Kostenlos online bezahlen: Diese Optionen solltet ihr 2026 anbieten

von | 08.10.2017 | Internet

Wer im Internet Waren oder Dienstleistungen kauft, kann sie auch gleich online bezahlen. Als Kunde hält man dabei natürlich Ausschau nach Zahlungsmethoden, die kostenlos nutzbar sind – bei denen also keine zusätzlichen Gebühren für die Bezahlung anfallen. Doch die Auswahl der richtigen kostenlosen Zahlungsmethoden ist für Shop-Betreiber rechtlich und praktisch komplexer geworden.

Die Sofortüberweisung-Problematik bleibt bestehen

Trotz jahrelanger Diskussion ist die Rechtslage bei Sofortüberweisung (heute unter der Klarna-Gruppe) weiterhin knifflig. Bezahlt ein Kunde über diese Banking-API, gibt er dabei seine Online-PIN nicht direkt auf der Webseite seiner Bank ein, sondern über einen Drittanbieter. Das verstößt oft gegen die AGB der jeweiligen Bank.

Betreiber von Online-Shops dürfen ihren Kunden diesen potenziellen AGB-Verstoß aber nicht als einzige kostenfreie Option zur Zahlung anbieten. Das wäre rechtlich problematisch und könnte zu Abmahnungen führen.

Mindestens zwei kostenlose Optionen sind Pflicht

Shop-Betreiber müssen daher mindestens eine weitere Variante zusätzlich zu Sofortüberweisung ebenfalls gebührenfrei verfügbar machen. Hier haben sich in den letzten Jahren verschiedene Anbieter etabliert:

PayPal bleibt der Klassiker: Für Käufer kostenlos, weit verbreitet und vertrauensvoll. Die Akzeptanz ist nach wie vor sehr hoch, auch wenn PayPal mittlerweile verstärkt auf alternative Zahlungsmethoden wie „Später bezahlen“ setzt.

Apple Pay und Google Pay haben sich als kontaktlose Bezahlmethoden durchgesetzt. Sie sind für Endkunden kostenlos und werden besonders auf mobilen Geräten gerne genutzt. Für Shop-Betreiber entstehen nur die üblichen Kreditkartengebühren.

Klarna (nicht Sofortüberweisung) bietet verschiedene kostenlose Optionen wie „Sofort bezahlen“ oder Ratenkauf ohne Zinsen bei pünktlicher Zahlung.

Amazon Pay ist eine weitere etablierte Option, die besonders bei Amazon-Kunden beliebt ist und deren gespeicherte Zahlungsdaten nutzt.

Neue Entwicklungen: Request to Pay und Giropay-Nachfolger

Seit 2024 arbeiten deutsche Banken verstärkt an „Request to Pay“-Lösungen (RTP), die eine direkte Verbindung zwischen Händler und Kundenbank ermöglichen. Diese Echtzeit-Überweisungen sind für Kunden kostenlos und rechtlich unbedenklich.

Giropay wurde 2021 eingestellt, aber die deutschen Banken haben mit „Girogate“ und anderen Lösungen Alternativen geschaffen, die direkt über das Online-Banking der jeweiligen Bank funktionieren.

Was Shop-Betreiber beachten sollten

Rechtssicherheit: Bietet mindestens zwei kostenlose Zahlungsoptionen an, von denen eine nicht die Sofortüberweisung ist. So seid ihr rechtlich auf der sicheren Seite.

Mobile Optimierung: Achtet darauf, dass eure kostenlosen Zahlungsmethoden auch auf Smartphones gut funktionieren. Über 60% der Online-Käufe finden mittlerweile mobil statt.

Conversion-Rate: Je mehr vertrauensvolle und kostenlose Zahlungsoptionen ihr anbietet, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Kunden den Kaufprozess auch abschließen.

Transparenz: Macht deutlich, welche Zahlungsmethoden wirklich kostenlos sind. Versteckte Gebühren ärgern Kunden und können rechtliche Probleme verursachen.

Zukunft des kostenlosen Bezahlens

Die Bezahllandschaft entwickelt sich rasant weiter. Kryptowährungen spielen noch eine Nische-Rolle, aber stabile digitale Währungen (Stablecoins) könnten in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen.

Buy-Now-Pay-Later-Services (BNPL) wie Klarna, PayPal „In 4“ oder Affirm werden immer beliebter, besonders bei jüngeren Zielgruppen. Diese sind für Endkunden oft kostenlos, wenn pünktlich gezahlt wird.

Die Europäische Zentralbank arbeitet außerdem am digitalen Euro, der ab 2027/2028 verfügbar sein könnte und neue Möglichkeiten für kostenloses Online-Bezahlen schaffen würde.

Praktische Empfehlung

Als Shop-Betreiber solltet ihr mindestens diese kostenlosen Optionen anbieten: PayPal, Apple Pay/Google Pay und eine Banking-basierte Lösung wie Request to Pay oder das Online-Banking eurer Hausbank. Damit deckt ihr alle wichtigen Zielgruppen ab und seid rechtlich auf der sicheren Seite.

Denkt daran: Kostenlose Zahlungsmethoden sind nicht nur rechtlich geboten, sondern auch ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. Kunden brechen Kaufvorgänge häufig ab, wenn nur kostenpflichtige oder unvertraute Zahlungsoptionen verfügbar sind.

Zuletzt aktualisiert am 01.04.2026