Zwei Jahre nach der Vorstellung ist das iPad Pro mit M4-Prozessor längst am Markt etabliert – und hat sich als echte Notebook-Alternative bewährt. Zeit für eine Bestandsaufnahme: Was kann das ultradünne Tablet wirklich, und wie hat es sich im Alltag geschlagen?
Das iPad Pro mit M4 war 2024 Apples Antwort auf die wachsenden Ansprüche professioneller Nutzer. Mit seinem revolutionären Ultra Retina XDR-Display, der beeindruckenden Performance und KI-Fähigkeiten sollte es die Grenzen zwischen Tablet und Laptop endgültig verwischen. Nach fast zwei Jahren Praxiseinsatz können wir sagen: Das ist größtenteils gelungen.
M4-Performance im Langzeittest
Der M4-Chip war 2024 ein Quantensprung – heute wirkt er immer noch beeindruckend modern. Während Apple mittlerweile den M5 in MacBooks verbaut hat, reicht die M4-Power für praktisch alle Tablet-Anwendungen mehr als aus. 4K-Videoschnitt in Final Cut Pro? Läuft butterweich. 3D-Rendering in Cinema 4D? Kein Problem.
Besonders die KI-Performance der Neural Engine hat sich bewährt. Mit 38 Billionen Operationen pro Sekunde bewältigt sie auch 2026 noch alle gängigen AI-Anwendungen. Von der automatischen Hintergrundentfernung bis zu lokalen LLM-Modellen – das iPad Pro stemmt alles ohne Cloud-Anbindung.
Die Akkulaufzeit hat sich als Stärke erwiesen: Selbst bei intensiver Nutzung mit externem Display und Videobearbeitung hält das Gerät einen vollen Arbeitstag durch. Das schafft kaum ein vergleichbarer Laptop bei ähnlicher Performance.
Ultra Retina XDR Display: Noch immer Referenz
Das Tandem-OLED-Display war 2024 revolutionär und ist auch heute noch unerreicht. Die 1.000 Nits Vollbild-Helligkeit und 1.600 Nits Spitzenhelligkeit machen das iPad Pro zur ersten Wahl für HDR-Content und Fotobearbeitung. Selbst aktuelle OLED-Laptops erreichen diese Werte nicht.
Die optionale Nanotextur-Oberfläche hat sich als Game-Changer für Outdoor-Nutzung erwiesen. Fotografen und Designer schwören darauf – endlich ein Display, das auch bei direkter Sonneneinstrahlung nutzbar bleibt. Der Aufpreis von 150 Euro lohnt sich für professionelle Anwender definitiv.
Ein kleiner Wermutstropfen: Bei sehr intensiver Nutzung kann das Display minimal dimmen, um Überhitzung zu vermeiden. Das passiert aber nur bei extremen Bedingungen und ist kaum wahrnehmbar.
Design und Verarbeitung: Dünn, aber robust
Mit 5,1 mm (13-Zoll) bzw. 5,3 mm (11-Zoll) Dicke ist das iPad Pro tatsächlich das dünnste Apple-Gerät aller Zeiten. Die Sorge, dass so ein dünnes Gerät fragil sein könnte, hat sich nicht bewahrheitet. Das Aluminium-Gehäuse aus 100% recyceltem Material ist überraschend stabil.
Das geringe Gewicht – unter 450 Gramm beim 11-Zoll-Modell – macht lange Sessions angenehm. Selbst das 13-Zoll-Modell lässt sich problemlos einhändig halten, was bei der Nutzung als digitaler Notizblock oder E-Reader geschätzt wird.
Die Farboptionen Silber und Space Schwarz wirken zeitlos elegant. Fingerabdrücke sind kaum sichtbar, und die matte Rückseite bietet guten Grip.
Apple Pencil Pro: Intuitive Kreativität
Der Apple Pencil Pro hat das digitale Zeichnen und Schreiben noch einmal deutlich verbessert. Die Druckgeste für die Tool-Palette ist intuitiv und unterbricht den Workflow nicht. Das haptische Feedback fühlt sich natürlich an und bestätigt jede Aktion dezent.
