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DAB+: Was der Digitale Radiostandard bringt

30.08.2018 | Von Jörg Schieb

Hardware

Mittlerweile gibt es aber verschiedene Wege, Radio zu hören. Am klassischen Radio zum Beispiel, im Autoradio oder per Satellit. Oder über das Internet, etwa mit unserer WDR-App, damit kann man alle Radioprogramme des WDR unterwegs live anhören. Und dann gibt es noch DAB – das Digital Audio Broadcast. Das digitale Radio. Das ist nicht neu, wird aber immer besser und beliebter. Denn es bietet eine Menge Vorzüge und Vorteile.

DAB – was ist das eigentlich, was ist anders beim Digitalen Radio?
DAB steht für „Digital Audio Broadcasting“ und ist „digital-terrestrisches Radio“, wie die Experten sagen. Das Programm wird bei DAB über Sendemasten verteilt, über „terrestrische“ Frequenzen – und kann im Sendegebiet überall empfangen werden. Wie beim traditionellen Radio, aber digital. Satellitenschüssel oder Kabelanschluss sind nicht erforderlich, es reicht eine Antenne.

RonPorter / Pixabay

 

Ist es nicht egal, ob ein Signal analog oder digital ist?

DAB ist komplett digital. Wir wissen: Wenn etwas komplett digital übertragen wird, haben wir keinerlei Qualitätsverluste. Bei Digital gilt, entweder kommt das Signal an, oder nicht, nichts dazwischen. Das Programm kommt kristallklar und ohne knistern an, oder bleibt ganz weg, falls was mit dem Empfang nicht stimmt.

Aber kein Knistern, Grauscheln, kein Nachststellen des Senders, wie wir das bei analogen radiowellen wie UKW manchmal haben, außerdem kann man über digitale Kanaöle noch mehr zusätzliche Informationen übertragen. Liedtexte, Fotos, etc…

 

Skitterphoto / Pixabay

 

Wie hat denn bei DAB alles angefangen?
Die Idee für Digitales Radio ist schon älter, 1981 entstanden. Beim BR. Es muss doch möglich sein, so der Grundgedanke, über UKW auch digitale Stereoprogramme auszustrahlen – in besserer Qualität. Der Gedanke wurde dann von Sendern und Betreibern weiterentwickelt.

Im Jahre 1985 fanden dann am Sender Gelbelsee des Bayerischen Rundfunks erste Abstrahlversuche statt. Seit 1986/1987 wird das digitale Radio in ganz Europa einheitlich entwickelt und verbreitet. Inzwischen auch auf allen Autobahnen in Deutschland und wird auch immer öfter in Neuwagen eingebaut. Und wie gesagt auch im Ausland, bekomme auch dort mit meinem DAB+ Radio – Programme,  Allerdings auch nur die dortigen DAB-Sender. Aber kann ja auch spannend sein im Urlaub mal anderes Radioprogramm zu hören.

 

Aber radio überall auf der Welt kann ich doch im Internet hören per Livestream? 

Ist richtig, ist auch digital, aber Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen DAB und Internetradio: Wer Internetradio hören will, braucht auch eine Internetverbindung. Das ist heute zwar häufig gegeben, aber eben nicht überall. Für DAB braucht man keine Onlineanbindung. Es fallen auch keine Kosten an, das Datenvolumen wird nicht beeinträchtigt. DAB wird per Funk terrestrisch verteilt – kostenlos. Auch der Empfang ist kostenlos. Man braucht lediglich ein DAB-taugliches Gerät.

 

Und DAB und DAB+ sind das Gleiche?

Im Wesentlichen schon, allerdings ist DAB+ eine Weiterentwicklung – bietet noch bessere Klangqualität. DAB+ gibt es seit November 2011. Weiter entwickelte Codecs sorgen für eine hörbar bessere Tonqualität. Alte DAB-Geräte können Programme in DAB+ nicht abspielen, moderne DAB+-Geräte aber DAB- und DAB+-Sender. Heute wird eigentlich nur noch in DAB+ ausgestrahlt.

Free-Photos / Pixabay

 

Welche Programme kann man den in DAB hören? Sind das spezielle Radiosender?
Nein, DAB ist ein Verbreitungsweg, kein eigener Sender. Man kann nicht alle Radiosender hören, die man über UKW empfangen kann, aber die meisten. Zum Beispiel alle Radiosender des WDR, auch WDR5 – aber zusätzlich auch Sender wie 1Live Diggi, das es nur über DAB gibt. Außerdem gibt es einige anderen Spartensender, die nur über DAB gesendet werden. Auch die vier bundesweiten Radiosender vom Deutschlandfunk gibt es über DAB.

Nicht alle Sender sind bundesweit zu empfangen, das ist so wie bei den regulären Radiosendern auch, die man je nach Sendegebiet empfängt oder eben nicht. Insgesamt lässt sich aber sagen, dass man mit DAB mehr Auswahl hat. Denn im selben Frequenzspektrum lassen sich mehr Radioprogramme unterbringen – und das dann auch noch in  höherer Qualität. Das ist auch der Grund, weshalb DAB vorangetrieben wird. Idealerweise hören irgendwann alle über DAB Radio – dann könnte UKW abgeschaltet und diese Frequenzen ebenfalls für digitale Radiosender genutzt werden.

annca / Pixabay

 

 

Droht denn eine Abschaltung von UKW?
Nicht kurzfristig, aber mittelfristig sicherlich – das ist das Ziel von DAB. Noch steht in Deutschland kein Termin dafür fest. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung weiter: In Norwegen zum Beispiel wurde bereits 2017 der analoge UKW-Empfang eingestellt. Die Schweiz und Dänemark bereiten ebenfalls den Ausstieg vor. Wer hier im Ausland unterwegs ist, braucht also künftig ein DAB-taugliches Gerät.

 

DAB bietet aber auch Extradienste an – welche sind das?
Das stimmt: DAB übermittelt nicht nur die eigentlichen Radioprogramme, sondern auch Zusatzinformationen, die parallel zum ausgestrahlten Radioprogramm verteilt werden. Zum Beispiel Wetterkarten, die gezeigt werden, wenn die Wetter-Infos kommen, aber auch Headlines der aktuellen Nachrichten, Infos zum gespielten Musiktitel, wie man das auch vom MP3 Play kernnt, Programmhinweise und vieles andere mehr. Der Radiohörer ist so besser informiert, wenn er möchte.

 

Mit welchen Geräten kann ich denn DAB-Radio hören?
Man braucht ein modernes, DAB-taugliches Gerät. Moderne Geräte sind heute eigentlich nahezu alle DAB-tauglich. DAB-Geräte können immer auch UKW empfangen und abspielen, umgekehrt gilt das nicht. Es ist deshalb wichtig bei einem Neukauf darauf zu achten, dass das Gerät DAB-tauglich ist, denn dann ist man auf der sicheren Seite und kann selbst bei Abschaltung von UKW weiter hören – umgekehrt gilt das nicht. Bei Autoradios ist das auch wichtig, da einige Länder UKW bereits abgeschaltet haben oder die Abschaltung planen




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