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Kartellbehörde verschärft den Druck auf Facebook

03.01.2018 | Von Jörg Schieb

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Wer möglichst viele Daten sammelt, der hat Macht. Das ist mittlerweile allgemein bekannt. Trotzdem erlauben wir einigen wenigen US-Konzernen, Daten im großen Stil zu sammeln – weitgehend unkomtrolliert. Dagegen will das Bundeskartellamt nun etwas unternehmen. Gut so! Allerdings ist Facebook nicht der einzige Datensünder.

Ich begrüße ausdrücklich die Maßnahmen des Bundeskartellamts, Facebook die rote Karte wegen der unkontrollierten Datensammelei zu zeigen. Das sei ein „Missbrauch der Marktmacht“, urteilt das Amt. Zweifellos. Am Dienstag (02.01.2018) hat die Behörde noch mal nachgelegt und Konsequenzen angedroht, wenn Facebook seine Praktiken nicht ändert.

geralt / Pixabay

 

Auch Werbenetzwerke sammeln im großen Stil

Es geht nicht nur um die Daten, die Facebook im eigenen Dienst sammelt, sondern um die Daten, die außerhalb von Facebook, WhatsApp und Instagram gesammelt werden – auf Millionen Webseiten, die durch blaue Daumen mit Facebook verbundensind. Dabei fallen Daten an, ohne Zustimmung der Benutzer, ohne dass sie es überhaupt wissen. Deshalb ist es sehr interessant, wie die Sache in diesem Jahr weitergeht. Denn: Facebook ist in dieser Art der Datensammelwut nicht der einzige Sünder. Es gibt sehr viele. Vor allem Werbenetzwerke.

Werbenetzwerke setzen Cookies – und das ebenfalls auf Millionen von Webseiten. Sie nutzen diese Cookies nicht etwa nur dazu, sich zu merken, ob eine bestimmte Anzeige schon mal gezeigt wurde. Das könnte man ja noch verstehen und vielleicht auch verzeihen.

Nein: Die Werbenetzwerke bekommen ebenso wie Facebook mit, auf welchen Webseiten sich ein User aufhält, wie lange er auf einzelnen Webseiten verweilt, welche Suchbegriffe er eingibt und vieles andere mehr. Nur deshalb bekommen wir Hotels in Paris angeboten, wenn wir uns irgendwo einen Reiseführer Paris angeschaut haben.

ar130405 / Pixabay

Mehr Transparenz erforderlich

Zwar können User durch Deaktivieren/Blocken von Cookies diese Macht ein wenig ausbremsen. Aber im Zweifel kann ein unerfahrener User gar nicht beurteilen, was er blocken müsste, um nicht beobachtet zu werden. Deshalb sind die Forderungen der Kartellbehörde genau richtig: Es braucht (a) die generelle Zustimmung des Users für das Datensammeln, (b) völlige Transparenz (was wurde dann gesammelt und welche Schlüsse werden daraus gezogen?) und (c) die Möglichkeit, alle oder ausgewählte Daten löschen zu lassen.

Das neue Jahr 2018 startet also vielversprechend – wenn man sich für Datenschutz engagiert. Und damit ist gemeint, dass jeder selbst bestimmen können soll, was andere über ihn oder sie wissen dürfen und was nicht.




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