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NightShift: Wieso Display-Licht schädlich ist

22.10.2018 | Von Jörg Schieb

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Na, auch gelegentlich Schlafstörungen? Einschlafstörungen – oder Durchschlafstörungen? Damit haben viele Deutsche zu kämpfen. Und es werden immer mehr. Dafür gibt es einen guten Grund: Displays. Wir sind umgeben von Displays: Im Smartphone, im Tablet, im Notebook – auch in Haushaltsgeräten. Doch sie liefern nicht nur Informationen, sondern sind auch schädlich für unsere Gesundheit – und für einen erholsamen Schlaf.

Abends noch mal auf ein Display schauen – das machen doch heute die meisten, oder? Wieso soll das schädlich sein?
84% der deutschen Haushalte haben heute Smartphones, Tablets und andere Gadgets zu Hause. Und die allermeisten schauen auch abends oder nachts noch mal drauf. Mache ich auch, wenn ich ehrlich bin. Allerdings haben Mediziner nachgewiesen: Wer abends noch auf ein Display schaut, der hat ein höheres Risiko für Schlafprobleme – als hat häufiger Einschlaf- oder Durchschlafprobleme.

Aber was genau ist die Ursache: Wieso hat Displaylicht denn Schlafstörungen zur Folge?
Das hat mit dem Hormon Melatonin zu tun. Das wird im Körper produziert, vor allem abends, und führt dann zu Müdigkeit und gesundem Schlaf. Wenn es ausreichend vorhanden ist. Das Problem ist: Der Blauanteil im Displaylicht verringert die Ausschüttung des Hormons Melatonin um bis zu 22%. Wie viel genau, hängt von vielen Faktoren ab und ist individuell unterschiedlich, aber generelle Wirkung ist bei allen gleich:

Wer abends noch auf ein Display schaut, bei dem wird weniger Melatonin ausgeschüttet. Entsprechend sind wir weniger müde. Das Blau im Displaylicht erinnert das Hirn an den Himmel am Morgen: Blauer Himmel – der Tag kann kommen. Darum weniger Melatonin. Es geht gar nicht darum, dass wir blaue Bilder sehen, den Blauanteil nehmen wir bewusst gar nicht wahr. Aber: Er entfaltet seine Wirkung.

 

Was kann ich denn dagegen unternehmen? Abends nicht mehr aufs Display schauen?
Das ist – aus gesundheitlicher Sicht – tatsächlich die beste Lösung. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen: Wer abends nicht mehr auf Displays schaut, hat mit einer deutlich geringeren Wahrscheinlichkeit Einschlaf- und Durchschlafstörungen. Man kann sich aber auch „bewaffnen“.

Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder, man setzt sich eine spezielle Brille auf, die stark orangene Gläser hat. Diese Gläser filtern den Blaulichtanteil heraus. Man muss sich zwar an die etwas ungewöhnlichen Farben gewöhnen, die man sieht, wenn man durch die Brille blickt, aber die gesundheitliche Wirkung ist unbestreitbar positiv. Oder man lässt die Geräte die Arbeit machen – und nutzt die NightShift-Funktion.

Bei Amazon kann man solche Brillen bestellen.

 

NightShift – also „Nachtschicht“ – was verbirgt sich dahinter?
Das ist eine Funktion, die mittlerweile viele Smartphones, Tablets und auch Notebooks bieten. Man kann die NightShfit-Funktion in den Einstellungen aktivieren. Dann verändern sich die Farben, der Blauanteil wird entschieden reduziert – alles andere erscheint weicher, orangener.

Die weiße Farbe ist nicht weiß, sondern wirkt ein bisschen rötlich. An diese Besonderheit gewöhnt man sich schnell. Der gesundheitliche Effekt ist positiv – und überzeugend. Probanden, die den NightShift-Modus aktiviert haben, hatten ähnlich häufig Einschlaf- und Durchschlafstörungen wie Menschen, die abends gar nicht mehr auf Displays geschaut haben.

Der Effekt ist also wirklich nachgewiesen. Natürlich eignet sich diese Funktion nicht, um Fotos zu bearbeiten, also wenn es darauf ankommt, dass alles „farbecht“ ist. Aber um Mails zu checken oder noch mal kurz im Web zu surfen, ist das gut geeignet.

Jetzt wird es ja wieder früher dunkel. Was, wenn ich vergesse, die NightShift-Funktion zu aktivieren?
Kein Problem, denn in modernen Betriebssystemen wie iOS lässt sich auch eine Uhrzeit einstellen, ab wann die NightShift-Funktion automatisch aktiv sein soll. Der Rechner oder das Mobilgerät schaltet um die eingestellte Uhrzeit dann automatisch um auf Display-Licht ohne schädlichen Blaulichtanteil. Und wieder zurück. Es ist sogar möglich, automatisch bei Sonnenuntergang auf NightShift umzustellen.

 




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