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Membran- oder mechanische Tastatur: Was sind die Unterschiede?

27.09.2018 | Von Jörg Schieb

Hardware

Mit der Anmeldung eines Geräts, das uns heute besser als „Schreibmaschine“ bekannt ist, legte Henry Mill 1714 den Grundstein für die uns bekannten Tastaturen. Ursprünglich waren Schreibmaschinen zum Schreiben von Texten gedacht. Doch als Konrad Zuse 1939 den ersten Computer erfunden hat, musste ein Eingábegerät her, um Daten in den Rechner einzugeben. Das war die Geburtsstunde der Tastatur, wie wir sie heute kennen.

Bis heute wurden Tastaturen verbessert. Neben den herkömmlichen Membrantastaturen haben sich im letzten Jahrzehnt besonders die mechanischen Tastaturen etabliert. Aber worin liegen die Unterschiede zwischen den verschiedenen Schreibmaschinentypen?

Wie funktionieren die Tastaturtypen?

Wie sich das Tippen auf einer Tastatur anfühlt, hängt vor allem von der beim jeweiligen Gerät verwendeten Technik ab. Dabei wird zwischen der Membrantechnik, die auch „Rubber Dome“ genannt wird und der mechanischen Technik unterschieden (für nähere Informationen, siehe dazu auch den Blogbeitrag von Cherry). Bei Notebooks wird außerdem oft eine sogenannte Scherentechnik verwendet, um welche es uns heute jedoch nicht gehen soll.

Folgendes Video erklärt das ganze nochmal etwas näher:

Membrantechnik/ Rubber Dome

Die Taste einer Tastatur befindet sich bei der Rubber-Dome-Technik auf einer Gummikuppel. Drückt der Nutzer die Taste, wird dieser zusammengedrückt. Beim Loslassen der Taste bewegt sich auch der Gummi wieder in die Ausgansposition, sodass auch die Taste wieder nach oben kommt.

Unter diesem Gummi befinden sich mehrere Folienschichten, welche dafür sorgen, dass der Impuls des Drückens in ein elektronisches Signal umgewandelt wird. Durch diese Folien- bzw. Membranschichten erhält die Tastatur auch ihren Namen. Die Membrantechnik ist aktuell noch die am weitesten verbreitete Tastaturvariante, da sie sehr günstig ist und in den meisten Komplett-PCs mitgeliefert werden.

Pixies / Pixabay

 

Mechanische Schalter

Die etwas teureren Tastaturmodelle verwenden zumeist mechanische Schalter, wodurch diese auch als mechanische Tastaturen bezeichnet werden. Da diese häufig im Bereich Gaming eingesetzt werden (auf Grund von gewissen Vorteilen die wir weiter unten vorstellen), wird diese Art auf oft als mechanische Gaming Tastatur bezeichnet.

Bei solchen wird jede Taste mit einem hochwertigen Kunststoffgerüst versehen. Im Gegensatz zur Membrantastatur setzen mechanische Modelle auf Federn, welche in den Kunststoff integriert sind und dafür sorgen, dass sich die Taste nach dem Impuls in die Ausgansposition zurückbewegt. Aufgrund dieser Technik ist auch der Einbau von LED-Leuchten mit RGB-Beleuchtung keine Schwierigkeit.

rawpixel / Pixabay

 

Was bedeutet das für das Schreibgefühl?

Im Vergleich zu einer mechanischen Tastatur ist das Druckgefühl bei Rubber Dome Tastaturen aufgrund der verwendeten Gummitechnik wesentlich schwammiger und unpräziser. Außerdem beklagen viele Kunden, dass sich das Schreiben nach längerer Zeit ungemütlicher anfühlt als mit einer mechanischen Tastatur. Die bei den mechanischen Schaltern verwendeten Federn sorgen dafür, dass sich die Tasten deutlich leichter bedienen lassen und diese sich mit deutlich weniger Kraftaufwand betätigen lassen, wodurch das Tippen gemütlicher und präziser erscheint.

Die verschiedenen Schalterarten mechanischer Tastaturen

Mechanische Tastaturen verwenden verschiedene Tastenarten bzw. Switch-Typen (oder auch Schalter genannt). Im Wesentlichen wird dabei zwischen vier Ausführungen unterschieden (siehe dazu den Gaming Tastatur Test Ratgeber auf only4gamers). Die Unterschiede beziehen sich dabei primär auf die für die Tastatur vorgesehenen Anwendungszwecke.

