Wer sich ins Internet stürzt, der kann nicht nur eine Menge über die Welt erfahren – die Welt erfährt auch eine Menge über ihn. Und damit sind nicht nur die vielen Dinge gemeint, die wir freiwillig in Blogs, auf Facebook, Twitter, Instagram und Co. posten, sondern auch die vielen Erkenntnisse, die Onlinedienste und Werbenetzwerke über uns gewinnen. Mit jedem Klick, den wir machen, verraten wir ein bisschen was übrer uns. Doch wir können uns durchaus schützen – zumindest ein bisschen.

Wenn wir im Netz unterwegs sind, hinterlassen wir unbemerkt jede Menge Datenspuren – und die können Onlinedienste und Werbeindustrie lesen. So lernen sie uns mit der Zeit immer besser kennen – und präsentieren zum Beispiel perfekt passende Werbung. In den digitalen Akten von Google, Facebook und Co. stehen jede Menge Infos über uns, vor allem über unsere Vorlieben.

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Klar: Optimal auf meine Bedürfnisse zugeschnittene Werbung kann durchaus praktisch sein. Aber es geht ja auch ums Prinzip: Wollen wir, dass Onlinedienste und Netzwerke so viel über uns wissen?

Was können Werbedienste eigentlich buchen?

Wie gut die Betreiber von Online-Portalen und sozialen Netzwerken uns kennen, das zeigt sich, wenn wir mal schauen, was die Werbekunden so alles buchen können: Sie können Zielgruppen nach Alter, Geschlecht, Wohnort und Interessen auswählen. Und man erfährt als Werbekunde auch immer gleich, wie viele Menschen man mit seinen Anzeigen erreichen würde.

Das geht nur, weil uns Google, Facebook, Twitter und Co. so gut kennen. Wer sich mal einen Eindruck davon machen will, was zum Beispiel Google alles weiß, dem empfehle ich einen Blick in das Google Dashboard.

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Das Google Dashboard ist eine Übersicht über alle Google-Dienste – und einen Teil der Daten, die Google gesammelt hat. Beispiel: Suchanfragen. Im Google Dashboard kann man genau sehen, wann man wonach gesucht hat – und sogar, ob man einen Treffer angeklickt hat. Und welchen.

Anderes Beispiel: YouTube. Google weiß genau, welche YouTube Videos ich mir angeschaut habe – und wann. Und wie oft. Und welche ich geliked habe. Jede Menge Daten – und das ist nur die Spitze des Eisbergs.

Google Dashboard als Regiezentrale

Unter google.com/dashboard kann sich jeder sein individuelles Dashboard anschauen. Mein Tipp: Alle Daten, die einen stören, kann man hier entfernen. Außerdem kann man festlegen, welche Daten Google sammeln darf – etwa, weil es komfortabel ist –, und welche nicht. Hier sollte jeder mal reinschauen und alles nach seinen Vorstellungen anpassen.

Besonders beeindruckend ist die Such-Historie: Da kann man sehen, welche Suchbegriffe man in der Vergangenheit eingegeben hat – und welche Links angeklickt.

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Ähnliche Übersichten – wenn auch nicht ganz so ausführlich – gibt es auch bei Facebook, Twitter und Co. Bei Facebook zum Beispiel unter den Privatsphäreeinstellungen. Hier kann man zum Beispiel festlegen, ob man möchte, dass Facebook die Daten und Erkenntnisse für persönliche Anzeigen verwendet oder nicht. Manchen macht das nichts – wen es stört: Abschalten.

Google muss man immerhin zugute halten, mit dem Dashboard ein leistungsfähiges Werkzeug bereitzustellen, das eine Menge kann und einfach zu bedienen ist. Da haben Facebook und Twitter noch aufzuholen. Trotzdem verrät kein Onlinedienst bis ins Detail, was er über einen weiß. Deshalb hilft nur eins: So wenig über sich verraten wie es geht.

Anonym im Netz

Wer anonym im Netz unterwegs sein möchte, der kann sich zum Beispiel eine Art Tarnkappe aufsetzen. Das geht zum Beispiel, indem man den kostenlosen Tor-Browser verwendet. Der verschleiert zumindest die eigene IP-Adresse, das hilft schon eine ganze Menge.

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Allerdings wird das Surfen dadurch langsamer. Schneller und noch vielseitiger ist ein so genanntes Virtual Private Network – kurz VPN. Hier werden alle Daten verschlüsselt – und man kann so tun, als ob man gerade woanders ist – zum Beispiel in Los Angeles. Onlinedienste und Werbenetzwerke können einen dann nicht mehr so gut tracken und überwachen.

VPN Anbieter

Eine gute Übersicht über die verschiedenen Anbieter am Markt gibt es unter www.vpnanbieter.net. Hier erfährt man genau, wie viele Server-Standorte die Dienste haben, welche Protokolle, also Methoden unterstützt werden, auf welchen Geräten die Software läuft – und was die Sache kostet. VPN funktioniert auf PCs, Tablets und Smartphones.

Tipp: HideMyAdd (30 Tage Geld zurück Garantie)

Tipp: SpyOff (15 Tage kostenlos)

Tipp: VyprVPN (3 Tage kostenlos)

 

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Mein Tipp: Einige Anbieter kann man problemlos ein paar Tage lang kostenlos und unverbindlich ausprobieren. Manche drei Tage, andere 14 Tage. Davon sollte man Gebrauch machen. Denn das ist eine gute Möglichkeit, herauszufinden, ob man mit so einem Virtual Private Network klarkommt – und ob es einem etwas bringt