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Google hat mit Allo einen weiteren Messenger vorgestellt, der ab sofort für iOS und Android zu haben ist. Allo bietet dieselben Chat-Funktionen wie alle anderen Messenger, Emojis und Gruppen-Chats inklusive. Darüber hinaus kann man als User aber auch mit Bots kommunizieren – und das ist für Google besonders wichtig.

Wer  braucht eigentlich noch einen weiteren Messenger? Wir haben schließlich schon WhatsApp, Facebook Messenger, Threema, Signal, Wired, Skype und Co.

Doch jetzt hat Google Allo vorgestellt. Schwerpunkt bei Google Allo ist nicht etwa die Kommunikation mit anderen Menschen – die geht auch -, sondern die Kommunikation mit Maschinen. Künstliche Intelligenz (KI) ist deshalb auch die Kernfunktion von Google Allo. Die User können und sollen sich mit digitalen Assistenten unterhalten.

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Künstliche Intelligenz (KI) ist das neue Hype-Thema

So etwas hat Facebook bei seinem Messenger auch bereits eingeführt. Künstliche Intelligenz ist gerade das große Ding im Silicon Valley. In Google Now sind solche Assistenten schon länger am Start – aber werden nicht sonderlich intensiv genutzt. Außerdem ist Google Now ein geschlossenes System: Hier stehen nur Google-Funktionen zur Verfügung, keine Funktionen oder Dienste von Dritten, es sei denn, Google will es so. Mit Google Allo sollen die User auch Asssistenten von Dritteranbietern nutzen können: Die Roboter beantworten Fragen, stellen individuell Nachrichten zusammen, buchen Tische in Restaurants und vieles andere mehr.

Google Allo ist damit in erster Linie eine Antwort auf die neuen Funktionen im Facebook Messenger und eine klare Kampfansage an Facebook und WhatsApp. Klar, dass ein Megakonzern wie Google nicht tatenlos zusehen kann, wie ein Wettbewerber nahezu den kompletten Markt aufrollt.

Jetzt muss Google Allo aber auch deutlich besser sein als die Konkurrenz, um den Usern einen guten Grund zu geben, umzusteigen oder „den Neuen“ wenigstens mal zu probieren. Das dürfte einen interessanten Feature-Wettstreit zwischen Google und Facebook bedeuten – auch im Wettstreit um Entwickler bei Drittanbietern, die Apps und Lösungen für den einen oder den anderen Messenger entwickeln. Für beide gleichzeitig, das können sich nur wenige leisten.

Bot Bots

Es geht einzig und allein ums Geldverdienen

Die Idee ist: Wer mit anderen chattet, möchte zwischendurch möglicherweise auch mal eine Frage beantwortet bekommen. Der Freund schreibt: Lust auf Dinner? Ich sage: Ja klar – und der Assistent im Messenger checkt gleich, ob es im Lieblingsrestaurant am Abend noch einen freien Tisch gibt. Ohne zum Hörer greifen zu müssen, ohne ins Web gehen zu müssen – direkt aus der App heraus. Die macht das sogar automatisch, weil sie die Konversation mitbekommt und so gewisse Rückschlüsse ziehen kann. Allo soll nicht nur die geschriebenen Texte, sondern auch die im Messenger ausgetauschten Bilder analysieren. Spooky.

Genauso einfach lassen sich Sachen bestellen, Flüge buchen, Abos abschließen und vieles andere mehr. Eine typische Idee aus Amerika – dem Land des Geldverdienens. Allerdings: Was uns da als Service verkauft wird, ist bei genauer Betrachtung auch nur versteckte Werbung. Wir werden ermuntert, unser Geld auszugeben. Mehr Umsatz. Mehr Kohle. Und Google kann sich freuen (Facebook ebenso), weil natürlich auf die eine oder andere Weise Provisionen fließen. Vielleicht nicht für jede Vermittlung, aber doch für einige. Es wird sich garantiert rechnen. Und wieder ein bisschen mehr Kommerz im Smartphone.