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Seit zehn Jahren gibt es Apps

11.03.2018 | Von Jörg Schieb

Internet

Apps sind heute für die meisten von uns etwas Selbstverständliches – so als hätte es sie schon immer gegeben. Doch weit gefehlt: Es gibt Apps erst seit zehn Jahren. Erfunden von Apple und von allen anderen schnell nachgemacht. Apps bieten eine Menge Vorteile und Funktionen – es gibt aber auch klare Nachteile.

Vor genau zehn Jahren hat Apple sein iPhone mit einem SDK (Software Development Kit) für App-Entwickler geöffnet. Neun Monate nachdem das legendäre iPhone in den USA auf den Markt kam, konnten also auch andere Anwendungen für das Smartphone mit Touchscreen entwickeln.

Ein genialer Schachzug, wie sich herausstellen sollte. Denn die Möglichkeit, sein Smartphone mit Apps zu einem sehr persönlichen Smartphone zu machen, hat dem iPhone zweifellos zum Durchbruch verholfen. Und ohne diese Entscheidung gäbe es beispielsweise Facebook, WhatsApp, Uber, Instagram, Snapchat und Co. nicht.

180 Milliarden Downloads im Jahr

Das App-Prinzip von Steve Jobs hat sich durchgesetzt. Auch Google bietet Apps für Android-Geräte an, Amazon für seine Fire-Hardware, Microsoft für die Windows-Welt. „Gibt es da keine App für?“, ist zur geflügelten Frage geworden – weil es irgendwie für alles eine App zu geben scheint. Laut Statista gab es 2017 rund 2,2 Millionen Apps in Apples App-Store. Es wurden stolze 180 Milliarden Apps aus dem App-Store geladen. Allein bei Apple!

Das zeigt: Das App-Konzept geht auf. Für Apple, Google, Microsoft sowieso. Denn die Großen der Branche verdienen kräftig mit, wenn wir kostenpflichtig Apps herunterladen. Zugegeben: Die meisten Apps sind gratis. Aber viele sind mit In-App-Käufen ausgestattet – und nicht wenige kosten eben Geld. 30 Prozent behalten die großen Onlinedienste ein, wenn wir die Kreditkarte zücken. Da kommen erstaunliche Summen zusammen. Apple verdient jedes Jahr Milliarden damit.

Sendereihe Angeklickt: Vorstellung des iPhoneX; Rechte: WDR

Sendereihe Angeklickt: Zehn Jahre iPhone und Apps – zum Anschauen anklicken

Ein Mittel zur Kontrolle

Doch was wir dabei oft außer Acht lassen: Apple behält stets die vollständige Kontrolle. Apple entscheidet, was Apps dürfen und was nicht. Apple legt die Spielregeln fest. Auch, welche Apps es in den App-Store schaffen und welche nicht (oder welche wieder herausfliegen), liegt ausschließlich in der Hand von Apple. Am Ende hat Apple sogar Einfluss darauf, welche Apps erfolgreich sind. Denn welche nach oben gespült werden, das entscheiden nicht zuletzt die Algorithmen von Apple, etwa bei den Empfehlungen.

Wir kaufen eine Hardware, die uns nie ganz gehört. Apple ist wie Mama und Papa, die ihre Kinder nicht ziehen lassen. Immer gute Ratschläge parat. Immer alles besser wissen. Kümmernd. Oder so tun als ob.

Pixelkult / Pixabay

Es hat zweifellos Vorteile, wenn ein Unternehmen strikte Regeln hat und sie eingehalten werden müssen, etwa bei der Sicherheit. Es hat aber auch Nachteile, weil Machtmissbrauch möglich ist – und es die Vielfalt einschränkt. Apps, die Apple nicht gefallen, schaffen es nicht aufs iPhone.

Schön wäre es, zehn Jahre nach dem Startschuss für Apps, wenn wir User selbst entscheiden könnten, ob wir diesen regiden Schutz wollen oder nicht.

 




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