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Wie uns die Sozialen Medien verändern

17.01.2019 | Von Jörg Schieb

Internet

Trotz aller Datenskandale bleiben größere Austrittswellen bei den Sozialen Netzwerken aus. Doch wenn ein Prominenter wie der Grüne Rober Habeck bei Twitter und Facebook den Stecker zieht, lohnt sich ein Blick auf die Moticiation und die Hintergründe. Und es ist Zeit, sich selbst zu fragen: Wie verändern uns die Sozialen Medien eigentlich?

Robert Habeck ist nicht mehr bei Twitter. Auch Facebook hat er den Rücken gekehrt. Der FAZ hat der populäre Grünen-Politiker jetzt ein Interview zu seinem Social-Media-Abschied gegeben. „Wollen Sie jetzt auch mit Talkshows aufhören?“, haben die Kollegen das Interview überschrieben. Ein bemerkenswerter Vergleich. Als ob es dasselbe wäre, in einer Fernsehsendung zu diskutieren – oder im Netz zu twittern.

Kein Moderator im Netz – dafür anonyme Wortmeldungen

Man kann von Talkshows ja halten, was man will. Aber in einer Talkshow sitzen keine anonymen Gäste, sondern Menschen, die Verantwortung für das übernehmen, was sie behaupten und sagen. Man kann sie sehen, man kann sie erkennen. Das lässt sich über Twitter, Facebook und andere Online-Foren nun nicht behaupten. Und: Es gibt eine/n Moderator/in, der/die sich zumindest bemüht, dass es fair und sachlich zugeht. Im Netz gibt es in der Regel auch das nicht.

Die FAZ-Überschrift bedeutet also, dass Äpfel mit Birnen verglichen werden. Robert Habeck hat die Sozialen Medien zweifellos aus vielen Gründen verlassen. Unter anderem wegen der Anonymität im Netz, die bei vielen nicht gerade die beste Kinderstube zum Vorschein kommen lässt.

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Die Sozialen Medien sind nicht sozial – und verändern uns

All das ist nicht neu. Robert Habeck aber gibt zu, dass ihn auch Reflexe, die er an sich beobachtet hat, zu denken gegeben haben. Der ständige Griff zum Smartphone zum Beispiel, um nachzuschauen, wie die Leute auf Tweets reagieren. Ein zwanghaftes Verhalten, das die meisten kennen dürften – wenn sie ehrlich sind. Wie viele Likes? Wie oft geteilt? Die Sozialen Medien eignen sich zur Nabelschau. Bringen Bestätigung frei Haus – oder eben auch Widerspruch, Pöbelei, Hass.

Niemand ist in Facebook, auf Twitter und Instagram er/sie selbst. Es wird gepost, inszeniert, schön geredet, es werden Situationen ausgewählt, die nur einen kleinen Ausschnitt des Lebens zeigen – aber den Eindruck erwecken sollen, das Leben zu sein. Köln, Moskau, London, Paris, wir sind überall. Und Ihr so? Die Sozialen Medien – sie sind nicht wirklich sozial. Sie sind in vielerlei Hinsicht asozial.

Wenn einer wie Robert Habeck „Ciao!“ sagt, gilt das als „mutiger Schritt“ – auch das war in den Medien zu lesen. Denn nicht präsent sein, das bedeutet: unsichtbar, wehrlos, unbedeutend. Nicht unbedingt das, was ein Politiker sein möchte, oder ein Künstler, ein Blogger, ein Journalist, ein Mensch.

Eine ungeheure Macht, die diese Facebooks, Twitters und Instagrams haben. Oder?




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