Viren, Würmer, Trojaner, Phishing-Attacken: Wer im Netz unterwegs ist – und das sind heute zweifellos die meisten von uns –, der ist auch den potenziellen Bedrohungen ausgesetzt, die übrerall im Netz lauern. E-Mail-Anhänge, manipulierte Webseiten, gezielte Angriffe auf die Rechner oder Smartphones der Nutzer: Schadprogramme beschreiten viele Wege.

Deshalb nutzen viele Antiviren-Software, um sich zu schützen. Aber was taugen solche Programme? Das wollte die Stiftung Warentest herausfinden und hat sich die bekanntesten Programme mal genauer angeschaut.

17 Programme getestet

Die Stiftung Warentest hat sich 13 kostenpflichtige Schutzprogramme und vier kostenlose Varianten angeschaut, darunter den kostenlosen Windows Defender, den viele Windows-Nutzer sicher kennen. Untersucht wurde, wie zuverlässig die Programme vor Viren, Würmern und Trojanern schützen, wie hoch die Erkennungsrate ist, ob die Schadprogramme im laufenden Betrieben erkannt werden oder schon, wenn sie auf dem Rechner landen und vieles andere mehr.

Auch, ob und wie einfach sich Schadprogramme wieder entfernen lassen, hat bei der Beurteilung eine Rolle gespielt. Ebenso der Komfort: Kommen auch Laien mit der Schutz-Software klar, wird auch vor anderen Bedrohungen geschützt, etwa das Ausspionieren sensibler Daten, gibt es spezielle Browser oder Modi für Bankgeschäfte und andere Dinge, die gute Schutzprogramme heute bieten. Auch, ob die Schutz-Software den Rechner langsamer macht, wurde von den Testern berücksichtigt.

Testsieger: Norton

Es gibt jedenfalls einen Testsieger, und das ist Norton Security Standard. Kostet, wenn man die Preise sorgfältig vergleicht, rund 25 EUR im Jahr. Diese Software schützt laut Testern derzeit am besten. Insgesamt elf Anwendungen haben mit „gut“ abgeschnitten, darunter auch kostenlose Programme wie AVG Free Antivirus oder Avira. Der Rest ist befriedigend.

Am schlechtesten abgeschnitten hat McAfees Antivirus Plus für 60 EUR im Jahr und der kostenlose Windows Defender. Die kostenlosen Programme bieten zwar weniger Zusatzfunktionen, der Basisschutz ist aber gut und kann durchaus mit den Kaufprogrammen mithalten.

Überhaupt Virenschutz verwenden?

Die Stiftung Warentest kommt zu dem Urteil: Besser Schutzprogramme benutzen benutzen, vor allem auf Windows-Rechnern. Der kostenlose Windows Defender sei „besser als nichts“, aber kein wirklich wirkungsvoller Schutz. In der Tat gibt es Fachleute, die der Ansicht sind, dass Schutzprogra,e selbst auch ein Risiko darstellen. Das liegt daran, dass solche Programme – nicht fachgerecht bedient – nicht optimal arbeiten und deshalb auch keinen optimalen Schutz bieten.

Darüber hinaus haben auch manche Schutzprogramme Schwachstellen, die gezielt ausgenutzt werden. Ein ehemaliger Entwickler des Firefox-Browsers hat vor einigen Wochen eine Diskussion losgetreten, weil er der Ansicht ist, Schutzprogramme machten Rechner anfälliger und nicht sicherer. Meiner Ansicht nach ist es aber so: Vor allem auf Windows-Rechnern ist man gut beraten, einen Schutz zu verwenden, so werden viele Schadprogramme erkannt und abgewehrt.

Aber unabhängig davon, ob man Schutzprogramme nutzt oder nicht: Man sollte auch seinen Verstand einsetzen. Nicht alles anklicken, nicht jedes Attachment öffnen, beim Download von Apps vorsichtig sein.

Virenschutz auf Mobilgeräten

Auch Mobilgeräte sind Opfer von Angriffen aus dem Netz. Kein Wunder, denn natürlich haben auch die Betriebssysteme von Mobilgeräten Schwachstellen. Gleichzeitig sind gerade unsere Smartphones wahre Schatztruhen: Hier gibt es Kontakte, Zugangsdaten, sensible Informationen und vieles andere mehr.

Eine Fundgrube für Datendiebe. Generell kann man sagen: Apple-Geräte sind gut geschützt. Es gibt praktisch keine Schadprogramme für iOS; die sich verbreiten. Hier ist keine zusätzliche Schutz-Software nötig, das Geld kann man sich sparen. Das gilt weitgehend auch für die Windows-Welt.

Anders sieht es in der Android-Welt aus. Es gibt unzählige Schad-Apps, die man sich einfangen kann. Wer seine Apps ausschließlich im Google Play Store lädt, läuft zwar kaum Gefahr, Opfer solcher Angriffe zu werden, da Google seinen Play-Store schützt.

Das Problem ist aber, dass an auch im Web Apps laden kann. Nicht jeder Android-Benutzer bekommt es mit, trotz Warnhinweisen, wenn gerade eine App geladen wird. Deshalb empfiehlt sich für weniger versierte Android-Benutzer durchaus eine Schutz-App: Sie kann Schlimmeres verhindern und sinnvolle Dienste leisten.

 

 

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