So erkennt ihr, ob Fremde auf euer WLAN-Netzwerk zugreifen

von | 22.04.2018 | Windows

Die WLAN-Verbindung ist langsamer als gewohnt? Vielleicht sind Sie nicht der Einzige, der das heimische Netzwerk nutzt. Mit ein paar Tricks lässt sich herausfinden, ob sich jemand unbemerkt Zugriff zum eigenen Router verschafft hat.

Wer sein WLAN-Netzwerk richtig absichern will, sollte sich nicht ausschließlich auf die WPA3-Verschlüsselung verlassen. Um wirklich sicherzugehen, dass nur autorisierte Nutzer auf das WLAN zugreifen, sollte regelmäßig manuell geprüft werden, ob sich keine Fremdgeräte eingewählt haben.

Mit der kostenlosen App Fing – Netzwerk Scanner geht das beispielsweise ganz bequem vom Smartphone aus. Die App ist mittlerweile für iOS und Android verfügbar und bietet deutlich mehr Funktionen als früher.

Zunächst muss das Handy mit dem Netzwerk verbunden werden, das ihr überprüfen möchtet. Nun die App öffnen und auf dem Homescreen den Refresh-Button antippen, um eine aktuelle Liste der verbundenen Geräte zu erhalten. Mit einem weiteren Tap auf eines der Geräte werden erweiterte Optionen angezeigt. Hier kann beispielsweise ein Log erstellt werden, der anzeigt, wann und wie oft sich ein bestimmtes Gerät mit dem Netzwerk verbindet.

Alternative: Direkt über den Router prüfen

Mittlerweile bieten fast alle modernen Router eine komfortable Web-Oberfläche oder eigene Apps. Hier lassen sich alle verbundenen Geräte noch detaillierter einsehen. Loggt euch dazu in euren Router ein – meist über die IP-Adresse 192.168.1.1 oder 192.168.0.1 im Browser.

In der Router-Verwaltung findet ihr meist einen Bereich wie „Verbundene Geräte“, „Device List“ oder „WLAN-Clients“. Dort seht ihr alle aktuell angemeldeten Geräte mit Namen, MAC-Adresse und oft auch dem Datenverbrauch. Router von AVM (FRITZ!Box), Netgear, TP-Link oder ASUS zeigen diese Informationen besonders übersichtlich an.

Windows und Mac: Bordmittel nutzen

Auch ohne zusätzliche Software könnt ihr euer Netzwerk scannen. Unter Windows öffnet ihr die Eingabeaufforderung und gebt „arp -a“ ein. Das zeigt alle Geräte an, die kürzlich mit eurem Computer kommuniziert haben.

Mac-Nutzer können das Terminal öffnen und „arp -a“ eingeben für ähnliche Ergebnisse. Für eine detailliertere Analyse eignet sich der Befehl „nmap -sn 192.168.1.0/24“ – allerdings müsst ihr dafür erst nmap installieren.

Fremde Nutzer erkennen und sperren

Ist eines der aufgelisteten Geräte unbekannt, ist es sehr wahrscheinlich, dass jemand das Netzwerk benutzt, der dazu eigentlich nicht berechtigt ist. Achtet dabei auf verdächtige Gerätenamen wie „unknown“, generische Bezeichnungen oder Hersteller, die euch nicht bekannt vorkommen.

In so einem Fall sollte das entsprechende Gerät direkt in den Router-Einstellungen blockiert werden. Dazu notiert ihr zunächst die angegebene MAC-Adresse des Geräts. Nun über die IP-Adresse eures Routers die Sicherheits-Einstellungen öffnen und die MAC-Adresse des unbekannten Geräts eintragen, um es für den Zugang zu sperren.

Präventive Maßnahmen für mehr Sicherheit

Um unerwünschte Eindringlinge von vornherein zu vermeiden, solltet ihr euer WLAN richtig konfigurieren. Nutzt ausschließlich WPA3-Verschlüsselung – WPA2 gilt mittlerweile als unsicher. Ein starkes Passwort mit mindestens 20 Zeichen ist Pflicht.

Viele moderne Router unterstützen auch ein Gäste-WLAN. Das ist praktisch, wenn Freunde oder Familie temporär Zugang brauchen, ohne das Hauptpasswort zu kennen. Dieses Gäste-Netzwerk lässt sich zeitlich begrenzen und bei Bedarf deaktivieren.

Regelmäßige Kontrolle ist wichtig

Macht die Überprüfung zur Routine. Einmal im Monat einen Blick auf die verbundenen Geräte zu werfen, schadet nicht. Besonders nach Partys, Besuchen oder wenn ihr das WLAN-Passwort weitergegeben habt, lohnt sich eine Kontrolle.

Moderne Router bieten auch Benachrichtigungen, wenn sich neue Geräte anmelden. Diese Funktion solltet ihr unbedingt aktivieren – so bemerkt ihr Eindringlinge sofort und müsst nicht manuell nachschauen.

Was tun bei wiederholten Angriffen?

Sollte sich trotz Sperrung immer wieder das gleiche unbekannte Gerät anmelden, ist euer WLAN-Passwort kompromittiert. In diesem Fall hilft nur eins: Passwort komplett ändern. Alle legitimen Geräte müssen dann neu angemeldet werden, aber dafür seid ihr die unerwünschten Gäste los.

Überlegt auch, ob ihr das WLAN-Netzwerk umbenennen wollt. Ein generischer Name wie „FRITZ!Box“ lädt Hacker eher ein als ein individueller Name.

Mit diesen Methoden behaltet ihr die Kontrolle über euer Heimnetzwerk und stellt sicher, dass nur autorisierte Geräte Zugriff haben. Ein sicheres WLAN ist heute wichtiger denn je – schließlich hängen immer mehr Geräte vom Smartphone bis zur Waschmaschine am Netzwerk.

Zuletzt aktualisiert am 10.03.2026