Das Internet vergisst nichts. Das sagt man gewöhnlich. Denn was man im Internet irgendwann, irgendwo veröffentlicht, das lässt sich in der Regel nur noch schwer, mitunter gar nicht wieder wegbekommen. Denn allzu schnell ist eine Kopie hergestellt – und dann hat man die Kontrolle darüber verloren. Viele fordern deshalb eine Vergessen-Funktion fürs Netz. Erste Ansätze dafür gibt es bereits, etwa Snapchat. Eine App, mit der man Fotos verschickt – und die ganz schnell wieder verschwinden.
In praktisch jedem modernen Smartphone steckt auch eine Kamera – und damit lassen sich bequem Fotoaufnahmen machen. Motiv auswählen. Auslöser drücken. Fertig. Schon ist ein neues Foto im Gerät, das sich blitzschnell online stellen lässt: Per Twitter, Facebook, flickr – wird alles unterstützt.

Das Problem: Einmal online verteilte Fotos lassen sich nur schwer, manchmal gar nicht zurückholen. Etwa weil Freunde das Foto bereits kopiert und weitergegeben haben.

Das will die neue App Snapchat ändern. Bei Snapchat haben Fotos grundsätzlich ein Verfallsdatum. Auch hier wählt man ein Foto aus und bestimmt den oder die Empfänger. Mit einem entscheidenden Unterschied: Empfänger können das Foto nicht speichern, sondern es nur ein paar Sekunden lang betrachten. Nach spätestens zehn Sekunden Anschauen ist das Foto wieder verschwunden. Die Fotoaufnahme zerstört sich von selbst.

Es gibt keine Kopien der verschickten Fotos: Auf dem Server von Snapchat werden die Fotos nach der Zustellung gelöscht, auf dem Gerät des Empfängers ebenfalls. Der Absender kann sogar festlegen, wie viele Sekunden der Empfänger das Foto sehen darf.

Per Snapchat Fotos zu verschicken bedeutet, dem Empfänger lediglich einen kurzen Blick darauf zu gewähren – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Eine praktische Methode, um Fotoaufnahmen herzuzeigen, ohne sie konkret aus der Hand zu geben.

Mittlerweile hat Snapchat noch eine weitere Möglichkeit eingeführt, Fotos herzuzeigen: Mit „Snapchat Stories“. Eine Art Fotoalbum für ausgewählte Feunde. Hier bleiben die Fotos genau 24 Stunden lang sichtbar. So lange können eingeladene Benutzer sich die Bilder anschauen. Danach werden die Aufnahmen automatisch wieder gelöscht.