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Grundsätzlich ist es so, dass Messenger nun strengeren Vorschriften unterliegen. Kinder und Jugendliche dürfen sie nur noch mit Zustimmung ihrer Eltern nutzen. Das hat Konsequenzen. WhatsApp hat überraschend das Mindestalter auf 16 Jahren erhöht. Wieso?

Es gibt einen einfachen Grund dafür: Am 25. Mai tritt in Europa die Datenschutzgrundversordnung (DSGVO) in Kraft. Sie sorgt für mehr Datenschutz, aber auch für mehr Jugendschutz. Onlinedienste wie Facebook, aber auch WhatsApp und Co. dürfen erst ab 16 Jahren benutzt werden.

Darunter nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Eltern. Genau das ist das Problem: WhatsApp wollte sich nicht die Mühe machen, einen aufwändigen Prozess der Altersverifikation für alle und die Freigabe durch Eltern einzurichten. Deshalb wurde das Mindestalter einfach auf 16 Jahren hochgesetzt.

Und wie wollen die das kontrollieren?

WhatsApp hat da eine sehr einfallsreiche Methode: WhatsApp-User werden gefragt. In den nächsten wird jeder einzelne WhatsApp-User gefragt: Wie alt bist Du – bist Du mindestens 16? Wenn ja, alles gut. Wenn nein, ist das WhatsApp-Konto gesperrt. Klar, was dann passiert: Alle Kids unter 16 werden schummeln und sich schlichtweg älter machen. Kontrolliert ja keiner.

Wenn jeder beim Alter schummeln kann, was bringt es dann?

Rechtssicherheit für Facebook. Denn sie sind so rechtlich auf der sicheren Seite. Das ist ganz klar eine Lücke in der Datenschutzgrundverordnung, die daran nicht gedacht hat. Eine Altersüberprüfung ist jedenfalls nicht ausdrücklich vorgesehen.

Das Ganze ist also eine Farce. Man sollte sich mal grundsätzlich Gedanken darüber machen, welche Dienste man Jugendlichen vorenthalten möchte – WhatsApp sollte als Quasi-Standard für Kommunikation vielleicht besser nicht dazu gehören. Und wie man strikt kontrolliert, da wo erforderlich.