Wie hat Köln eigentlich vor 2000 Jahren ausgesehen? Das interessiert nicht nur den Rheinländer, schließlich sind «die alten Römer» im Geschichtsunterricht deutscher Schulen unverzichtbar. Zur Kultur der Römer gehörte auch die seinerzeit vergleichsweise sensationelle Architektur. Was war das Besondere daran? Wie wohnten sie damals, wie sahen ihre Verwaltungsgebäude aus, ihre Freizeitstätten und Tempel? Und vor allem: Was ist davon heute noch zu sehen?

Viele Fragen – die Antworten darauf gibt es im Römisch-Germanische Museum der Domstadt. Mit Hilfe eines interaktiven Multimediatisches können Besucher durch das Stadtmodell navigieren und Informationen abrufen, die Gebäude in ihrem jeweiligen städtebaulichen Kontext zu sehen und sogar um die einzelnen Gebäude laufen. Im Forschungsprojekt «Visualisierung des Römischen Köln» ist es erstmals gelungen, per Echtzeitanwendung die komplette Stadt zu einem bestimmten historischen Zeitpunkt in ihrer Gesamtheit sichtbar und begehbar zu machen.

Die Website «Colonia 3D» unter www.colonia3d.de bringt jede Menge Informationen zu diesem Projekt und wartet mit Bildern und Videos aus der Echtzeitanwendung auf. Leider ist sie in ihrer Gesamtheit wegen der enormen Datenmengen im Internet nicht lauffähig. Selbst virtuell durchs als Köln wandern: Das geht derzeit noch nicht im Web. Doch Bilder und Videomaterial vermitteln erste Eindrücke von der virtuell aufbereiteten Colonia Claudia Ara Agrippinensium, kurz CCAA.

Den Projektbeteiligten ist ein interdisziplinäres Glanzstück gelungen: Archäologen und Bauforscher liefern die Inhalte, Designer gestalten die Information, erstellen wissenschaftlich korrekte und anschauliche 3D-Modelle, Informatiker ermöglichten mit technischen Kunstgriffen die Echtzeitvisualisierung des Modells. Präsentiert wird das Ganze auf einer Leinwand; der Besucher navigiert per Touchscreen durch den bunten Reigen der 3D-Bilder, kann sogar zwischen einzelnen Gebäuden wechseln.

Faszinierend auch die doppelstöckigen 360-Grad Panoramen: Oben sieht man das das heutige Köln unten das historische an gleicher Stelle. 2000 Jahre auf dem Zeitstrahl zurückspringen und gleichzeitig sehen, was an den historischen Stätten heute passiert – zweifellos ein Faszinosum, das nicht nur History-Freaks in seinen Bann zieht.

http://www.colonia3d.de/