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Auf die NRW-Umweltministerin Christina Schulze-Föcking hat es einen Hackangriff gegeben: Nach Bedrohungen im Sozialen Netzwerk haben sich Hacker Zugriff auf ihr privates Smart-TV zu Hause verschafft und Kontrolle über den Fernseher übernommen. Die Hacker haben ihr ein Video aus dem Landtag präsentiert. Das zeigt deutlich: Der Einbruch in Smart-TVs ist nicht nur möglich, das Risiko wird vor allem unterschätzt.

Wie können Hacker in ein Smart-TV?

Ein Smart-TV ist letztlich ein Mini-PC mit riesigen Bildschirm. Sobald ein Smart-TV mit dem Internet verbunden ist – ob nun per WLAN oder Kabel spielt dabei keine Rolle –, kann das Gerät nicht nur Filme aus den Mediatheken oder Streamingdiensten abrufen und anzeigen, sondern auch Daten ins Netz senden.

Vor allem aber, ist ein Smart-TV technisch gesehen eben nur ein weiterer Rechner im Netz. Auch Smart-TVs haben ein Betriebssystem, das Sicherheitslücken haben kann. Wenn Hacker diese Lücken kennen, können sie ins Gerät und dort die Kontrolle übernehmen. Ganz ähnlich wie bei einem Desktop-PC oder Mobilgerät.

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Was können Hacker alles anstellen, wenn sie in ein Smart-TV gelangen?

Wenn Hacker erst mal über ein Sicherheitsleck in ein Smart-TV gelangen, ist – zumindest theoretisch – alles denkbar. Sie können nicht nur Filme abspielen, die jemand gar nicht abgerufen hat (wie im vorliegenden Fall der NRW-Umweltministerin), sondern sie können auch hinterlegte Daten auslesen, etwa Zugangsdaten zu Streaming-Plattformen oder Onlinediensten, sofern auf dem Gerät genutzt.

Manche Fernseher sind mit Mikrofon oder sogar Kamera ausgestattet, um eine Bedienung per Sprachbefehl oder Gesten zu ermöglichen. Es ist nicht nur denkbar, dass Hacker Mikrofon und Kamera einschalten und sich so Einblicke ins Wohnzimmer verschaffen, es ist sogar schon vorgekommen. Auf diese Weise können Hacker also unbemerkt in die Privatsphäre vordringen.

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Da Smart-TVs heute auch Apps ausführen können, ist es obendrein möglich, zusätzliche Apps zu installieren, aber auch vorhandene Apps zu starten und auszuführen. Einkäufe auf Kosten des Besitzers sind denkbar. Niemand beobachtet kritisch sein Smart-TV, deshalb bleiben Angriffe darauf in der Regel unentdeckt.

Was lassen sich Angriffe aufs eigene Smart-TV verhindern?

Besonders wichtig ist, dafür zu sorgen, dass regelmäßige Updates eingespielt werden. Die Hersteller von Smart-TVs bieten solche Updates an, um neue Komfortfunktionen anzubieten oder um Sicherheitslecks zu stopfen. Normalerweise werden die Updates automatisch geladen und eingerichtet. Wer danach gefragt wird, ob ein Update geladen und eingerichtet werden soll, sollte davon auch unbedingt Gebrauch machen.

Im Zweifel nachschauen, ob das automatisch Laden und Einrichten von Updates voreingestellt ist.  Außerdem sollte man auf seinem Smart-TV keine Filme aus unbekannten Quellen abspielen, weder aus dem Netz, noch über USB-Schnittstelle. Denn das ist ein häufiges Einfallstor für Schadprogramme und eine beliebte Methode von Hackern, in Smart-TVs einzudringen. Ebenso sollte man mit dem Browser keine unbekannten Webseiten aufrufen, da auch das ein Einfallstor für Schad-Code sein kann. In keinem Fall unbekannte Apps installieren!