Die Fachzeitschrift c’t berichtet in ihrer jüngsten Ausgabe (4/14) darüber, welche Daten die immer populärer werdenden Smart-TV an Sender, Hersteller und Onlinedienste übermitteln. Dazu hat die Redaktion Geräte verschiedener Hersteller im Labor untersucht und festgestellt: Die meisten Modelle übertragen selbst dann Daten ins Internet, wenn der Benutzer gar keinen konkreten Onlinedienst nutzt. Selbst beim ganz normalen Fernsehen fallen Daten an, die übertragen werden. Über den konkreten Inhalt lässt sich wenig sagen, da nähere Angaben der Hersteller dazu fehlen.

Beim Wechsel der Sender werden häufig Daten an die Sender übertragen. Dafür ist HbbTV verantwortlich. Ein Standard fürs Digitalfernsehen, der es erlaubt, beim Fernsehen Informationen aus dem Netz abzurufen. HbbTV-Fernseher rufen bei jedem Senderwechsel dazu eine bestimmte Webseite auf, die von den Sendern vorgegeben ist. Auf diese Weise können die Sender ermitteln, wann und wer den Sender sieht.

Einige private Fernsehsender verwenden außerdem den Analysedient Google Analytics, um die Daten auszuwerten, auf diese Weise wird nicht nur der Sender, sondern auch noch Google über das Sehverhalten informiert. Datenschützer halten diese Praxis für außerordentlich bedenklich, weil die Fernsehnutzer davon nichts mitbekommen. Die c’t empfiehlt, die normale HbbTV-Funktion abzuschalten und eine spezielle Portalseite des Magazins im Fernseher aufzurufen, die die Datenübermittlung unterbindet.

Grundsätzlich werden ähnliche Daten übertragen wie beim Surfen im Web. Der Unterschied ist allerdings, dass ein Fernsehzuschauer kaum davon ausgehen, dass bei jedem Senderwechsel Daten übertragen werden, wenn nicht mal eine Onlinefunktion genutzt wird. Die Hersteller von TV-Geräten werden sich nun Fragen gefallen lassen müssen, aber auch die Sender.

Bildschirmfoto 2014-01-31 um 11.30.42