JuralMin / Pixabay">

Der koreanische Hersteller Samsung und der US-Konzern Apple haben nun einen über sieben Jahre gehenden Patentstreit beigelegt. Aber worum geht’s? Es geht im Kern um das Design von Smartphones. Die sehen sich immer ähnlicher – und deshalb hat Apple gegen Samsung geklagt. Fragen und Antworten.

Seit 2011 streiten sie sich, der US-Konzern Apple und der südkoreanische Hersteller Samsung. Was soll Samsung nach Ansicht von Apple kopiert haben?

So ziemlich alles. Man darf nicht vergessen: 2007 hat Apple das iPhone auf den Markt gebracht. Das erste Smartphone mit Touchscreen, ohne Tastatur. Mit grafischer Benutzeroberfläche. Mit Icons, die man doppelt antippt, um die Funktion zu starten. Mit der Möglichkeit, Inhalte mit zwei Fingern zu zoomen und vielem anderen mehr. Samsung hat das Design und Technik mehr oder weniger kopiert, denn kurze Zeit später gab es das erste Smartphone mit Android-Betriebssystem.

Die Bedienung: ziemlich ähnlich. Selbst das äußere Design sah sehr ähnlich aus. Das hat den damals noch lebenden Apple-Gründer Steve Jobs maßlos geärgert. Er wollte natürlich seinen Markt verteidigen, den er mit dem iPhone fraglos eröffnet hat. Darum hat er Samsung verklagt. Zeitweise gab es bis zu 50 Patenstreitigkeiten gleichzeitig in aller Welt – man kann von einem regelrechten Patentkrieg sprechen.

JuralMin / Pixabay

 

Es geht dabei ja um Marktanteile – und Geld. Weiß man denn, wie viel nun gezahlt wurde?

Steve Jobs wollte erst mal einen Marktbegleiter kleinhalten. Das ist im Falle von Samsung nicht gelungen, Samsung verkauft mehr Smartphones als Apple. Aber es geht natürlich auch um Geld. Apple wollte ursprünglich eine Milliarde Dollar.

Das wurde dem Unternehmen in einem ersten Urteil auch zugesprochen. Danach wurde weitergestritten. Es gab auch mal ein Urteil, in dem Apple 550 Millionen Dollar erhalten sollte. Die Einigung ist nun außergerichtlich erfolgt, daher sind die Details nicht bekannt.

Man geht davon aus, dass Apple eine halbe Milliarde Dollar erhält – und Samsung achtsamer seine Geräte weiter entwickelt und Patente von Apple nicht anfechtet.

waldryano / Pixabay

 

Wer hat ihn denn nun erfunden, den Touchscreen?

Das bleibt wohl ungeklärt. Apple war zweifellos der erste Hersteller, der Smartphones und Tablets mit Touchscreen auf den Markt gebracht hat. Aber erfunden? Microsoft hatte Jahre zuvor schon Windows-Tablets mit berührungsempfindlichen Bildschirm auf dem Markt.

Und Samsung hat in einem Patentstreit sogar Stanley Kubricks „2001 im Weltraum“ gezeigt, weil da Astronauten auf Rechner mit Touchscreen zurückgreifen. Vielleicht hat also der Regisseur Stanley Krubrick den Touchscreen erfunden… Dieses „Beweismittel“ wurde seinerzeit aber nicht zugelassen.

stevepb / Pixabay

 

Das ist doch sowieso so eine Sache: Die Produktzyklen sind derart kurz in der Branche, ständig kommen neue Geräte auf den Markt. Wie will man da Patente durchsetzen

Patentstreitigkeiten dauern, richtig. Selbst wenn man blitzschnell reagiert – also in juristischen Kreisen bedeutet das in Wochen –, ist schon eine Menge passiert. Wollte man tatsächlich den Verkaufsstopp von Geräten erreichen – was Apple durchaus versucht hat –, so würde man das erst schaffen, wenn die meisten Geräte schon verkauft sind.

Dann kommt halt ein neues Modell. Die Hersteller haben ja keine Mühe, mehrere Modelle pro Jahr auf den Markt zu bringen. Abgesehen davon ist es ja nun mal so, dass sich die Hersteller sowieso gegenseitig kopieren: Die einen bringen ein Modell im Curved-Design auf den Markt, dann ziehen andere nach.

Die einen lassen das Smartphone auch mit Stift bedienen, die anderen ziehen nach. Fingerabdruck-Sensor? Bingo. Gesichtserkennung? Haben heute viele. Es ist eine Branche, in der vieles erfunden und noch mehr kopiert wird.