Im Sommer soll Windows 8 auf den Markt kommen. Es soll nicht nur viele Neuigkeiten bieten, man wird auch auf manches verzichten müssen: So werden offiziell keine DVDs mehr unterstützt. Wer auf seinem PC Filme angucken will, wird eine kostenpflichtige Erweiterung (Windows Media Center) laden müssen – oder soll auf gestreamte Filme ausweichen. Für die USA mag die Entscheidung richtig sein, für den Rest der Welt kommt sie etwas früh

Noch ist die DVD nicht tot, auch wenn die Blu-ray Disc (BD) zweifellos immer populärer wird, nicht zuletzt wegen der deutlich besseren Bildqualität. Aber auch das Internet ist eine zunehmende Bedrohung für die DVD, weil man heute Filme in DVD- und HD-Qualität mühelos online anschauen, leihen und kaufen kann. Dank schneller DSL-Leitungen ist das grundsätzlich kein Problem mehr.

Deshalb ist es interessant, dass Windows 8, das im Spätsommer 2012 auf den Markt kommen soll, offiziell keine DVDs mehr unterstützen wird. Jedenfalls nicht serienmäßig. Windows 8 fehlen die passenden Codecs, um DVDs im PC abspielen zu können.

Man kann die nötigen Codecs wohl zwar in Form des „Windows Media Center“ genannten Pakets nachinstallieren, aber das nicht kostenlos, sondern man muss dafür bezahlen. Bedeutet konkret: Wer DVDs in seinem PC abspielen will und Windows 8 benutzt, muss eine Erweiterung laden – und bezahlen. Hintergrund: Auch Microsoft muss Lizenzen zahlen, um die DVD-Codecs in Windows integrieren zu dürfen. Diese Kosten will sich der Softwareriese künftig lieber sparen.

Auf den ersten Blick verständlich, denn wenn nur noch ein Bruchteil der Menschen überhaupt DVDs auf dem PC anschaut, dann sind die entsprechenden Codecs eher überflüssig. In den USA ist es laut WWW: Windows 8 Blog bereits so weit, dass am PC mehr gestreamte Filme angeschaut werden als Filme auf DVD.

Allerdings dürfte das bei uns in Deutschland und im Rest der Welt derzeit noch anders aussehen. Hier entwickeln sich die Onlineangebote für Filme gerade erst. Die Auswahl ist noch eher bescheiden, erst ganz allmählich werden Filme bei iTunes, Maxdome und Co. online „ausgeliehen“. Außerhalb der USA ist die DVD also noch recht populär. Aber so etwas interessiert die Manager im fernen Redmond in der Regel nicht. Sie haben entschieden: Das Media Center samt DVD-Unterstützung ist eine (kostenpflichtige) Option in Windows 8.

Vielleicht hängt die Entscheidung aber auch damit zusammen, dass Microsoft mehr ins Wohnzimmer drängt – und seinen Blog: Onlinedienst Xbox Live pushen möchte. Dort kann man sich auch Filme online anschauen. Da hilft es natürlich, wenn man im PC keine DVDs mehr anschauen kann…

1 Antwort
  1. heinzrudolv
    heinzrudolv sagte:

    Betrifft das Windows 8 insgesamt oder nur den Windows Media Player? Denn andere Player gib’s ja genug.

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