Facebook baut seine Videos nicht nur im eigenen Portal und in der Facebook-Apps aus, sondern will Facebook-Videos auch auf Smart-TVs von Samsung, aufs Apple TV und Fire TV bringen. Man darf gespannt sein, wie die Konkurrenz das findet. Eins ist aber klar: Es dürfte bald Werbeclips geben,

Video ist King bei Facebook. Postings mit Videos sind besser sichtbar, tauchen in mehr Timelines von Freunden auf und bekommen so deutlich mehr Aufmerksamkeit. Bislang hat Facebook aber noch keine allzu großen Anstrengungen unternommen, aus den Videos Kapital zu schlagen. Aber das wird noch kommen, keine Sorge. Erst vor Kurzem habe ich darüber berichtet, dass Facebook plumpe Werbung in den Videos plant. Künftig soll man Facebook-Videos aber nicht  nur bei Facebook sehen können.

Facebook-Videos auch auf dem Fernseher

Nun plant Facebook spezielle Apps für andere Plattformen wie Apple TV, Fire TV und auch Samsung-Fernseher. Es wird dadurch möglich sein, auf Facebook eingestellte Videos auch auf Fernsehgeräten zu sehen – sozusagen ganz ohne Facebook. Eine Samsung-App zu entwickeln, dürfte noch leicht sein. Samsung hat ein vitales Interesse daran, seine Smart-TVs möglichst engmaschig mit dem Netz zu verbinden.

Eine deutlich größere Herausforderung ist der Plan, auch auf Apple TV und Amazons Fire TV vertreten zu sein. Denn wenn Facebook hier seine Videos zeigt, ist das eine klare Konkurrenz zu den Bezahlinhalten, die Apple TV und Fire TV so feilbieten.

Zunächst einmal sollen darüber die Top-Videos, die Videos von Freunden und von abonnierten Facebook-Seiten abrufbar sein. Aber das dürfte nur ein Anfang sein. Wenn das erst mal funktioniert, ist es selbstverständlich denkbar, dass sich auch Facebook mit dem Gedanken anfreundet, bezahlte Videoinhalte anzubieten. Was YouTube kann, das kann Facebook schon lange – eine ausreichend große Nutzerbasis zum Experimentieren ist auf jeden Fall vorhanden. Die Ankündigung aus der Facebook-Zentrale dürfte daher die „Major Player“ durchaus aufgerüttelt haben.

Neue Videofunktionen bei Facebook

Aber auch in der Facebook-App und auf der Facebook-Seite tut sich einiges bei den Videos. Wer mag, kann sein Facebook-Konto künftig so einstellen, dass die schon lange existierende Autostart-Funktion für Videos in der Timeline auch mit Ton genutzt werden kann. Das bedeutet: Man sieht nicht nur ein stummes Preroll (Anrollen und Abspielen) des Videos in der Timeline, wenn man mit der Maus darüber fährt, sondern man hört künftig auch den Ton. Der Ton soll allmählich lauter werden und nicht gleich mit voller Wucht über den User einbrechen. Damit habe man gute Erfahrungen im Test gemacht, behauptet Facebook.

Immerhin: Die „laute“ Preview-Funktion ist optional, man kann sie also ab- und anschalten. Sicher ist: Das könnte extrem nervenaufreibend sein – vor allem im Großraumbüro und in der Straßenbahn. Aber für den Plan, mit Werbeclips Geld zu verdienen, ist das natürlich unverzichtbar, denn welcher Werbetreibende würde schon für stumme Clips viel Geld bezahlen wollen?

Auch dem Thema Hochkantvideos hat Facebook Aufmerksamkeit geschenkt: Die Darstellung von Hochkantvideos wird optimiert, außerdem präsentiert der Dienst künftig beim Spulen in Videos kleine Vorschaubilder. Das soll helfen, schneller die passende Stelle zu finden. Bei YouTube abgeguckt hat sich Facebook eine andere Funktion: Auf Wunsch lassen sich gerade abgespielte Videos in eine Miniversion verwandeln, die beim Scrollen in der Timeline weiterhin zu sehen bleibt.

Alles in allem also einige Features, die Videos attraktiver machen. Es dürfte nun wirklich nur noch eine Frage der Zeit sein, bis Facebook mit der Monetarisierung der Videos startet – uns also mit Werbung in den Clips traktiert. Technisch hat sich der Dienst nun optimal in Stellung gebracht.