Besonders clever: Die Rotationserkennung. Kalligrafie-Apps wie Procreate oder GoodNotes nutzen das Feature perfekt – ihr könnt den Stift drehen wie einen echten Pinsel oder Kalligrafiestift. Das macht digitales Lettering deutlich natürlicher.
Die „Wo ist?“-Integration hat sich als praktischer erwiesen als gedacht. Ein verlegter Pencil gehört der Vergangenheit an – das iPad findet ihn zuverlässig, auch wenn er unter einem Stapel Papier liegt.
Magic Keyboard: Fast wie ein MacBook
Das Magic Keyboard für das M4 iPad Pro ist deutlich ausgereifter als die Vorgänger. Die Funktionszeile macht den Unterschied – endlich könnt ihr Helligkeit und Lautstärke direkt ansteuern, ohne über das Control Center zu gehen.
Das größere Trackpad mit haptischem Feedback fühlt sich tatsächlich wie ein MacBook an. Die Cursor-Unterstützung in iPadOS hat sich kontinuierlich verbessert und funktioniert mittlerweile in praktisch allen Apps flüssig.
Die Aluminium-Handauflage wertet das Gesamtpaket merklich auf. Allerdings macht sie das Keyboard auch teurer – mit über 300 Euro ist es eine ernsthafte Investition.
Konnektivität: Thunderbolt macht den Unterschied
Der Thunderbolt 3-Anschluss hat sich als echter Vorteil erwiesen. Externe 6K-Displays, schnelle SSDs mit bis zu 40 Gbit/s, sogar eGPUs für spezielle Anwendungen – das iPad Pro ist anschlussseitig einem MacBook ebenbürtig.
Wi-Fi 6E sorgt für stabiles Internet, auch in überfüllten Netzwerken. Die 5G-Varianten unterstützen mittlerweile auch mmWave in Deutschland – wo verfügbar, sind Gigabit-Geschwindigkeiten unterwegs möglich.
Die eSIM-Aktivierung funktioniert mittlerweile reibungslos. Dual-SIM-Funktionalität mit zwei eSIMs macht das iPad Pro zum idealen Reisebegleiter für internationale Nutzer.
KI-Features im Alltag
Die KI-Fähigkeiten des M4 haben sich als echte Arbeitserleichterung erwiesen. Dokumente scannen mit automatischer Schattenkorrektur funktioniert perfekt – das iPad erkennt Dokumente automatisch und optimiert die Aufnahme in Echtzeit.
In Final Cut Pro ist die KI-basierte Hintergrundentfernung bei 4K-Videos beeindruckend schnell. Was früher Stunden dauerte, erledigt das iPad in Minuten – ohne Cloud-Upload, alles lokal auf dem Gerät.
Auch Third-Party-Apps nutzen die Neural Engine clever: Luminar Neo für Fotobearbeitung, LumaFusion für Videoschnitt oder Ferrite für Audioproduktion – alle profitieren spürbar von der KI-Power.
Fazit nach zwei Jahren
Das iPad Pro mit M4 hat seine Versprechen weitgehend eingelöst. Es ist tatsächlich eine ernsthafte Alternative zu vielen Laptops – zumindest wenn eure Workflows zu iPadOS passen. Für kreative Profis, die viel unterwegs sind, gibt es kaum bessere Optionen.
Die Kombination aus ultradünnem Design, exzellenter Performance und dem besten Tablet-Display am Markt ist auch 2026 noch konkurrenzlos. Wer ein vielseitiges Arbeitsgerät sucht, das Tablet, Laptop und digitaler Notizblock in einem ist, liegt mit dem iPad Pro richtig.
Einziger Haken: Der Preis. Vollausgestattet mit Magic Keyboard und Apple Pencil Pro kratzt das iPad Pro schnell an der 2.000-Euro-Marke. Dafür bekommt ihr aber auch ein Gerät, das wahrscheinlich die nächsten Jahre problemlos mithalten wird.
Zuletzt aktualisiert am 16.02.2026