Tierschützer beschweren sich über Smartphones im Wald. Nicht, weil Klingeltöne die Stille im Wald stören könnten, sondern weil immer mehr Naturfreunde mit ihren Smartphones Vogelstimmen imitieren – und die Vogelwelt dadurch durcheinander bringen.

Es gibt mittlerweile mehrere solcher Apps, die auf Knopfdruck Vogelstimmen nachmachen. Brauchen können so etwas zum Beispiel Ornithologen, die gerne Vögel beobachten, oder auch Fotografen, die Vögel fotografieren wollen. Wenn sich die Tiere im Gebüsch verstecken, klappt das mit den guten Fotos nicht, deshalb ist jedes Mittel recht, sie aus dem Versteck zu locken.

Sie müssen irgendwie motiviert werden, sich zu zeigen. Moderne Smartphones können da helfen. Einfach die passende Vogelruf-App starten und einen Knopf drücken, schon zwitschert das Handy. Wenn alles gut geht, lockt der künstliche Vogelruf die Nesthocker aus ihrem Versteck direkt vor die Kameralinse des Fotografen. Moderne Apps beherrschen die unterschiedlichsten Vogelstimmen. Wer die passenden Vogelstimmen. Man kann in den Apps auswählen, ob man den üblichen Gesang abspielen möchte, oder gezielte Ruftöne, die die Tiere einsetzen, um sich gegenseitig anzulocken. Für die Vögel klingt das echt.

Es gibt kostenlose Apps, mit denen sich bereits Dutzende solcher Vogelstimmen nachahmen lassen, einfach den gewünschten Vogel aus der Bibliothek auswählen, und das Smartphone zwitschert. Wer mehr Vogelstimmen haben will, kann bei Bedarf auch ausgefallene Vogelstimmen nachladen und abspielen. Für knapp 10 Euro bekommt man über 1’000 Vogelstimmen von 175 Vögeln.

Allerdings sind die Vogelstimmen-Apps sind alles andere als unumstritten. Einige Experten sind der Ansicht, es sei verboten, mit einer App Vorgelstimmen nachzumachen. Öffentliche Parks melden bereits Probleme mit Leuten, die Vögel mit künstlichen Vogelgeräuschen aus dem Gebüsch locken, um sie besser sehen zu können.

Das Problem: Setzen mehrere Leute auf einmal die technischen Hilfsmittel ein, treibt das die Vögel in die Defensive und verwirrt sie sogar. Weil sie Angreifer vermuten, verteidigen sie ihr Territorium. Auf diese Weise aufgescheucht durch die künstlichen Stimmen brüten sie nicht mehr oder vernachlässigen ihre Nestpflege. Solches Köder-Gezwitscher bedeutet eindeutig Stress für die Vögel.

Deshalb raten die Experten: Finger weg von solchen Apps, denn die bringen die Vögel durcheinander und der Einsatz kann tatsächlich sogar strafbar sein, es kann also ein Bußgeld kosten.

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