  • MX Blues: Dieser Switch Typ eignet sich am besten für Büroarbeiten, da die Tasten die längste Lebensdauer haben und diese bereits ab einem Eindruck von 2mm ausgelöst werden. Außerdem geben die Tasten ein deutliches Feedback beim Tastenanschlag, wodurch sich diese besonders für Vieltipper eignen.
  • MX Red: Dieser Switch Typ ist vor allem unter Gamern sehr beliebt, da sich die Tasten bei diesem Typ ohne viel Kraftaufwand leicht auslösen lassen.
  • MX Browns: Die MX Browns sind den MX Blues am ähnlichsten. Der einzige kleine Unterschied beläuft sich auf die Druckkraft, die beim Tastenanschlag aufgebracht werden muss. Diese ist bei den MX Browns minimal geringer, wodurch die Tasten auch ein wenig leiser sind als die MX Blues.
  • MX Black: Diese lösen sich im Gegensatz zu den anderen drei Typen eher schwer aus, wodurch sich diese besonders für Nutzer eignen, welche großen Wert auf Genauigkeit legen.

geralt / Pixabay

Vor-und Nachteile einer mechanischen Tastatur

Zwischen den mechanischen Tastaturen und denen, welche auf Rubber Dome setzen, gibt es neben dem Tippgefühl noch einige weitere Unterschiede, wobei zumeist die mechanischen Tastaturen mit einer Vielzahl an Vorteilen überzeugen können. Neben diesen gibt es allerdings auch einige kleine Nachteile.

Vorteile einer mechanischen Tastatur

Höhere Lebensdauer

Ein zentraler Vorteil von mechanischen Tastaturen gegenüber Membranmodellen ist die sehr hohe Lebenserwartung. So sind die meisten mechanischen Schalter auf 30 bis 70 Millionen Anschläge ausgelegt, wohingegen Tastaturen mit Membrantechnik in der Regel nur bis zu 5 Millionen Anschläge überdauern. Dadurch halten die mechanischen Tastaturen oft mehrere Jahre länger.

Geringer Verschleiß

Neben dem Vorteil, dass Mechanische Tastaturen wesentlich länger halten, könne sie auch mit ihrem äußerst geringen Verschleiß überzeugen. Auch nach Jahren ist so das Tippgefühl wie am ersten Tag und ein Klemmen oder Kippeln der Tasten ist äußerst selten.

Sehr gute Standfestigkeit

Mechanische Tastaturen haben aufgrund der bei ihnen verbauten Kunststoffgerüste und Federn ein größeres Gewicht und sind daher standfester, wodurch sie im Alltag nicht so leicht verrutschen.

Einzigartiges Schreibgefühl

Im Gegensatz zu den herkömmlichen Membrantastaturen bieten mechanische Modelle mehr technische Möglichkeiten für den Nutzer. So kann der Verbraucher zwischen verschiedenen Switch-Typen auswählen, um das ideale Gerät zu finden. Mechanische Tastaturen bieten außerdem ein besseres Feedback, wodurch sich das Tippen auf längere Zeit angenehmer gestaltet.

Spezielle Extras

Mechanische Tastaturen überzeugen häufig auch mit zahlreichen Extras. So werden die meisten Tastaturen mit einer RGB-Beleuchtung angeboten, die besonders das Tippen im Dunkeln um ein Vielfaches angenehmer macht und auch die Optik für Gamer Setups erheblich aufwertet. Außerdem lassen sich bei mechanischen Tastaturen sogenannte Makros gezielt programmieren. Dabei können beispielsweise nur einzelne Tasten beleuchtet werden oder diese mit einer auszuführenden Befehlskette belegt werden.

Nachteile einer mechanischen Tastatur

Höhere Lautstärke

Aufgrund der speziellen Bauweise mechanischer Tastaturen besitzen diese häufig einen höheren Geräuschpegel als Membrantastaturen. Wer dies jedoch als störend empfindet kann sich entweder ein leises Modell zulegen oder seine Tastatur mit Dämpfungsringen ausstatten.

Höherer Preis

Aufgrund der deutlichen Vorteile einer mechanischen Tastatur und insbesondere deren längerer Lebensdauer sind die Anschaffungskosten einer solchen Tastatur vergleichsweise hoch.

Fazit: Lohnen sich mechanische Tastaturen?

Die mechanischen Tastaturen überzeugen eindrucksvoll mit einem angenehmeren Tippgefühl und einer deutlich längeren Lebensdauer, wodurch sich die höheren Anschaffungskosten eines solchen Modells auf jeden Fall lohnen. Egal ob im Gaming- oder Office-Bereich, die mechanischen Tastaturen sind für jedermann ein Gewinn und eine Investition lohnt sich in jedem Fall.

 




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