Es gibt Dinge, die kann man nur schwer in Worten erklären – aber dafür wunderbar zeigen, etwa in einem Video. Das gilt für so ziemlich alles, was am PC-Bildschirm passiert. Anstatt mühsam zu umschreiben, welche Menüs, Icons oder Objekte jemand am Bildschirm anklicken soll, „dreht“ man ein kleines Webfilmchen und zeigt es einfach. Anschaulicher geht es kaum.

Screencasts im Handumdrehen erstellen

„Screencasts“ nennen sich solche PC-Filmchen, in denen zu sehen ist, wie eine Software bedient oder eine Webseite benutzt wird. Es gibt solche Screencasts mit und ohne gesprochene Kommentaren, mit und ohne Untertitel. Um einen Screencast herzustellen, ist normalerweise ein Spezialprogramm nötig. Die Auswahl entsprechender Tools ist groß, die Palette reicht von Profi-Software wie Adobes Captivate (700 Euro) über Camtasia (300 Dollar) bis hin zu kostenlos erhältlichen Alternativen wie CamStudio.

Doch eins haben alle Lösungen gemeinsam: Die Software muss installiert, das erzeugte Video irgendwie verteilt oder im Web hochgeladen werden. Da ist so mancher Benutzer überfordert. Doch seit heute gibt es einen neuen Screencast-Dienst, der vor allem durch seine einfache Handhabung auffällt und mich von Anfang an überzeugt hat: Screentoaster. Hier muss man keine Software installieren und sich auch nicht um das Verteilen der Videos kümmern, alles passiert mehr oder weniger automatisch.

Einfach kostenlos auf der bislang ausschließlich englischsprachigen Webseite http://www.screentoaster.com anmelden und loslegen. Screentoaster installiert innerhalb von Sekunden ein Java-Programm auf den eigenen Rechner, das unter Windows, Mac und Linux funktioniert. Damit lässt sich der Screencast aufzeichnen, wahlweise der komplette Desktop oder ein ausgewählter Bildschirmbereich. Nach der Aufzeichnung lassen sich noch Untertitel ins Video einfügen, fertig.

Filme werden auch „gehostet“

Der Screencast selbst wird dann bei Screentoaster hochgeladen, als Flash-Film. Auch das erfolgt automatisch. Anschließend kann man entweder einen Link auf den Screencast verschicken oder auf seiner eigenen Webseite das Video integrieren, so wie man das auch von Youtube und Co. kennt. Das Video hat eine sehr gute Qualität und kann auf Wunsch auch im Vollbild abgespielt werden.

Natürlich lässt sich festlegen, ob die Videos öffentlich zugänglich oder privat sein sollen. Öffentlich zugängliche Videos kann jeder sehen, sie erscheinen sogar in Online-Katalogen bei Screentoaster und können über Suchbegriffe gefunden werden. Auf diese Weise entsteht bei Screentoaster so ganz nebenbei eine Bibliothek mit interessanten Screencasts.

Die Entwickler erweitern das Angebot nahezu täglich. Demnächst soll es möglcih sein, Screencasts auch als AVI- oder Flash-Film auf die eigene Festplatte zu laden. Wer mag, kann in seine Screencasts auch ein kleines Webcam-Fenster integrieren, in dem er selbst zu sehen ist: Als Kommentator für den eigenen Screencast, sozusagen. Die Möglichkeiten von Screentoaster sind beachtlich, vor allem, wenn man sich nicht mit Technik und Hosting rumplagen möchte.