Apple Music ist gestartet – und macht damit etablierten Streamingdiensten wie Spotify oder Deezer mächtig Konkurrenz. Auch Apple weiß, dass es nicht leicht ist, sich gegen Marktführer Spotify zu behaupten. Deshalb kann jeder drei Monate kostenlos Apple Music ausprobieren. Apple setzt voraus, dass man sich in einer so langen Zeit einfach daran gewöhnt – und nicht mehr ohne kann oder will.

Wer das neu gestartete Apple Music nutzen will, muss sein iPhone oder iPad auf das neue iOS 8.4 aktualisieren. Die Musik ist fest ins Betriebssystem integriert, es gibt keine eigene App für Apple Music. Eine App-Version für Android soll folgen, für Windows Phone allerdings nicht. Wer Apple Music auf dem Desktop hören woll, muss iTunes aktualisieren.

Drei Monate gratis testen

Ob Apple Music was taugt oder nicht, kann jeder selbst rausfinden. Denn Apple bietet die ersten drei Monate völlig kostenlos an – und ohne Einschränkungen. Anders als ursprünglich geplant, werden die Künstler auch in der Probezeit honoriert.

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Wer Apple Music nutzen will, muss sich allerdings schon von Anfang an festlegen, wie es nach den drei Monaten weitergehen soll: Einzel-Abo für eine Person (9,99 EUR im Monat) oder Familien-Lizenz für bis zu sechs Personen (14,99 EUR im Monat).

Dickes Lob für die Familien-Lizenz: Bis zu sechs Leute können gleichzeitig Musik streamen – und das zu überschaubaren Kosten. Das kostet bei Spotify 5 EUR im Monat pro Person zusätzlich. Schon ab drei Personen spart man. Erledigt wird das über die Familien-Freigabe.

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Unterschiede zu Spotify und Co.

Auf den ersten Blick sind keine großen Unterschiede zu etablierten Anbietern wie Spotify, Deezer, Google Play Music oder Xbox Music zu erkennen. Alle bieten rund 30 Millionen Songs (ich habe nicht nachgezählt) zur Auswahl und einen Offline-Modus.

Allerdings ist die Musikqualität bei Spotify besser: Marktführer Spotify streamt mit bis zu 320 kbps, während sich Apple auf 256 kbps beschränkt. Auf einem Smartphone hört man den Unterschied sicher nicht, auf einer Musikanlage allerdings sehr wohl.

Eigener Radiosender

Der Radiosender „beats 1“ sendet 24 Stunden am Tag. Ich habe schon reingehört: Sehr modern, coole Moderationen, hohes Tempo, schöne Track-Auswahl. Aber ganz sicher nicht für jeden Geschmack etwas. Das spricht eindeutig vor allem das jüngere Publikum an. Immerhin kann man b1 auch ohne Abo hören. Praktisch: Die Cover gespielter Titel werden gezeigt und können natürlich auch geliked werden.

Die Auswahl an Musiktiteln ist bei Apple Music und Spotify nahezu identisch. Andere Anbieter wie Deezer, Google Play Music oder Xbox Music lassen schon mal den einen oder anderen Titel vermissen. Doch die Unterschiede liegen im Detail.

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Nur wenige Alben fehlen

Es gibt bei keinem Musikdienst große blinde Flecken – auch bei Apple Music nicht. Ausnahme ist die Musik von Bands wie Die Toten Hosen oder Die Ärzte: Ihre Musik fehlt in allen Streamingdiensten. Da die Handhabung von Apple Music wirklich bequem und kinderleicht ist, dürfte Marktführer Spotify die neue Konkurrenz zu spüren bekommen, vor allem bei Apple-Usern.

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Einen Vorteil haben Spotify und Deezer allerdings noch: Es gibt sie auf Wunsch auch dauerhaft kostenlos. Die Musik ist dann zwar werbefinanziert und auch der Funktionsumfang eingeschränkt, aber dafür ist alles umsonst. Für viele ein gutes Argument. Apple Music bietet lediglich die ersten drei Monate kostenlos zum Ausprobieren an. Danach muss man zahlen. Alles andere hätte auch nicht zu Apple gepasst.