Haben wir es doch gewusst: Internet- und Mobilfunk-Provider versprechen immer gerne Turbotempo – und liefern dann oft nur einen Bruchteil des versprochenen Tempos. Das ist zumindest das Ergebnis einer aktuellen Studie der EU. Was aber kann man heute erwarten – und was bekommt man tatsächlich geboten? Und wie findet man eigentlich heraus, wie schnell man im Netz unterwegs ist?

Videos in HD oder 4k-Qualität. Serien aus dem Netz. Mediatheken der Sender. Musik-Streams. Unmengen Fotos. Immer vollere Webseiten. Es gibt viele gute Gründe, eine schnelle Datenleitung zu haben. Doch nur die wenigsten schaffen es auf solche Werte: 200 MBit pro Sekunde im Downstream. 20 MBit Upstream. Das sind Traumwerte eines Kabelanschlusses.

Nur 75% des Datentempos kommt an – im Schnitt

Eine schnelle Datenleitung ist eine tolle Sache – und wird uns von den Providern auch immer versprochen. Doch zwischen Werbung und Realität klafft leider eine riesige Lücke.

Laut EU-Breitbandstudie erhalten Breitband-Kunden in Europa im Durchschnitt gerade mal 75% der versprochenen Leistung. Kabelkunden erreichen im Schnitt 90% der versprochenen Leistung, Kunden mit Glasfaser-Anschluss 85% und normale DSL-Kunden lediglich 65% der eingekauften Bandbreite.

Broadbandspeed; Rechte: European Commission

Das sind natürlich keine guten Nachrichten. Auf dem Land sieht es besonders schlimm aus, das kann man auch in der Europakarte der Studie erkennen.

Wie schnell ist meine DSL-Leitung?

Aber wie gut ist die eigene Datenleitung wirklich? Das lässt sich herausfinden – auch ohne Informatikdiplom oder teure Messgeräte. Denn es gibt spezielle Speed-Tests im Netz, damit kann man das Tempo messen.

Drei Werte spielen da eine Rolle. Download bedeutet, wie schnell die Daten aus dem Netz auf das eigene Gerät geladen werden. Upload bedeutet, wie schnell das eigene Gerät Daten ins Netz schicken kann – das ist nahezu immer deutlich langsamer. Und Ping bedeutet, wie schnell der Provider auf Anfragen reagiert. Der Ping sollte unter 20 Millisekunden liegen.

SpeedTest

Die besten Speed-Tests

Derzeit eins der besten Angebote zum Austesten des Tempos ist der Speedtest bei T-Online. Die Handhabung ist kinderleicht: Einfach Knopf drücken – und das Ergebnis abwarten. Der Speed-Test kommt ohne lästige Werbung aus. Es gibt auch kKine Netzprobleme. Dieser Speed-Check funktioniert tadellos und kommt auch mit schnellen Datenleitungen mühelos klar.

Es gibt noch andere Speed-Tests, etwa hier, hier und hier. Für normale DSL-Anschlüsse reichen die oft aus – man sollte sie auf jeden Fall ebenfalls nutzen. Doch bei superschnellen Datenleitungen von 100 MBit pro Sekunde und mehr kommen manche Speedtest-Angebote nicht mit und liefern falsche Ergebnisse. Außerdem sind manche Speed-Tester mit Werbung überfrachtet.

Achtung: Manche Tester schwach auf der Brust

Mein Tipp: Im Zweifelsfall mehrere Speed-Tests durchführen und vergleichen. Man sollte sich auch nicht gleich von einem schlechten Ergebnis schockieren lassen: Es gibt durchaus schon mal Schwankungen in den Netzwerken. Abends, wenn alle zu Hause sind und online gehen, sind die Ergebnisse erfahrungsgemäß etwas schlechter als tagsüber.

Ist das Datentempo aber dauerhaft deutlich schlechter als versprochen, kann es sich lohnen, den Provider mal zu kontaktieren. Es könnte ja auch technische Gründe eine Rolle spielen. Der Provider kann einem sagen, ob man eigentlich mehr Tempo bekommen müsste oder nicht.

SpeedTest Download

Eigenes WLAN checken

Natürlich muss man auch darauf achten, dass das eigene WLAN nicht schon bummelt. Mit kostenloser Software wie Netstress kann man herausfinden, wie schnell das eigene Netzwerk zu Hause ist. Nur wenn da alles stimmt, kann auch das maximale Tempo beim Provider rausgeholt werden.

wlanaccess

Zauberwort „Bis zu“

Die Provider versprechen einem generell kein Datentempo. Sie verwenden immer die Bezeichnung „bis zu“. Damit sind sie fein raus: Sie werden so nicht gezwungen, das maximal mögliche Datentempo auch wirklich zu liefern. Das machen die Mobilfunkprovider leider genauso. Auch hier kann man mal testen: Wie schnell ist mein UMTS oder LTE Anschluss eigentlich.

Das Tempo auf Smartphone oder Tablet ist oft besonders enttäuschend. Auch wenn man die Provider nicht so ohne weiteres belangen kann: Ein Provider, der dauerhaft eine unbefriedigende Bandbreite bereitstellt, dem kann man ja kündigen. Deshalb ist es wichtig, die zur Verfügung gestellte Bandbreite regelmäßig zu untersuchen – und zu handeln, wenn man unzufrieden ist.