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WhatsApp künftig mit Werbung: Was sich ändert

Fast 1,5 Milliarden Menschen nutzen mittlerweile WhatsApp. Nicht alle, weil es sie es wollen, sondern weil dieser Messenger zum Quasi-Standard geworden ist: Alle nutzen die App, da ist der Druck hoch, auch dabei zu sein, damit man erreichbar ist. Bislang ist WhatsApp kostenlos und werbefrei. Doch das ändert sich jetzt: Ab 2019 soll WhatsApp Werbung präsentieren. Werbung! Das war anders versprochen.

Werbung in WhatsApp? Wie soll die aussehen:  Muss ich künftig Werbevideos über mich ergehen lassen, bevor ich chatten kann?

So ähnlich. Es wird zwei Arten von Werbung geben. Einmal Werbung im Statusbereich, also dort, wo wir selbst und wo Freunde kleine Stories erzählen können. Da kann man ja – so ähnlich wie bei Instagram – auch Fotos oder Videos hinterlegen, Texte schreiben, Emojis einbauen.

Hier wird es Werbung geben von Unternehmen für ihre Produkte oder Dienstleistungen. Dann soll es noch eine zweite Werbeform geben, direkt im Chat-Bereich. Hier wird den Unternehmen die Möglichkeit gegeben, direkt mit den Leuten zu kommunizieren.

Wer eine Anzeige interessant findet, tippt darauf und kann gleich mit dem Werbenden in Kontakt treten, eine Nachricht schreiben, eine Frage stellen, eine Pizza bestellen. Ein solches Werbeformat gibt es noch nicht. Das ist neu. Angeblich sollen die Nutzer zumindest die Werbung im Statusbereich abschalten können.

 

Aber hatte Facebook bei der Übernahme von WhatsApp nicht versprochen, dass es keine Werbung zu sehen gibt im Messenger?

Wir alle können uns an Mark Zuckerbergs Versprechen erinnern: Es bleibt alles so, wie es ist. Keine Werbung. Kostenlos. Aber offensichtlich steht im Kleingedruckten des Vertrags zwischen Facebook und WhatsApp, dass diese Zusage nur bis 2019 gilt. Und die Zeit ist nun vorbei.

Klar, dass Facebook irgendwann mit WhatsApp Geld verdienen will. Die beiden Gründer von WhatsApp, die noch lange weiter im Chefsessel bei WhatsApp gesessen haben, finden die Idee übrigens gar nicht gut, haben sich mit Mark Zuckerberg überworfen und das Unternehmen kürzlich verlassen. Nun steht fest: Es kommt Werbung in WhatsApp.

Vor einer Weile hat WhatsApp die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eingeführt, um Chats sicherer zu machen. Wird die nicht aufgeweicht, wenn Werbung zu sehen ist?

Das steht zu befürchten. Bislang sind bei WhatsApp selbst keine Schlüssel gespeichert, sie bekommen nichts mit von der Kommunikation. Das ändert sich, wenn Werbung kommt, denn WhatsApp will natürlich die Interessen erforschen.

Und wen Unternehmen direkt mit den Leuten über WhatsApp chatten, haben sie auch einen Schlüssel. Es droht die Gefahr, dass Chats unverschlüsselt gespeichert werden. Darüber wird zu reden sein. Werbung macht WhatsApp bestimmt nicht sicherer, so viel steht fest.

Whatsapp hat eine große Marktmacht. Vielen Menschen nutzen Whatsapp, weil eben alle anderen auch Whatsapp nutzen. Alternativen sind bei weitem nicht so verbreitet. Wenn ich jetzt keine Lust auf Werbung habe, kann ich Whatsapp einfach löschen und meine Freunde kommen nach?

Es gibt exzellente Alternativen zu WhatsApp wie Threema, Signal, Telegram, sie allesamt sicherer sind als WhatsApp und ähnliche Funktionen bieten. Nur weiß jeder, der diese Messenger schon mal ausprobiert hat: Da ist man ziemlich einsam. Man findet nur wenige seiner Freunde, um zu kommunizieren. Das ist der große Vorteol bei WhatsApp: Hier findet man alle. Deshalb ist die Chance gering, das die Menschen nun massenweise flüchten.

 

Ist es denkbar, dass es auch eine kostenpflichtige Version erscheint, mit der man nervige Werbung umgehen kann? Oder gibt es eine andere Möglichkeit, der Werbung zu entgehen?

Denkbar schon, anfangs war WhatsApp ja auch kostenpflichtig – aber mit Werbung dürfte WhatsApp deutlich mehr verdienen. Deshalb denke ich, dass WhatsApp das freiwillig nicht anbieten wird. Es wäre wünschenswert, dass die Politik sich darum kümmert und den Markt reguliert.

Denn es gibt eine ganz einfache Lösung: Messenger müssten interoperabel werden. Jeder Messenger muss mit jedem Messenger können, so wie ich auch nicht wissen oder überlegen muss, bei welchem Mobilfunkanbieter jemand ist, den ich anrufe. Wenn der Gesetzgeber das vorschreiben würde, wäre das Problem gelöst: Dann könnte jeder selbst entscheiden, welchen Messenger er benutzt – und trotzdem alle erreichen.

Jetzt hat es diese Woche noch ein riesiges Sicherheitsleck in WhatsApp gegeben. Was ist da los?

Es gibt eine Sicherheitslücke in der App. Wenn man einen Video-Anruf bekommt und ihn annimmt, können Hacker das Smartphone komplett kapern, durch einen Fehler in der Software. Deshalb unbedingt die App auf den neuesten Stand bringen, also das Update holen im App-Store von Apple oder Google, um die Lücke zu schließen, denn Cyber-Kriminelle werden das Leck ganz sicher ausnutzen.

 

 




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