Ins Auto steigen und sich von A nach B kutschieren lassen: Das ist längst nicht nur Politikern, Managern und Stars vorbehalten. Denn immer mehr Autos fahren autonom, also komplett eigenständig und selbständig. Sie geben Gas, bremsen, lenken das Fahrzeug. Selbst für LKW ist das geplant und wird kommen. Was ist mittlerweile möglich, wohin wird die Reise gehen und welche Möglichkeiten haben normale Autofahrer heute schon, sich beim Fahren helfen zu lassen?

Einfach morgens alleine aus der Garage fahren. Selbständig. Ohne Fahrer. Hightech macht’s möglich: Einmal in der App tippen, schon rollt der Tesla aus der Garage. Und abends wird natürlich auch wieder ordentlich eingeparkt. Dank Autopilot können die Wagen auch lange Strecken selbständig fahren.

Autonomes Fahren in Kalifornien

Autos, die selbst einparken können, auch in Parklücken, gibt es schon länger. Auch ganz normale Benziner oder Diesel. Aber Autos, die komplett selbständig fahren, gibt es erst seit einigen Jahren – im Testbetrieb.

In Kalifornien ist es mittlerweile sogar erlaubt, dass selbstfahrende Autos die komplette Kontrolle übernehmen und eine einprogrammierte Strecke eigenständig fahren, ohne dass der Fahrer etwas tun müsste.

Aber: Ein Buch lesen oder Picknick machen sollten die Fahrer trotzdem nicht. Denn so beeindruckend es ist, wenn so ein Auto selbständig fährt: Es passieren immer wieder Unfälle.

Wenn Self-Driving-Cars Unfälle bauen

Gerade erst ist im kalifornischen Culver City ein Tesla in ein auf dem Seitenstreifen geparkten Feuerwehrwagen gerauscht. Mit 65 Meilen pro Stunde, etwa 100 km/h. Hier Fotos von der Feuerwehr vor Ort.

Auch die selbstfahrenden Autos von Google sind immer wieder in kleinere und größere Verkehrsunfälle verwickelt. Die Technik macht zwar enorme Fortschritte. Doch Tesla sagt ausdrücklich: Der Fahrer muss jederzeit in der Lage sein, ins Geschehen einzugreifen.

Im Zweifel muss er also die möglichen Fehlentscheidungen der Technik ausbügeln – sonst ist es umgekehrt. Ganz schön anstrengend ist das.

Und noch ein Problem: Wenn es dann zu einem Unfall kommt, wird die Sache oft kompliziert für die Retter. Wie bei dem Unfall auf der A30 vor einigen Tagen: Die Feuerwehr musste erst das Nutzerhandbuch des Tesla aus dem Netz herunterladen. Damit sie den Strom im Auto abschalten konnten. Ansonsten wäre eine Bergung für die Feuerwehrleute gefährlich geworden.

Rasante Veränderung

Doch es gibt immer mehr von ihnen. So sahen die ersten Self-Driving-Cars von Google aus, noch ein bisschen wie Spielzeugautos – und so sehen sie heute aus, von normalen Fahrzeugen kaum noch zu unterscheiden. Google, Tesla, aber auch deutsche Hersteller wie BMW oder Audi machen große Fortschritte bei den autonom fahrenden Autos.

Es ist wirklich Hightech nötig, um Onlinekarten und die Live-Eindrücke der Kameras verarbeiten zu können.

„Das Ende des Lenkrads“, prophezeit die ZEIT. Ganz so schnell wird das wohl nicht kommen. Aber eins steht fest: Es wird immer mehr Hightech in die Autos gesteckt. Auch einen BMW kann man automatisch oder halbautomatisch einparken. Und Audi arbeitet an Assistenzsystemen, die den Fahrer unterstützen – und irgendwann die vollständig Kontrolle übernehmen könnten.

Mit Gedanken steuern

Ein anderes Beispiel. Auf der Hightechmesse CES Anfang des Jahres hat der japanische Hersteller Nissan gezeigt, dass sie an einer Methode arbeiten, die Gedanken des Fahrers zu erfassen – das Auto bremst dann bereits, wenn der Fahrer nur ans Bremsen denkt. Das spart Zeit und kann Unfälle verhindern helfen.

Wenn nicht nur einzelne Fahrzeuge autonom über die Straßen fahren, sondern sehr viele, muss sich nicht nur an der Gesetzgebung etwas ändern – und natürlich an der Akzeptanz von uns Konsumenten –, sondern auch am Mobilfunk.

Mobilfunknetz 5G

Denn es braucht eine flächendeckende Versorgung mit Mobilfunk, um sicherzustellen, dass die autonomen Fahrzeuge jederzeit Daten empfangen können. Große Datenmengen – und auch schnell.  Deshalb ist das nächste Mobilfunknetz 5G so wichtig. 5G bietet ausreichend Kapazität, um diesen hohen Anforderungen gewachsen zu sein.

Ziel der Hersteller ist Autonomes Fahren, Level 5. Bedeutet: Ziel eingeben – der Rest passiert komplett automatisch. Bis es so weit ist, dauert es noch etliche Jahre. Technik und Hersteller sind noch nicht so weit. Und wir wohl auch nicht. Aber da soll die Reise hin eindeutig hingehen.