Wurde ich schon gehackt? Findet es heraus!

von | 11.01.2019 | Internet

Bin auch ich schon mal gehackt worden? Diese Frage beschäftigt heute mehr Menschen denn je – völlig zu Recht. Cyberangriffe werden immer raffinierter und häufiger. Einfach zu beantworten ist die Frage nicht, aber ihr könnt zumindest herausfinden, ob eure Zugangsdaten, Passwörter oder andere sensible Informationen bereits bei größeren Datenlecks abgegriffen wurden. Es gibt nämlich spezialisierte Datenbanken, in denen sich das gezielt nachschlagen lässt – mittlerweile auch mit deutscher Benutzeroberfläche.

Die kontinuierlichen Datenlecks der vergangenen Jahre – von Yahoo über Equifax bis hin zu den jüngsten Vorfällen bei großen Cloud-Anbietern – haben endlich eine breitere Diskussion über Datensicherheit angestoßt. Menschen fragen sich berechtigterweise: Könnte ich auch betroffen sein? Welche Schritte muss ich unternehmen, um mich zu schützen?

Die Verantwortung liegt natürlich bei allen Beteiligten: beim Staat, der entsprechende Gesetze und Regulierungen schaffen muss, bei den Unternehmen, die Nutzerdaten verarbeiten, und bei jedem einzelnen von uns. Doch während Unternehmen ihre Sicherheitsmaßnahmen oft als „Geschäftsgeheimnis“ behandeln und der Gesetzgeber meist hinterherhinkt, können wir selbst aktiv werden.

Wurde ich schon geknackt? Die wichtigsten Check-Tools

Ein unverzichtbares Werkzeug für diese Überprüfung ist Have I been Pwned von Sicherheitsexperte Troy Hunt. Dieser Service durchsucht Milliarden von kompromittierten Accounts aus über 600 dokumentierten Datenlecks. Einfach die eigene E-Mail-Adresse eingeben – und ihr erfahrt, ob und bei welchen Hacks eure Daten in falsche Hände geraten sind.

Besonders praktisch: Der Service wurde mittlerweile auch ins Deutsche übersetzt. Unter experte.de/email-check findet ihr eine deutschsprachige Version, die genauso funktioniert wie das Original. Die Ergebnisse werden verständlich auf Deutsch erklärt, inklusive Details zu den jeweiligen Datenlecks.

Neu hinzugekommen sind 2025 und 2026 mehrere große Datenlecks, darunter Vorfälle bei beliebten Gaming-Plattformen, Fitness-Apps und sogar einigen Banken. Die Datenbank wird kontinuierlich aktualisiert, sobald neue Lecks bekannt werden.

Passwort-Sicherheit im Jahr 2026

Genauso wichtig ist die Überprüfung eurer Passwörter. Der Passwort-Check von Have I been Pwned zeigt euch, ob euer Passwort bereits in einem der über 847 Millionen kompromittierten Passwörter auftaucht (Stand Februar 2026). Wird euer Passwort gefunden, solltet ihr es sofort ändern – es steht praktisch in einem „Wörterbuch“ für Brute-Force-Angriffe.

Moderne KI-gestützte Angriffe können schwache Passwörter heute in Sekunden knacken. Deshalb empfehlen Sicherheitsexperten 2026 Passwörter mit mindestens 16 Zeichen oder noch besser: Passphrasen aus mehreren zufälligen Wörtern.

Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen

Wenn ihr feststellt, dass eure Daten kompromittiert wurden, solltet ihr sofort handeln:

Passwörter sofort ändern – nicht nur für den betroffenen Account, sondern überall, wo ihr dasselbe oder ähnliche Passwörter verwendet habt
Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren – mittlerweile Standard bei allen seriösen Anbietern
Passwort-Manager nutzen – Tools wie Bitwarden, 1Password oder KeePass generieren und verwalten sichere, einzigartige Passwörter
Regelmäßige Überprüfungen – checkt eure E-Mail-Adressen alle paar Monate

Besonders wichtig: Aktiviert Benachrichtigungen bei Have I been Pwned. Der Service informiert euch automatisch, falls eure E-Mail-Adresse in neuen Datenlecks auftaucht.

Wurde ich schon mal gehackt? Hier kann man es – in Deutsch! – nachschauen

Die Grenzen der Überprüfung

Wichtig zu verstehen: Wird eure E-Mail-Adresse nicht gefunden, ist das zwar ein gutes Zeichen, aber keine Garantie. Der Service erfasst nur öffentlich bekannte Datenlecks. Gezielte Angriffe, kleinere Hacks oder noch nicht entdeckte Lecks bleiben unsichtbar.

Zudem konzentriert sich der Service hauptsächlich auf E-Mail-basierte Accounts. Andere persönliche Daten wie Sozialversicherungsnummern, Kreditkartendaten oder biometrische Informationen werden nicht immer erfasst.

Präventive Maßnahmen für 2026

Die beste Verteidigung ist eine gute Vorbereitung:

Datensparsamkeit – gebt nur die wirklich nötigen Informationen preis
Separate E-Mail-Adressen – nutzt verschiedene Adressen für verschiedene Zwecke
Regelmäßige Updates – haltet alle Geräte und Apps aktuell
Phishing-Awareness – seid skeptisch bei verdächtigen E-Mails und Links

Besonders relevant 2026: Achtet auf KI-generierte Phishing-Mails, die immer überzeugender werden. Auch Deepfake-Anrufe nehmen zu – vertraut nicht blind auf Stimmen am Telefon.

Fazit: Wissen ist Macht

Die deutschen Übersetzungen der wichtigsten Sicherheits-Tools machen Datenschutz endlich für alle zugänglich. Nutzt diese Möglichkeiten! Ein paar Minuten Aufwand können euch vor Jahren des Ärgers bewahren.

Denkt daran: Perfekte Sicherheit gibt es nicht, aber mit den richtigen Tools und etwas Aufmerksamkeit könnt ihr euer Risiko erheblich reduzieren. In einer Zeit, in der Daten das neue Gold sind, ist Datensicherheit kein Luxus mehr – sondern Notwendigkeit.

Mein Tipp: Das eBook Das sichere Login lesen. Hier steht, wie man seine Onlinekonten absichert.

Zuletzt aktualisiert am 06.03.2026