Computer, Smartphones und Tablets sind für Kinder und vor allem Jugendliche von heute etwas völlig Selbstverständliches. Die meisten gehen virtuos mit dem Mobilgeräten um, ohne dass die Eltern ihnen groß zeigen müssten, wie es geht.

Damit sind allerdings auch eine Menge Schwierigkeiten und durchaus auch Gefahren verbunden, denn nicht immer können die Eltern daneben sitzen, wenn der Nachwuchs die Mobilgeräte bedient. Aber welche Apps kommen zum Einsatz, wie viel wird online gegangen, welche Inhalte rufen die Kids ab? Google hat jetzt eine spezielle App für Eltern vorgestellt, die den Eltern mehr Kontrolle geben soll.

Die neue App heißt Family Link ist für Android-Geräte konzipiert. Sie erlaubt den Eltern festzulegen, welche Apps die Kids benutzen dürfen und welche nicht. Die Eltern können also für jede einzelne App entscheiden, ob sie die in Ordnung finden für ihre Kinder. Es lässt sich auch festlegen, wie viel Onlinezeit pro Tag vorgesehen ist, auf Wunsch sogar, wie lange jede einzelne App benutzt werden darf.

30 Minuten Chat mit Hangout oder eine Stunde Minecraft? Kein Problem: Kann man alles eintragen in der App. Es gibt wirklich eine Menge Einstellmöglichkeiten. Allerdings funktioniert das natürlich nur dann richtig gut, wenn die Eltern sich damit auch intensiv beschäftigen und alles so einstellen, wie sie es für richtig halten. Das ist durchaus zeitaufwändig. Positiver Nebeneffekt, den ich hier sehe: Die Eltern sprechen mit den Kindern und finden raus, welche Apps die überhaupt benutzen.

Jedes Kind ein Konto

Bei Google funktioniert ja immer alles über Konten, so auch das neue Family Link. Die Eltern richten ein Onlinekonto für jedes Kind ein, über das aber die Eltern bestimmen und verfügen. Offiziell ist die App für Kinder ab 13 Jahren entwickelt worden, was die Bedienung betrifft. Ein offizielles Mindestalter gibt es aber nicht. Die Kinder melden sich dann mit ihrem Konto an und können nur die Apps benutzen, die ihre Eltern freigeben.

Auch werden die Nutzungszeiten überwacht – und protokolliert. Die Eltern können später sehen, welche Apps wie lange benutzt wurden, Außerdem gibt es auch die Möglichkeit, dass Kinder und Jugendliche eine App „beantragen“, die Eltern dann freigeben können, auch wenn sie nicht zu Hause sind.

Die App besorgen

Das ist im Augenblick noch ein bisschen tricky, denn es gibt die App derzeit nur auf Einladung – und das auch nur in den USA. Google hat die App also noch nicht komplett fertig, schraubt noch an den Funktionen und Details herum. In der Regel dauert es aber nicht lange, bis solche Testversionen offiziell für alle verfügbar sind, auch in Deutschland.

Wer gar nicht warten kann oder möchte und technisch auch ein bisschen versierter ist: Man kann die App auf einem so genannten APK Mirror herunterladen, installieren und auch benutzen. Die App kommt dann aber nicht offiziell aus dem App Store. Auf Android-Geräten geht so etwas ja.

Familienfreigabe unter iOS

In der Apple-Welt gibt es schon lange die Familienfreigabe, die ganz ähnlich funktioniert. Auch hier können Eltern festlegen, welche Apps die Kids benutzen dürfen, können zusätzliche Apps freigeben zum Download – oder eben auch nicht. Auch die Nutzungszeiten können bestimmt werden, allerdings nicht ganz so detailliert und für jede einzelne App, wie das jetzt Google bei Familiy Link vorsieht. Windows-Benutzer können auch spezielle Rechte für Anwendungen und Apps und Nutzungszeiten eintragen. Die Möglichkeiten sind durchaus vergleichbar.

Filter und Kontroll-Apps können eine Hilfe sein, um den Rahmen, den Eltern vorgeben und mit ihren Kindern besprechen sollten, einzuhalten und zu überwachen. Man sollte das aber nicht als einziges Mittel betrachten. Am wichtigsten ist es, dass Eltern mit ihren Kindern sprechen, Sie sollten genau wissen, welche Apps die Kinder interessieren, sie sollten die Apps kennen, sonst können sie sie nicht beurteilen.

Ein vertrauensvoller Umgang ist wichtig, auch was das Betrachten von Inhalten um Netz betrifft. Filter und Kontroll-Apps lassen sich immer irgendwie umgehen. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder und Eltern sich vertrauen und gemeinsam entscheiden, wie die Medien genutzt werden,