Jetzt wird es ernst für Google: Wie der NDR berichtet, leitet die Staatsanwaltschaft Hamburg ein Ermittlungsverfahren gegen Google ein. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers dem NDR Fernsehen. Es werde geprüft, ob Google gegen § 202b des Strafgesetzbuches verstoßen hat. Google wollte sich zunächst nicht äußern. Zuvor war die Anzeige eines Aachener Anwalts eingegangen.

Bei seinen Aufnahmen für das Internet-Programm Street View hatte Google auch W-Lan-Netze erfasst. Daten, die über ungesicherte Netze gesendet wurden, hat Google miterfasst und gespeichert. Das Unternehmen erklärte, es wolle die Daten löschen, ist bisher aber nicht bereit, Datenschutzbehörden Einblick in die gespeicherten Daten zu geben.

Zuvor hatte der Rechtsanwalt und Programmierer Jens Ferner unter Bezug auf §89 des Telekommunikationsgesetzes gegen das Unternehmen Anzeige erstattet. Der Anwalt vertritt Mandanten, die ungeschützte W-Lan-Netzwerke zum Surfen genutzt haben und dafür verurteilt wurden. „Wieso sollten für Google andere Regeln gelten“, fragt Ferner, „als für einfache Nutzer, die im Café sitzen und über ungeschützte Netze im Internet surfen?“

3 Kommentare
  1. Gilhorn
    Gilhorn sagte:

    Wenn Leute in ungeschützten Netzen surfen, sind sie selbst schuld. Demnächst müssen wir uns alle Watte in die Ohren stecken, damit wir nicht mithören können, was andere reden. Wenn etwas bestraft werden müsste, dann ist es der Leichtsinn der Leute.

  2. Bruno
    Bruno sagte:

    Ich finde das bescheuert.
    Da fährt ein LKW mit einer offenen Pritsche durch eine Straße. Ein durchgeknallter Anwohner wirft sein Mobiliar aus dem Fenster.
    Ein Teil landet auf dem LKW.
    An der nächsten Ecke hält ein Polizist den LKW an und verhaftet den Fahrer wg. Diebstahl.

    So ähnlich ist das mit Google.
    Die haben doch nicht die Netze benutzt und sind gesurft.
    Die haben einfach versehentlich Sachen empfangen die andere aus dem Fenster warfen. Dass diese Sachen nicht verwendet werden dürfen, die Daten also gelöscht werden müssen – logisch.

    Aber Strafanzeige? Mit welcher Begründung.

    Ich denke nicht, dass sich ein Richter auf einen soclehn Schwachsinn einlässt. Obwohl – in Deutschland …….

  3. A. Ch. Glatz
    A. Ch. Glatz sagte:

    Google hat sich zum beängstigenden Datenkraken entwickelt, zum größten Datenmonopolisten der Welt. Zeit, Google Grenzen zu setzen. Wie alle echten Machtträger glaubt offenbar auch Googl, Gesetze haben nur bedingte Gültigkeit. Rein formalrechtlich erwarte ich eine Verurteilung Googles. Und das findet meine volle Zustimmung.

    A. Ch. Glatz

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