Auf der Cebit in Hannover zeigt die Branche mal wieder, was sie kann und wo sie hin will. PCs, Tablets, Smartphones – alles ist mit allem vernetzt, ständig online. Ein klarer Trend dieses Jahr auf der Cebit: Hinein in die Cloud, die Datenwolke.

Es gibt praktisch keinen Hersteller oder Anbieter mehr, der die Cloud ignoriert. Benutzer speichern in der Cloud Fotos, Musik, Videos, Dokumente oder Einstellungen. Das kann schon praktisch sein, denn so kann man von überall und mit jedem Gerät auf alles zugreifen, muss nichts mehr hin und her kopieren, kann unterwegs Musik hören oder Fotos anschauen. Für Privatleute ist die Cloud in der Regel kostenlos.

Bislang konnte man sich an der Cloud vorbei mogeln, aber das wird immer schwieriger. Denn Apple hat mit der iCloud die Datenwolke in sein Betriebssystem Mac OS X eingebaut, in die mobilen Geräte sowieso, und Microsoft geht bei Windows 8 nun denselben Weg: Daten und Einstellungen werden in der Cloud gespeichert, bei Microsoft SkyDrive genannt. Nachteil der Cloud: Man weiß nicht, wo die Daten konkret gespeichert sind, wie sicher sie dort aufgehoben sind und wer alles darauf zugreifen kann. Mit der rasanten Verbreitung von Tablets und Smartphones nimmt die Akzeptanz der Cloud als Datenspeicher allerdings trotzdem zu.

Es gibt aber auch kuriose Neuigkeiten auf der Messe, die nichts mit der Datenwolke zu tun haben. Interessant zum Beispiel eine Kartoffel mit USB-Anschluss vom deutschen Hersteller Esys. Die USB-Kartoffel ist aus Plastik und mit Sensoren ausgestattet. Mit der USB-Kartoffel sollen Landwirte die Möglichkeit bekommen, festzustellen, ob und wo geerntete Kartoffeln Schaden nehmen. Deshalb legt der Landwirt die USB-Kartoffel dort hin, wo seine Kartoffeln geerntet werden und lässt sie dann den üblichen Prozess durchlaufen: Transport, Waschen, Lagern, Auslieferung…

Eingebaute Sensoren registrieren nicht nur den jeweiligen Aufenthaltsort, sondern auch, ob und wo genau die Kartoffel Druckstellen bekommt, weil sie zu harte angefasst, gequetscht oder gedrückt wird. Das können für Landwirte wichtige Informationen sein, denn so lässt sich der Verarbeitungsprozess perfektionieren.

Sensoren spielen auch bei einem Projekt des Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen aus Erlangen eine Rolle. Die Forscher bauen in einem Fußball einen Sensor ein der auf wenige Zentimeter genau die Position ermitteln kann, zu jeder Zeit. Auch alle Spieler auf dem Feld bekommen einen solchen Sensor, er sitzt in den Stutzen. Es handelt sich dabei nicht um GPS-Empfänger, die wären nicht genau genug, aber das Prinzip ist ähnlich: Auf dem Fußballfeld werden mehrere Sender und Empfänger aufgebaut, die zu jeder Zeit die Impulse der Sensoren empfangen und speichern.

Nun das Interessante: Die Daten des Balls und aller Spieler werden gesammelt und können später nach allen Regeln der Kunst analysiert werden. So erscheinen 3D-Animationen des Spielverlaufs. Ein Trainer kann seinem Team zeigen, wie sie spielen, ihre Stärken und Schwächen aufzeigen – dafür ist das System mit dem Namen RedFir gemacht. Theoretisch lassen sich damit aber auch Spielverläufe im Fernsehen besser darstellen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei ihrem Messerundgang gestern einen Tablet ins Wasser fallen lassen. Natürlich ein inszeniertes Missgeschick. Ich habe mit das Gerät auch mal angeschaut: Ein Tablet von Fujitsu, der vollständig wasserdicht ist. Man kann ihn tatsächlich ins Wasser fallen lassen, ohne dass das Gerät Schaden nimmt. Kann eigentlich nichts schaden, so ein wasserdichtes Gerät, vor allem, wenn man das Tablet in der Badewanne nutzen möchte, aber auch am Pool, am Strand oder sogar in der Küche ist ein wasserdichtes Tablet keine schlechte Idee. Das Tablet wird derzeit nur in Japan verkauft – und wenn es sich dort gut absetzen lässt, soll es auch nach Deutschland kommen.