WLANs kennen wir. Haben wir zu Hause. Nutzen wir unterwegs. Doch offene WLANs haben oft eine Einstiegshürde: Man muss sich am Schalter oder an der Kasse einen Code abholen, um das WLAN benutzen zu können. Eine Vorsichtsmaßnahme, damit keine unberechtigten Personen das WLAN nutzen. Doch das könnte in Zukunft überflüssig werden, denn Forscher aus den USA haben eine interessante Methode entwickelt. um zu erkennen, wer rein darf und wer nicht.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Zugang zu einem WLAN zu reglementieren: Der übliche Zugangscode, den man sich bei einem Mitarbeiter abholt. ist eine Möglichkeit, eine andere, viel einfachere wäre ja, nur Geräten, die sich in meiner Wohnung oder in den vier Wänden eines Cafés oder Hotels aufhalten, den Zugang zu gewähren. Also nicht denen, die draußen auf der Straße oder in der Einkaufspassage herum laufen.

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Chronos ermittelt aktuelle Position

Dazu müsste man die Geräte aber ganz exakt lokalisieren. Genau das haben einige Forscher am ehrwürdigen MIT hinbekommen: Sie haben eine Methode entwickelt, um Geräte exakt zu lokalisieren. Mit der Technik weiß man: Steht jemand im Treppenhaus – oder sitzt er bei mir im Wohnzimmer. Entsprechend kann man dem einen Zugang gewährten, während man dem anderen – im Treppenhaus – den Zugang verweigert. “Chronos” haben die Forscher dieses System genannt.

Dazu werden nicht etwa die GPS-Daten der Geräte ausgewertet, dazu müssten die Betreffenden ja eine App im Einsatz haben oder wenigstens mit dem WLAN schon in Kontakt stehen. Chronos wendet einen Trick an: Das System ermittelt, wie lange die Funksignale vom Gerät zum WLAN-Router brauchen. Durch die Laufzeitunterschiede kann man schon mal errechnen, wie weit entfernt das Gerät vom Router ist.

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Verschiedene Frequenzen

Weil diese Methode auf verschiedenen Frequenzen angewendet wird, lässt sich nicht nur der Radius, sondern der genaue Aufenthaltsort bestimmen. Vor allem, weil Chronos die Tatsache ausnutzt, dass die meisten Geräte mehrere WLAN-Antennen haben, die in einem bestimmten Winkel zueinander stehen.

Dadurch lässt sich die Bestimmung des Aufenthaltsorts noch weiter verfeinern. In einem ersten Test ließ sich in 97% der Fälle exakt bestimmen, ob jemand sich vor der Tür befindet – oder bereits durchgegangen ist. Die Geräte lassen sich schon in der ersten Generation der Technologie erstaunlich präzise lokalisieren.

Komfortabel in offenen WLANs

Es wäre denkbar, dass man in künftigen Routern ein Menü einbaut. Ein Menü mit einer Karte, die die aktuelle Umgebung zeigt. Und in dieser Karte kann man dann genau eintragen, in welchem Bereich sich Geräte einloggen dürfen – und in welchen nicht. So könnte man nicht nur dafür sorgen, dass das eigene WLAN zu Hause nicht mehr vom Nachbarn genutzt wird oder auch Hacker auf der Straße keine Chance haben, sich ins System zu hacken.

Vor allem offene WLANs würden davon profitieren, denn sie müssten kein Passwort mehr eingeben, das sie vorher erfragen müssen. Weil man eben sicher sein kann, dass nur Personen das WLAN nutzen, die sich im Raum aufhalten. Ein großer Fortschritt. Eine gute Methode, um die in Deutschland geltende Störerhaltung zu entspannen.

Drohnen und Smarthome

Man kann die Lokalisierung durch Chronos auch für viele andere Zwecke einsetzen. GPS hat ja auch jede Menge interessanter Einsatzmöglichkeiten. Eine ist zum Beispiel die Navigation für Drohnen oder Roboter: Chronos kann verhindern, dass sie einem Menschen oder einem Objekt im Raum zu nahe kommen. Auch das haben die Wissenschaftler getestet: Sie haben es geschafft, dass Drohnen mit einer Genauigkeit von vier Zentimetern Abstand zu Objekten halten können.

Drohne

Anderes Stichwort: Smarthome. Das WLAN könnte genau erkennen, ob ich im Wohnzimmer, in der Küche oder im Treppenhaus bin – und entsprechend Licht ein- oder ausschalten, die Klimaanlage steuern und vieles andere mehr. Ideen für einen sinnvollen und nützlichen Einsatz gibt es sicher viele.