Live-Videos sind derzeit das große Thema im Netz: Während Insider schon eine Weile Periscope und Meerkat benutzen, um Liveberichte ins Netz zu stellen, können mit der nun in 60 Ländern freigeschalteten Live-Funktion in Facebook deutlich mehr Menschen als jemals zuvor ihre eigene Live-Sendung produzieren. Die Handhabung ist einfach – die Möglichkeiten sind vielfältig.

Live hat seinen ganz besonderen Reiz: Nichts lässt sich wiederholen, die Zuschauer sind in dem Moment dabei, in dem es passiert. Was früher nur dem Fernsehen vorbehalten war, ist mittlerweile mit jedem Smartphone möglich. Apps wie Periscope (von Twitter) oder Meerkat erlauben, jederzeit einen Live-Bericht abzusetzen.

Facebook Live

Mit Facebook sind Live-Videos besonders einfach

Doch jetzt können auch alle Facebook-Nutzer Live-Videos produzieren. In der iOS-Version ist das schon etwas länger möglich, jetzt auch unter Android – und das in 60 Ländern weltweit.

Man braucht keine spezielle App, die Facebook-App reicht aus. Damit lassen sich kinderleicht Live-Videos einrichten: Dazu im Nachrichten-Bereich auf den passenden Button tippen, dem Live-Stream einen Namen geben – fertig. Schon geht’s los. Und alle Fans, Abonnenten und Freunde, die gerade online sind, werden sofort informiert. Das verschafft einem eine durchaus respektable Zuschauerschar, wenn man gut vernetzt ist.

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Weil Facebook die Liveberichterstattung auf Wunsch auch als Video offline zur Verfügung stellt, kann man sich so einen Live-Event auch später noch anschauen. Alle, die live mitmachen, können live kommentieren, Fragen stellen, mit dem Live-Video-Macher interagieren.

Bald soll auch eine Live-Map an den Start gehen, eine Karte, auf der man sehen kann, wo gerade Live-Ereignisse stattfinden und über Facebook Live gestreamt werden. Außerdem hat Facebook einen eigenen Video-Bereich versprochen.

Wer bekommt mehr Aufmerksamkeit?

Das Ziel ist klar: Facebook und Co. wollen möglichst viel unserer Online-Aufmerksamkeit. Live-Videos produziert und wer sich Live-Videos anschaut, der verbringt viel Zeit im Onlinedienst. Das stärkt die Bindung, lässt die Datenberge anwachsen und sorgt direkt wie indirekt für mehr Umsatz. Es ist also kein Wunder, dass sich Facebook gerade so intensiv um das Live-Video-Thema kümmert. Es scheint eins der großen Themen der nächsten Monate zu sein. Mit Periscope und Meerkat haben eher Early Adopters rumgespielt. Facebook Live ist für die Massen.

Auch Google hat das erkannt: Der Konzern plant sogar eine eigene App für Live-Videos. Mit YouTube Connect soll es ähnlich einfach sein, live Videos zu erstellen wie mit der Facebook-App. Mit denselben Benefits: Die Videos werden nicht nur live gestreamt, sondern auch aufgezeichnet und am Ende offline gestellt, zur dauerhaften Nutzung. Facebook ist die Sache ernst: Mark Zuckerbergs Unternehmen bezahlt einige Anbieter sogar dafür, Live-Videos zu erstellen.