Die meisten suchen mit Google – ohne groß darüber nachzudenken. Google ist eine gute Suchmaschine. Aber warum gibt es eigentlich keine ernstzunehmende Konkurrenz? Dafür gibt es durchaus Gründe. Denn der Aufwand, eine Suchmaschine anzubieten, die ähnlich gut ist oder sogar besser, ist nahezu unmöglich.
Diese Woche wurde viel über Google gesprochen – und das nicht ohne Grund. Während neue KI-Suchmaschinen wie ChatGPT Search, Perplexity oder Microsoft Copilot für Aufsehen sorgen, bleibt Google der unangefochtene König der Websuche. Eine Frage wird mir immer wieder gestellt: Wieso macht niemand ein wirklich besseres Google?

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Das ganze Internet in Echtzeit
Die Frage drängt sich eigentlich auf – aber kaum einer wagt, sie zu beantworten. Offensichtlich lässt sich mit einer Suchmaschine mehr oder weniger mühelos ein Imperium aufbauen und wirklich viel Geld verdienen. Allein 2025 hat Google mit der Suche über 200 Milliarden Dollar umgesetzt. Das sollte ausreichend Motivation sein, eine bessere Suchmaschine auf die Beine zu stellen. Allerdings: Es ist praktisch unmöglich.
Vor 20 Jahren war es noch vergleichsweise einfach, das gesamte Internet zu „scannen“ und zu katalogisieren. Heute sind unfassbare Rechenkapazitäten nötig, um diese Aufgabe zu erledigen – und all die Daten zu speichern und auszuwerten. Praktisch in Echtzeit crawlt Google täglich Milliarden von Webseiten, während gleichzeitig über 8,5 Milliarden Suchanfragen bearbeitet werden müssen. Es sind Rechenzentren in aller Welt erforderlich – mit jeder Menge Personal, um diese zu betreiben. Das kostet ein Vermögen.
Warum Google kaum zu kopieren ist
25+ Jahre Vorsprung: Uneinholbar
Viel wichtiger ist aber das Know-how. Google hat inzwischen über 25 Jahre Vorsprung bei den Such-Algorithmen. Die schlauesten Köpfe der Welt arbeiten für Google: Mathematiker. Linguisten. Physiker. Informatiker. KI-Experten. Sie alle zerbrechen sich den Kopf, wie man möglichst effektiv und präzise Suchtreffer generiert. Das lässt sich nicht einfach so kopieren. Wer eine Suchmaschine wie Google nachbauen oder es sogar besser machen wollte, bräuchte mindestens mehrere Hundert solcher Leute. Und die sind nicht leicht zu bekommen.
Die KI-Revolution ändert nichts am Monopol
Selbst die aktuelle KI-Revolution hat daran wenig geändert. Zwar bieten ChatGPT Search, Perplexity, You.com oder das neue Gemini Search interessante Alternativen mit direkten Antworten statt Link-Listen. Aber sie alle nutzen im Hintergrund oft Googles Web-Index oder sind auf dessen Infrastruktur angewiesen. Eine echte Alternative zur Google-Suche ist dadurch nicht entstanden.
Microsoft hat es mit Bing und enormen Investitionen in OpenAI versucht – trotz Milliarden-Budget und ChatGPT-Integration liegt der Marktanteil bei mageren 7 Prozent. Selbst eine öffentlich-rechtliche Suchmaschine für Europa, wie mehrfach vorgeschlagen, würde eher enttäuschen.
Das Netzwerk-Problem
Dazu kommt ein weiteres Problem: Je mehr Menschen eine Suchmaschine nutzen, desto besser wird sie. Google lernt aus jeder Suchanfrage, aus jedem Klick, aus jedem Verhalten. Diese Datenmengen sind unschätzbar wertvoll für die Verbesserung der Algorithmen. Ein Teufelskreis: Wer schon vorn liegt, wird immer weiter davonziehen.
Die wenigen Alternativen wie DuckDuckGo (Datenschutz), Startpage (anonyme Google-Suche) oder Ecosia (pflanzt Bäume) bedienen Nischenmärkte, können aber qualitativ nicht mithalten. Sie sind eher für spezielle Bedürfnisse interessant, nicht als Vollersatz.
Regulierung als einziger Ausweg
Aus diesem Grund kann man bei der Google-Suchmaschine wohl von einem Quasi-Monopol sprechen. In den USA und der EU laufen bereits Kartellverfahren gegen Google. Die EU hat mit dem Digital Services Act und dem Digital Markets Act erste Schritte unternommen. Es empfiehlt sich, noch strengere Regeln einzuführen für diesen Monopolisten.
Die Macht über die Informationsverteilung im Internet sollte nicht in den Händen eines einzigen Unternehmens liegen – egal wie gut dessen Suchmaschine auch sein mag. Es ist allerhöchste Zeit für mehr Transparenz und Kontrolle.
Ich halte es daher nach wie vor für praktisch unmöglich, ein besseres Google zu erschaffen. Das Zeitfenster dafür ist längst geschlossen. Selbst mit KI-Power bleibt Google der unangefochtene Champion der Websuche.
Zuletzt aktualisiert am 08.03.2026
