben zu den Stückzahlen, doch ein Analyst schätzt, dass Amazon rund 40.000 Geräte pro Monat absetzt. Bis Ende des Jahres soll Amazon rund 700.000 Geräte verkauft haben.