So manche App im Smartphone oder Tablet kostet Geld. Vollkommen in Ordnung, das ist mir lieber als ständig Werbung anschauen zu müssen. Das Problem ist nur: Manchmal schließt ihr versehentlich ein Abo ab – und zahlt jede Woche oder jeden Monat. Oft kriegt ihr sie nicht mehr los. Grund genug, mal genauer hinzuschauen und nicht mehr benötigte Abos zu kündigen.
Viele App-Entwickler wenden nach wie vor einen Trick an, um den Usern ein Abo unterzujubeln: App ist gratis, aber ihr bestätigt gleich am Anfang ein Abo, das viele gar nicht als solches erkennen. Eine kostenlose Probephase – und danach wöchentliche oder monatliche Gebühren.
Es gibt Wetter-Apps, die verlangen 30 EUR pro Woche, Fitness-Apps für 25 EUR monatlich oder Meditation-Apps für 40 EUR pro Monat. Weil die Abokonditionen mitunter gut versteckt oder winzig klein dargestellt sind, erkennt ihr die Konditionen oft nicht rechtzeitig. Schnell habt ihr da versehentlich ein kostenpflichtiges Abo aktiviert.

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App löschen reicht nicht
Viele denken sich: Oh, eine App, die Kosten verursacht oder mich sogar getäuscht hat – die lösche ich aber schnell. Aber das reicht nicht. Das hat keinerlei Auswirkung auf die Abosituation. So ein Abo müsst ihr ausdrücklich kündigen.
Glücklicherweise haben sowohl Apple als auch Google ihre Benutzeroberflächen in den letzten Jahren verbessert und den Zugang zu Abo-Verwaltung vereinfacht. Trotzdem ist die entsprechende Funktion nicht sofort ersichtlich.
iOS: Abos über iPhone oder iPad kündigen
Unter iOS geht ihr in den „Einstellungen“ auf euren Namen ganz oben. Dann tippt ihr auf „Medien & Käufe“ und anschließend auf „Abos“. Hier seht ihr alle aktiven und abgelaufenen Abonnements. Tippt auf das entsprechende Abo und wählt „Abo kündigen“.
Alternativ könnt ihr auch die App Store App öffnen, oben rechts auf euer Profilbild tippen und dann „Abos“ auswählen. Beide Wege führen zum gleichen Ziel.
Android: Abos über Google Play verwalten
Bei Android öffnet ihr den Google Play Store, tippt oben rechts auf euer Profilbild und wählt „Zahlungen und Abos“ aus. Dann geht ihr auf „Abos“. Hier könnt ihr alle aktiven Abonnements sehen und bei Bedarf kündigen.
Wichtig: Bei beiden Systemen läuft das Abo noch bis zum Ende der bereits bezahlten Periode weiter, auch nach der Kündigung.
Neue Schutzmaßnahmen und Verbraucherschutz
Sowohl Apple als auch Google haben ihre Richtlinien verschärft. Seit 2024 müssen App-Entwickler deutlicher auf Kosten hinweisen. Apple hat die „Transparenz bei App-Käufen“ eingeführt, die vor jedem kostenpflichtigen Abo einen deutlichen Hinweis mit Preis und Kündigungsmöglichkeit anzeigt.
Google hat nachgezogen und zeigt jetzt ebenfalls prägnante Warnungen bei Abschluss kostenpflichtiger Abos an. Trotzdem solltet ihr aufmerksam bleiben, denn nicht alle dubosen Apps sind aus den Stores verschwunden.
Präventionsmaßnahmen: So schützt ihr euch
Um gar nicht erst in die Abo-Falle zu tappen, solltet ihr einige Vorsichtsmaßnahmen treffen:
• Lest die App-Beschreibung gründlich, bevor ihr eine vermeintlich kostenlose App herunterladet
• Achtet auf Begriffe wie „kostenlose Testphase“, „Premium-Funktionen“ oder „Nach 3 Tagen kostenpflichtig“
• Prüft die Bewertungen anderer Nutzer – oft warnen diese vor versteckten Kosten
• Aktiviert Kaufbestätigungen in den Systemeinstellungen eures Geräts
• Kontrolliert regelmäßig eure aktiven Abos
Was tun bei ungewollten Abbuchungen?
Falls ihr bereits ungewollt Geld für ein Abo bezahlt habt, gibt es Hoffnung: Sowohl Apple als auch Google bieten Rückerstattungen an, wenn das Abo unter fragwürdigen Umständen abgeschlossen wurde.
Bei Apple könnt ihr über „Problem melden“ in der Kaufhistorie eine Erstattung beantragen. Google bietet ähnliche Möglichkeiten über die Play Console. In vielen Fällen erhaltet ihr euer Geld zurück, besonders wenn das Abo innerhalb der ersten 48 Stunden gekündigt wird.
Fazit: Kostenpflichtige Apps sind okay – Transparenz ist wichtig
Grundsätzlich ist es völlig in Ordnung, wenn Apps etwas kosten – ob einmalig oder im Abo. Schließlich kostet das Entwickeln von Apps Geld, und mir ist es lieber, für eine App einen fairen Preis zu zahlen als ständig Werbung zu ertragen.
Problematisch wird es nur, wenn die Kosten verschleiert oder manipulativ präsentiert werden. Die großen Plattformbetreiber haben hier in den letzten Jahren nachgebessert, aber als Nutzer solltet ihr trotzdem wachsam bleiben und regelmäßig eure Abos überprüfen.
Denkt daran: Eine gelöschte App bedeutet nicht automatisch ein gekündigtes Abo. Geht lieber einmal zu oft in die Abo-Verwaltung als einmal zu wenig – euer Geldbeutel wird es euch danken.
Zuletzt aktualisiert am 07.03.2026

