Das ungenierte Ausspähen der Menschen durch britische und amerikanische Geheimdienste hat nun erste Folgen. Die Telekom hat eine Art nationales Internet vorgeschlagen. Alle Daten, die Deutschland nicht zwingend verlassen müssen, etwa weil Deutsche deutschsprachige Webseiten aufrufen oder E-Mails an Deutsche schicken, sollen auch tatsächlich in Deutschland bleiben. Bundesinnenminister Friedrich gefällt die Idee. Die Initiative soll die Abhörsicherheit erhöhen und den IT-Standort Deutschland attraktiver machen.

Offensichtlich laufen bereits Gespräche mit diversen Netzbetreibern, um sie für eine einheitliche nationale Lösung zu gewinnen. In der Praxis dürfte es schwierig werden, das Ziel tatsächlich zu erreichen, denn wie will man wissen, ob eine E-Mail-Adresse in Deutschland beheimatet ist oder nicht? Allein anhand der Endung, also .de, .com oder .net, lässt sich das nicht bestimmen. Abgesehen davon wäre es auch formal nicht korrekt, den Daten ihre Route vorzugeben. Im Internet müssen Daten grundsätzlich frei fließen. Es gibt daher enorme Widerstände gegen diese Pläne, auch wenn das Ziel, das Abhören der Daten zu erschweren, von den meisten unterstützt wird.

Die Deutsche Telekom möchte Produkte verkaufen. Es geht um abhörsichere Datenleitungen sowie um in Deutschland stationierte Cloud-Lösungen. Ein nationales Internet könnte es einfacher machen, solche Produkte zu vermarkten. Sinnvoller wäre es aber wohl, den Geheimdiensten das Abhören technisch und rechtlich unmöglich zu machen oder zumindest zu erschweren.

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