Einer der großen Trends in diesem Jahr auf der IFA ist zweifellos 3D. Ohne Spezialbrille sieht das alles komisch aus. Nur mit Brille auf der Nase entsteht ein Bild mit räumlicher Tiefe. 3D ist derzeit das große Thema – auch im Kino. Viele wollen aber auch zu Hause Filme in 3D anschauen. Oder Computerspiele in 3D spielen. Deshalb setzt die Industrie derzeit darauf.

Ganz ehrlich: Ich kann diesen 3D-Hype, den es seit einer Weile gibt, wirklich nicht nachvollziehen. Sich zum Fernsehen oder am PC ständig irgendeine 3D-Brille aufsetzen zu müssen, das finde ich dann doch eher lästig.

Abgesehen davon braucht man auch 3D-taugliche Filme und Spiele, die gibt es immer öfter, keine Frage, aber auf Dauer wird einem dabei auch regelrecht schwindelig. Nein, ich glaube nicht, dass sich der 3D-Trend auf Dauer durchsetzen wird – zumindest nicht zu Hause. Ich denke, das ist ganz sicher eine Modeerscheinung.

Ob 3D oder nicht: Immer populärer wird es, sich Filme nicht mehr auf DVD oder BluRay auszuleihen und anzuschauen, sondern übers Internet zu holen. Die Filme kommen dann per Datenleitung nach Hause.

Vorreiter war hierzulande die Telekom mit seinem Entertain: Bereits 1,3 Millionen Kunden beziehen in Deutschland Fernsehen und Filme aus der Datensteckdose, und das sogar in HD-Qualität. Das klappt also.

Andere Anbieter drängen auf den Markt oder bauen ihr Angebot aus. Apple zum Beispiel bietet ebenfalls Serien und Filme zum Download an. Bei iTunes. Und immer mehr Menschen nutzen diese Dienste.

Aktuelle Kinofilme. Dokumentationen. Fernsehserien. Klassiker. Lässt sich heute alles bequem per Datenleitung nach Hause holen und anschauen. Natürlich nicht zwingend am Computer. Denn wer eine Settop-Box aufstellt und an den Fernseher anschließt, kann sich alles im Wohnzimmer anschauen. Kino aus der Datensteckdose funktioniert prima.

Die Zahl der Online-Video-Anbieter wächst rasant. In den USA ist Fernsehen und Kino aus dem Web bereits mehr oder weniger selbstverständlich – bei uns noch nicht.

Unter anderem soll auch Amazon demnächst einen eigenen Online-Videoshop starten. Vodafone macht ebenfalls mit. Und auch von Youtube ist zu hören, dass noch dieses Jahr ein kostenpflichtiger Online-Film-Dienst starten soll, mit top-aktuellen Filmen, die dann für geschätzte fünf Dollar auf PC oder Fernseher angeschaut werden können.

Die Auswahl wird also schnell größer. Gut für uns, denn das drückt die Preise.

Sich Filme per Datenleitung nach Hause zu holen, das wird sich definitiv durchsetzen, da bin ich sicher. Für alle, die gerne DVD-Boxen sammeln und sich eine Bibliothek zu Hause aufbauen sind das natürlich schlechte Nachrichten.

Aber auch für Freunde guter Musik und Radio gibt es interessante Trends und Neuheiten. Zu Hause Musik anzuhören wird immer komfortabler. In CD-Stapeln nach dem passenden Titel suchen? Doch nicht mehr im Zeitalter von iPod und iPhone. Es gibt eine ganz neuen Art von Radio für zu Hause. Eigentlich eine Art Multimediastation, die Djukebox von Tobit. Ausgedacht, ausgetüftelt im nordrhein-westfälischen Ahaus übrigens.

Das Gerät hängt normalerweise an der Wand. Ein elegantes Tippen und Wischen mit den Fingern reicht, um die Menüs zu bedienen. Ein bestimmter Musiktitel ist gewünscht, ein Genre? Einfach in der Musikdatenbank suchen – und die gewünschten Musiktitel auswählen. Am unteren Ende des Bildschirms erscheint eine Playlist, die sich komfortabel ändern lässt.

Die Djukebox kann man per Fingerzeig bedienen, per Tippen, Berühren, Wischen – und so dann Musik auswählen und abspielen oder Radio per WLAN hören.

Die Musik ist auf PC oder Mac gespeichert und kommt per WLAN in die Djukebox. Auch die Boxen werden drahtlos mit Musik versorgt, per Bluetooth. Also kein Kabelverlegen nötig. Und auch Radio kann man natürlich hören, per WLAN. Und wenn man Radiosendungen verpasst hat, dann holt man sich die passenden Podcasts und hört sich die an.

Ein interessantes Konzept- Rund 1600 Euro kostet das Gerät derzeit. Also noch nicht unbedingt massentauglich. Aber eben eine interessante Idee, mal sehen, ob sich diese Art Musik und Radio zu hören durchsetzt.