Windows-Passwörter verwalten und sicher löschen

von | 28.05.2018 | Windows

Wer sich mit Windows im Netzwerk oder im Internet anmeldet, entscheidet sich dabei oft dafür, das Kennwort einfach zu speichern. So muss man es nicht jedes Mal neu eintippen. Bequem ist das – aber auch unsicher. Die Liste der gespeicherten Passwörter kann jederzeit eingesehen und bei Bedarf bereinigt werden.

In Windows 11 hat Microsoft die Passwort-Verwaltung deutlich überarbeitet und an mehreren Stellen zugänglich gemacht. Dennoch existiert der klassische Windows-Anmeldeinformations-Verwaltung weiterhin und lässt sich nach wie vor über die bewährte Methode erreichen:

  1. Zunächst [Win]+[R] drücken.
  2. Jetzt control keymgr.dll eingeben und mit Klick auf OK bestätigen.
  3. Nun die Liste der Kennwörter in Ruhe durchgehen.
  4. Soll ein Kennwort entfernt werden, rechts auf den Pfeil klicken, sodass der Eintrag aufklappt.
  5. Hier findet sich nun auch ein Link zum Entfernen.

Alternative Wege in Windows 11

Microsoft hat die Passwort-Verwaltung in Windows 11 modernisiert und bietet mehrere Zugangswege. Über die neuen Einstellungen geht ihr so vor:

  1. Windows-Taste drücken und „Anmeldeinformationen“ eingeben
  2. Anmeldeinformations-Manager aus den Suchergebnissen auswählen
  3. Alternativ: Einstellungen > Konten > Anmeldeoptionen > Zusätzliche Einstellungen

Hier seht ihr alle gespeicherten Zugangsdaten aufgeteilt in Web-Anmeldeinformationen (für Browser und Online-Dienste) und Windows-Anmeldeinformationen (für Netzwerkressourcen, VPN-Verbindungen und Apps).

Was Microsoft Edge und Chrome dazugelernt haben

Moderne Browser wie Microsoft Edge haben eigene, ausgeklügelte Passwort-Manager integriert. Edge synchronisiert eure Kennwörter zwischen Geräten und warnt vor kompromittierten Passwörtern. Diese Browser-Passwörter werden getrennt von den Windows-Anmeldeinformationen gespeichert.

Um Edge-Passwörter zu verwalten:
edge://settings/passwords in die Adressleiste eingeben
– Oder über Einstellungen > Profile > Kennwörter

Sicherheitsrisiken und warum ihr regelmäßig aufräumen solltet

Gespeicherte Anmeldeinformationen sind praktisch, bergen aber Risiken:

  • Physischer Zugriff: Jeder mit Zugang zu eurem entsperrten PC kann die Passwörter theoretisch auslesen
  • Malware-Angriffe: Schadsoftware kann versuchen, gespeicherte Kennwörter abzugreifen
  • Veraltete Zugänge: Alte Konten vergessen wir oft, sie bleiben aber gespeichert

Deshalb solltet ihr die Liste regelmäßig durchforsten und nicht mehr benötigte Einträge löschen. Besonders wichtig: Entfernt Zugangsdaten für Dienste, die ihr nicht mehr nutzt, oder für ehemalige Arbeitsplätze.

Windows Hello als moderne Alternative

Microsoft setzt zunehmend auf Windows Hello, das biometrische Authentifizierung nutzt. Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder PIN ersetzen klassische Passwörter – zumindest für die Windows-Anmeldung. Das ist nicht nur sicherer, sondern auch bequemer.

Für Online-Konten unterstützt Windows Hello mittlerweile auch WebAuthn und FIDO2-Standards. Damit könnt ihr euch bei vielen Websites ohne Passwort anmelden – nur mit Biometrie oder Hardware-Token.

PowerShell für Profis

Technisch versierte Nutzer können auch über PowerShell auf die Anmeldeinformationen zugreifen:

cmdkey /list

Zeigt alle gespeicherten Anmeldeinformationen. Mit cmdkey /delete:Zielname löscht ihr spezifische Einträge.

Unser Tipp: Auf professionelle Passwort-Manager setzen

Die Windows-eigene Kennwort-Verwaltung ist okay für Gelegenheitsnutzer, aber professionelle Lösungen wie Bitwarden, 1Password oder KeePass bieten deutlich mehr Sicherheit und Komfort:

  • Verschlüsselte Synchronisation zwischen allen Geräten
  • Sichere Passwort-Generierung
  • Überwachung auf Datenlecks
  • Sichere Notizen und Dokumenten-Speicherung

Die Windows-Anmeldeinformationen solltet ihr dann nur noch für systemspezifische Zugänge wie Netzlaufwerke oder VPN-Verbindungen nutzen.

Fazit: Regelmäßige Hygiene zahlt sich aus

Egal ob ihr die klassische Windows-Verwaltung oder moderne Passwort-Manager nutzt – regelmäßiges Aufräumen gehört zur digitalen Hygiene. Plant alle paar Monate eine Überprüfung eurer gespeicherten Zugangsdaten ein. Euer zukünftiges Ich wird es euch danken.

Zuletzt aktualisiert am 09.03.2026