Android Beam eingestellt: Die besten Alternativen für Dateitransfer

von | 29.12.2017 | Android

Android Beam war einmal eine der einfachsten Möglichkeiten, um Dateien zwischen Android-Geräten zu übertragen – doch diese Technologie ist längst Geschichte. Google hat Android Beam bereits 2019 mit Android 10 eingestellt und durch moderne Alternativen ersetzt.

Falls ihr noch ein altes Android-Gerät mit NFC-Chip besitzt und Android Beam nutzen könnt, funktioniert das über „Near Field Communication“ – die Geräte müssen nur nah genug aneinander liegen. NFC lässt sich unter Einstellungen -> Verbundene Geräte -> Verbindungseinstellungen aktivieren.

Google Nearby Share: Der moderne Ersatz

Seit Android Beam verschwunden ist, hat Google Nearby Share als deutlich bessere Alternative eingeführt. Diese Funktion nutzt eine Kombination aus Bluetooth, WiFi und Ultra-Wideband (UWB) für schnellere und zuverlässigere Übertragungen.

So aktiviert ihr Nearby Share:
1. Einstellungen -> Google -> Geräte und Teilen -> Nearby Share
2. Sichtbarkeit auf „Alle in der Nähe“ oder „Nur Kontakte“ einstellen
3. Gerätename festlegen

Die Übertragung funktioniert ähnlich simpel: Datei auswählen, Teilen-Button antippen und Nearby Share wählen. Das Zielgerät wird automatisch erkannt, wenn es in Reichweite ist.

Quick Share: Samsungs Lösung

Samsung-Nutzer haben zusätzlich Quick Share (früher Samsung Share) zur Verfügung. Diese Funktion ist in die Samsung-Galerie und den Dateimanager integriert und funktioniert zwischen Galaxy-Geräten besonders reibungslos.

Quick Share bietet sogar plattformübergreifende Unterstützung – seit 2024 können Samsung-Nutzer Dateien auch direkt an Windows-PCs senden, wenn die Samsung Galaxy Book-Software oder Phone Link installiert ist.

Weitere moderne Alternativen

AirDrop für Android-Nutzer gibt es nicht, aber diese Apps füllen die Lücke perfekt aus:

Files by Google

Googles kostenlose Dateimanager-App hat eine integrierte Teilen-Funktion, die ohne Internetverbindung funktioniert. Sie nutzt WiFi Direct und ist mit allen Android-Geräten kompatibel.

SHAREit und Xender

Diese Drittanbieter-Apps waren lange populär, haben aber Datenschutzbedenken aufgeworfen. Send Anywhere ist eine datenschutzfreundlichere Alternative mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Bluetooth File Transfer

Der Klassiker funktioniert immer noch zuverlässig, ist aber deutlich langsamer als moderne Alternativen. Für kleine Dateien aber völlig ausreichend.

Plattformübergreifende Lösungen

Wer regelmäßig zwischen Android, iOS und Windows wechselt, sollte auf cloud-basierte Dienste setzen:

  • Google Drive: 15 GB kostenloser Speicher
  • Microsoft OneDrive: Nahtlose Windows-Integration
  • Dropbox: Bewährte Synchronisation
  • WeTransfer: Für einmalige große Transfers bis 2 GB

WiFi Direct: Die unterschätzte Alternative

Viele Android-Geräte unterstützen WiFi Direct – eine direkte Verbindung zwischen Geräten ohne Router. Die Übertragungsgeschwindigkeiten sind deutlich höher als bei Bluetooth, und die Reichweite ist größer als bei NFC.

Aktivierung unter: Einstellungen -> WiFi -> Erweitert -> WiFi Direct

Was ist mit Ultra-Wideband?

Neue Premium-Smartphones von Samsung, Google und anderen Herstellern haben UWB-Chips integriert. Diese ermöglichen präzise Ortung und supershnelle Datenübertragung auf kürzeste Distanz. UWB wird automatisch von Nearby Share und Quick Share genutzt, wenn beide Geräte es unterstützen.

Sicherheitsaspekte nicht vergessen

Bei allen kabellosen Übertragungsmethoden solltet ihr auf Sicherheit achten:

  • Bluetooth und WiFi nur aktivieren, wenn nötig
  • Bei Nearby Share Sichtbarkeit auf „Nur Kontakte“ beschränken
  • Unbekannte Übertragungsanfragen immer ablehnen
  • Sensible Dateien lieber verschlüsselt übertragen

Fazit: Android Beam ist tot, lang leben die Alternativen

Android Beam war ein guter Anfang, aber die heutigen Lösungen sind in jeder Hinsicht überlegen. Nearby Share funktioniert zuverlässiger, ist schneller und hat größere Reichweite. Samsung-Nutzer bekommen mit Quick Share sogar noch mehr Features.

Für den Alltag reichen die integrierten Lösungen völlig aus. Wer regelmäßig große Dateien überträgt oder plattformübergreifend arbeitet, sollte zusätzlich auf Cloud-Services setzen. Die Zeiten umständlicher NFC-Fummelei sind definitiv vorbei.

Zuletzt aktualisiert am 30.03.2026